Café K in Bernkastel: Tempel der Torten

Im Café K zeigt sich Bernkastel von seiner eleganten Seite. Doch nicht nur die Architektur ist einzigartig. Alles, was süß ist, schmeckt hier besonders gut. Kornelius Widera hat das Potential zum Weltmeister im Tortenbacken.

 

Der prächtige Eingang vom Café K in Peter Mertes Stadtpalais in Bernkastel-Kues.

Der prächtige Eingang zum Café K am Gestade.

„Heute Nacht selbst gemacht!” verkündet eine Kreidetafel. „ZB Eierlikör-Pflaumen-Torte”. Und über dem Torbogen hängt ein Schild mit einem roten K. 

Tafel am Eingang des Café K

Hier muss es sein, das berühmte Café K, das uns als der Porsche unter den Cafés von mehreren Leuten mit Begeisterung empfohlen wurde.

Beinahe wären wir daran vorbei gelaufen. Denn eigentlich prominent am Moselufer platziert, versteckt sich besagtes Lokal hinter hohen Mauern.

Und zwar in den Räumlichkeiten von Peter Mertes Stadtpalais am Gestade, kurz hinter dem Ortseingang von Bernkastel.

Wir stapfen die breite Freitreppe zum Eingang hoch. Beim Anblick des imposanten Bauwerks wird allerdings sofort klar, dass es hier nicht nur um Kuchen und Kaffee geht.

 

Die imposante Fassade des Café K in Bernkastel-Kues.

Die Terrasse vom Café K.

Was für eine schöne Fassade! Sandsteinbalustraden und Säulen spiegeln den Wohlstand der glorreichen Kaiserzeit wieder. Damals war die ganze Welt verrückt nach teuren Rieslingen von der Mosel.

Französische Eleganz im Café K

Es muss ein schwerreicher Mensch gewesen sein, der dieses Haus im 19.Jahrhundert bauen ließ. Wie so viele wohlhabende Bauherren seiner Zeit nahm sich auch dieser ein französisches Stadtpalais zum Vorbild.

 

Unter Stuckdecken trinken Gäste im Café K ihren Kaffee.

Unter Stuckdecken trinken Gäste im Café K ihren Kaffee.

Marmor im Entrée, natürlich. Wir laufen durchs Parterre und dann über die Treppe hinauf in die Belétàge. Säle mit Flügeltüren. Stuckdecken. Verzierte Wände, schwere Vorhänge und prächtige Kronleuchter in jedem Raum. 

Kein anderes Land bekommt die Sache mit der Eleganz so gut hin wie unsere französischen Nachbarn.

 

Die Beletàge im Café K.

Die Belétàge

Das gesamte Interieur strahlt eine so gediegene Atmosphäre aus, als würden hier noch heute Männer mit Zylindern für einen Schwatz mit dem Weinhändler einkehren.

Seit 2010 residiert das Café K in diesem Schmuckstück der Stadt. Nach einem langen Niedergang hatte die Weinkellerei Peter Mertes das marode Gebäude einige Jahre zuvor gekauft, mit einem Millionenaufwand saniert und anschließend darin ein feines Café eingerichtet. Das Café K.

 

Elegante Möbel, Antiquitäten und Gemälde im Café K.

Elegante Möbel, Antiquitäten und Gemälde im Café K.

Das K in Café K steht für Kornelius Widera, erzählt uns der Konditor und Pächter.

Der Chef wirbt mit dem Slogan „Mit Liebe zum Produkt”. Das kann man allerdings schmecken: Meine Apfeltorte mit Krokant ist ein Gedicht. „Das ist keine Hexerei”, sagt Kornelius bescheiden.

Keine fixe Küche im Café K

Der Chef vom Café K.

Kornelius Widera.

Getreu dem Leitspruch „Backmischungen sind des Teufels” ist für industrielle Produkte in seiner Backstube kein Platz. Kein Pülverchen, keine Früchte aus dem Glas. Sogar der Mohn wird selber gemahlen.

Ein Bestseller ist der Walnuss-Bienenstich. „Der läuft immerhin seit neun Jahren”, erzählt der Konditor. Vorher hatte Kornelius sein Café K in der Nachbarschaft. Gebacken wird seitdem nach einem alten Rezept seiner Mutter.

Gute Qualität spricht sich herum, klar. Deswegen könne man am Wochenende froh sein, wenn man überhaupt einen Platz bekäme, erzählt uns ein Gast.

Bei schönem Wetter sitzen natürlich alle auf der Terrasse mit Moselblick. Coffee-to-stay statt Coffee-to-go.

 

Eine Sitzgruppe im Erdgeschoss des Café K.

 

Trotz der edlen – aber gar nicht steifen – Umgebung sind die Preise für Frühstück, Süßes und dazu Kaffeespezialitäten aus der Privatrösterei zivil.

Eine Karte gibt es nicht, gewählt wird aus einem wechselnden Angebot von Kuchen und Torten am Buffet.

Alles frisch von Kornelius gebacken. Mitten in der Nacht.

 

Info: Wo, wann, was

 

Ein Stück Torte im Café K.

Café K. im Peter-Mertes-Stadtpalais, Gestade 2, 54470 Bernkastel-Kues.

www.mertes-stadtpalais.de

Geöffnet Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Reservierungen unter 06531 500714.

 

 

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2 Kommentare zu “Café K in Bernkastel: Tempel der Torten

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