Weingut Regnery: Rot, rund, anders

Eine der eigenwilligsten Vinotheken steht in Klüsserath. Sie gehört zum Weingut von Peter Regnery. Neben Spätburgunder erntet der Winzer die Rebsorte Syrah. Unglaublich, dass es so etwas gibt an der Mosel.

Die Vinothek vom Weingut Regnery.


Man muss schon genau wissen, wohin man will. Das Weingut  F.J. Regnery liegt etwas versteckt in einer engen Straße mitten in Klüsserath.

Umso überraschter steht man plötzlich vor dem ovalen Bau. Gut sechs Meter lange Holzplanken stehen im Kreis um ein zweistöckiges Gebäude.

Mehr Kontrast zu den umliegenden Häusern geht kaum. Mit dieser Vinothek hat Peter Regnery seinen Weinen ein futuristisches Schaufenster beschert.

 

Peter Regnery und seine Weine.

Peter Regnery und seine Weine.

Vor 15 Jahren hat der Winzer den Betrieb von seinem Vater Franz-Josef übernommen. Vorher hatte er in Geisenheim studiert, war für Praktika nach Südafrika und Neuseeland gereist.

Peter modernisierte, groovte sich ein, und wagte sich schließlich an die Idee etwas ganz Besonderes zu bauen. „Vor allem nichts Eckiges!” So war der präzise Plan für die neue Vinothek.

Zaubern können Winzer nicht – selbst wenn ihr Wein danach schmeckt. Etwa sieben Jahre und einige Architekten später steht sie nun auf dem Hof und beeindruckt.

 

Verkaufsraum im Weingut Regnery.

 

Geht man durch die Eichenplanken hindurch ins Erdgeschoss, steht man in einem stylischen Verkaufsraum. Eine Treppe führt ins ebenso schicke Obergeschoss. Der Raum wirkt freundlich, gemütlich und hell. 

Lehmputz an den Wänden, geöltes Parkett. Nachhaltigkeit sind Peter und seiner Frau Andrea wichtig. Sämtliche Schränke, Tische und Bänke sind Maßarbeit.

Mittels ausgeklügelter Technik lassen sich die bodentiefen Fenster so einfalten, dass der Raum mit der Terrasse zu einer Einheit wird. Es duftet nach Holz. Die Aussicht auf die hauseigenen Weinberge ist prächtig. Hier liegt sie, die Klüsserather Bruderschaft.

Ackern in der Steillage

Die Lage Klüsserather Bruderschaft.

Peter Regnery kennt in diesen Weingärten jede einzelne Rebe, jeden Käfer, jeden Stein.

Vater Franz-Josef hatte schon vor über 30 Jahren den richtigen Riecher gehabt und die Parzellen in bester Lage gekauft.

Der Winzer setzte schon damals gegen den Trend zur Flachlage lieber auf den arbeitsintensiven Steillagenanbau.

Peters Juwelen sind der Riesling und der Spätburgunder. Der Rote macht gut 30 Prozent seiner Rebfläche aus – ungewöhnlich für die Region. Daneben experimentiert er mit Cabernet Sauvignon.

Andrea Regnery zeigt Spätburgunder.

Da draußen hängt aber auch Syrah. Ja, es ist tatsächlich die berühmte Traube aus dem südfranzösischen Rhonetal. In Übersee sorgt sie für Furore unter dem Namen Shiraz. 

Australische Winzer haben eine weltweite Begeisterung für die Rebsorte angezettelt. Sie gedeiht in Südafrika. In Neuseeland. In Kalifornien, Argentinien, in Chile. Und auf wenigen Hektar im süddeutschen Raum.

Doch mit der Mosel hatte sie nichts zu schaffen. Bis Peter Regnery vor zehn Jahren ein paar hundert Stöcke in die Steillange setzte. „Die Trauben werden immer reif”, bestätigt der Winzer.

Auf Besuch bei Familie Regnery

Was Besucher bei einer Verkostung erwartet? Riesling aus bis zu über 90 Jahre alten wurzelechten Reben, überwiegend trocken ausgebaut. Kirschsaftroter Spätburgunder, gereift im Barrique. Tolle Architektur. Und ein ebenso tolles Winzerpaar.

 

Die Familie Regnery vor ihrer Vinothek.

Die Regnerys: Andrea, Peter, Jakob, Greta und Frieda. Fotos: Jörg Haubrich

Info: Wo, was, wie teuer

Auch die Weinproben kommen bei Regnerys nicht von der Stange. Einfach anrufen und von Andrea Regnery die Wünsche erfragen lassen.
Weine ab 5,50 Euro.

Eingang zum Weingut Regnery.

F.J. Regnery
Mittelstraße 39
54340 Klüsserath
Tel. (0 65 07) 46 36

www.weingut-regnery.de

 

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