Schwarze Schweine, weiße Esel & Moselochsen

Auf dem Veldenzer Bergfrieden ist tierisch was los. Schon mal schwarze Schweine gesehen? Einen weißen Esel umarmt? Von Zackelschafen oder Merenspferden gehört? Auf dem Hof von Michaela und Theo Scholl sind all diese Tiere versammelt. Hier ist auch der Moselochse Zuhause.

Ein porc noir auf dem Veldenzer Bergfrieden.


Da, wo die Mosellandschaft am allergrünsten ist, liegt ein Schweine-Paradies. Hier schlendern, quieken und galoppieren zwei pechschwarze Säue und drei kleine Eber über die Weide und fressen sich den Wanst voll mit Eicheln.

Die uralte Hausschweinrasse stammt aus den französischen Pyrenäen und ist außerhalb ihrer Heimat nur auf ganz wenigen Höfen zu finden.

Der Esel Paco vom Veldenzer Bergfrieden.

Auf dem Veldenzer Bergfrieden leben viele Vierbeiner, die man so nur sehr selten zu sehen bekommt.

Viele von ihnen wurden hier geboren, ihre Eltern sind zugezogen aus dem europäischen Ausland.

Anders als für viele Exoten im Zoo wurden hier keine künstlichen Landschaften errichtet – Immis wie die Porc Noir de Bigorre, die schwarzen Schweine, fühlen sich wohl in ihrer neuen Heimat hoch über der Mosel.

Viele Tiere wurden gerettet

Ebenso wie die scheuen Zackelschafe. In Ungarn sind die vom Aussterben bedrohte Tiere mit den Korkenzieher-Hörnern so etwas wie eine touristische Sehenswürdigkeit.

Ungarische Zackelschafe auf dem Veldenzer Bergfrieden.

Hier chillt die Herde unbehelligt mit dem weißen Esel Luna und seinen Kumpanen auf der Wiese.

Michaela hat schon so manchem Langohr aus der Patsche geholfen, aufgepäppelt und auf dem Hof ein neues Zuhause gegeben. 

Besucher von Außerhalb verirren sich eher selten in die Gegend; die Straße zum Hof führt an Weinbergen vorbei und durch Wälder scheinbar ins Niemandsland. Der Veldenzer Bergfrieden liegt abseits der Touristenpfade, oberhalb der Grafschaft Veldenz, bekannt für ihr Schloss.

 

Michaela Scholl und ihre Esel auf dem Veldenzer Bergfrieden.


Doch während man bei dem sanierten Gemäuer – nachdem man sich den Waldpfad zu Fuß hoch geschleppt hat – in der Regel vor verschlossenen schmiedeeisernen Toren steht, ist Michaela Scholl gefühlt 24/7 auf dem riesigen Gelände anzutreffen.

Eine ganz besondere Farm

Seit 15 Jahren bewirtschaftet sie mit ihrem Mann Theo den unkonventionellen Hof. Die beiden kennen jedes ihrer Tiere beim Namen, wissen um deren Eigenarten, ganz persönlichen Befindlichkeiten und kommen den Bedürfnissen ihrer Tiere respektvoll nach.

 

Michaela Scholl inmitten ihrer Rinder. Auf dem Veldenzer Bergfrieden lebt der Moselochse.


Wer zum ersten Mal herkommt, wundert sich über die ungewöhnliche Rinder-Herde. Imposante Hörner, helles Fell. Sind das etwa diese Moselochsen von denen neuerdings alle sprechen? Ok, mit der Bezeichnung Moselochse wird eigentlich ein eher sturer Menschenschlag umschrieben.

Die weißen Bullen hingegen gehören zur seltenen Rasse der ungarischen Steppenrinder, die heutzutage überwiegend Kutschen für Touristen durch die Puszta ziehen. Theo schätzt den Bestand auf noch höchstens 2500 Tiere. 

Dann sind da noch die vom Aussterben bedrohten schwarz-weißen Vogesenrinder. Und zottelige Schottische Hochlandrinder schleichen auf der Wiese herum. 

Ein Hütehunde auf dem Veldenzer Bergfrieden.

Auf dem Hof gibt es nichts, was es nicht gibt. Hier leben Kaninchen, Enten und Gänse.

Hühner inklusive Küken laufen herum, Annabell und die anderen Katzen fressen wirklich noch Mäuse, im Bienenstock wird unter der Aufsicht von Theo Honig gemacht.

Im Garten wachsen Kürbisse, Bohnen und Kohlrabi, an Stauden reifen dicke Tomaten. Es duftet nach Zitronenmelisse, Salbei und Minze.

Das Eselfohlen Mattes lässt sich geduldig drücken, Shettland-Pony Max sucht selbstbewusst die Hosentaschen von Besuchern nach Futter ab.

Und über allen wacht eine vierköpfige Familie Altdeutscher Hütehunde, denen man die nahe Verwandtschaft zum Wolf ansehen kann.

 

Merenspferde auf dem Veldenzer Bergfrieden.

 

Seit 2012 züchtet und verkauft Michaela Merenspferde, eine der ältesten Pferderassen der Welt. Die robusten Gebirgspferde aus Frankreich trotzten Kälte und Schnee, die Hengste sind bekannt für ihre Ruhe und Sanftheit.

Ferien auf dem Veldenzer Bergfrieden

Michaela kennt sich nicht nur mit Pferden und Landwirtschaft aus, sie ist auch Erlebnispädagogin für die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern. Liebevoll richtet sie Kindergeburtstage bis zu 20 Teilnehmern aus; sie erzählt von Kräutern, legt Spuren für Schnitzeljagten, führt Kinder auf dem Rücken der Ponys herum. 

Doch nicht nur kleinen Besuchern geht bei einer Tour über das Gelände das Herz auf. Zu jedem Tier gibt’s Infos und Anekdoten, streicheln ist ausdrücklich erlaubt.

Ein stolzes Merenspferd auf dem Veldenzer Bergfrieden

Ein Ausflug auf den Veldenzer Bergfrieden ist wie Urlaub. 

Wanderungen mit Eseln und Pferden? Kochen am offenen Feuer? Eine Führung über das Gelände?

Michaela hat Angebote für gestresste Großstädter, Tierliebhaber und Naturfreaks im Programm. Für einen ganzen Tag oder ein paar Stunden. Hier kommt jeder runter.

Erholung pur.

Info: Was, wo, wie teuer

Das Eselchen Mattes. Fotos: Jörg Haubrich

Führungen über den Hof: Erw. 5 €, Kinder 4,50 €

Kindergeburtstage, Frauenabende, Wanderungen mit Pferden und Eseln: Programme und Preise auf Anfrage.

Wer möchte, kann die Esel mit einer Patenschaft unterstützen.

Info und Anmeldung:
0176/ 64 13 84 66
Email: natur.erleben.live@gmail.com

Anreise: Aus Wittlich, Richtung Mühlheim. Über die Moselbrücke Richtung Veldenz (K88). Der Vorfahrtsstraße in Veldenz ca. 3,5 km folgen, Richtung Gornhausen. Am 1.Teerweg (an der Schutzhütte) rechts abbiegen. Nach ein paar Metern sieht man links den Hof.

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