Klettern zwischen Himmel und Erden

Die Reben stehen Spalier, ein Farbenmeer quillt aus dem blanken Fels. Über Stufen und Leitern schlängelt sich der Pfad. Nur selten kann man dem Riesling so schön beim Wachsen zusehen! Eine Tour über den Kletterweg im Erdener Treppchen.

 

Aussicht vom Kletterweg in Erden

 

Vögel segeln um die Felsen herum, in der Ferne sieht man die Häuser von Ürzig. Unten glitzert die Mosel still vor sich. Das alles kann man ganz in Ruhe beobachten – denn im Weinberg herrscht Stau. So viel Verkehr ist in diesen Hängen ungewöhnlich, normalerweise hat man den Pfad über lange Strecken ganz für sich.

Jetzt allerdings blockieren ein paar wartende Leute den Weg. Denn vor ihnen müht sich eine Frau im Schneckentempo an einer steilen Leiter ab. „Ich hätte jetzt gern ein Eis”, sagt ein Junge. „Und ich ein Glas Wein”, ergänzt seine Nachbarin mit Blick auf die Reben.

 

Unterwegs auf dem Kletterweg in Erden.

 

Das unspektakuläre Wandern zu dem Opa die Enkel noch mit Geld bestechen musste war gestern. Jetzt sind die Weinberge auch für ganz junge Leute attraktiv. Denn inzwischen kraxelt man an Drahtseilen entlang und über Leitern durch die Hänge.

Klettersteige stehen an der Mosel hoch im Kurs. Ob nun der Collis-Steilpfad in Zell oder der Klettersteig durch den CalmontIn immer mehr Weinbergen zwischen Koblenz und Trier werden Eisenleitern und Trittstifte in Felswände getrieben.

Auf tausend Stufen ins Blaue

Auch in Erden kann man die Steillage seit einigen Jahren besonders schön bezwingen. Der hiesige Kletterweg führt durch das Erdener Treppchen und die Parzelle mit dem wohlklingenden Namen Prälat. Zwei der besten Weinlagen an der Mosel, gelegen zwischen Ürzig und Kinheim.

 

Aussicht vom Kletterweg im Erdener Treppchen.

 

Der Weg ist, je nach gewählter Strecke, gerade mal zwischen 2,9 Kilometer und 4,3 Kilometer lang. Aber die haben es ganz schön in sich! Denn der Weg durchs Weinparadies ist steil.

Ab in den Kletterweg

Ein bisschen versteckt, gleich links neben der römischen Kelteranlage am Moselufer, liegt der Einstieg in den berühmten Hang.

Verlaufen kann man sich im Kletterweg Erdener Treppchen nicht: Hunderte von Stufen geben die Route vor.

 

Eine Treppe im Erdener Treppchen.

 

Das Treppchen gibt es also wirklich!

Mal aus Beton, mal wurden Felsstufen in den Rotschiefer gehauen. Leitern aus Metall überbrücken Weinbergsmauern und kleine Felsen.

 

Leiter im Erdener Kletterweg

 

Der Weg führt durch die Rebzeilen, dann wieder dicht am Fels entlang.

Doch Vorsicht: Auf den Passagen mit rutschigem Schiefergeröll kann man der berühmten Lage schnell näher kommen als man eigentlich will.

 

Rebzeilen im Erdener Kletterweg

 

Felswand im Kletterweg Erdener Treppchen

 

Der Klettersteig ist in drei Schwierigkeitsstufen unterteilt und entsprechend mit einem grünen, gelben oder roten Punkt markiert. Wer die (kurze) grüne Strecke wählt, hat den Kletterweg nach etwa 50 Minuten passiert.

Wer sich für die rote (anstrengendere) Version entscheidet, läuft stetig aufwärts über einen Serpentinenpfad bis zu einem verwunschenen Wald.

 

Eingang zum Wald im Erdener Treppchen

 

Und wird für die Mühe mit einem herrlich bunten Spektakel belohnt.

Hier oben grünt und blüht alles wild durcheinander, Eidechsen flitzen herum. Es wäre schade, sich diesen Anblick entgehen zu lassen.

 

Bank im Erdener Treppchen

 

Unterwegs auf dem Kletterweg stehen an lauschigen Plätzen Bänke für eine Rast. Natürlich immer mit grandioser Aussicht über die Mosel.

Wie wäre es hier mit einem Glas Riesling aus dem Erdener Treppchen oder gar dem Prälat? Und dann beim Trinken den Reben beim Wachsen zusehen.

 

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