Verlassene Orte: Diese Häuser bergen ein Geheimnis!

Stillgelegte Bahnhöfe, Ruinen und verwilderte Herrenhäuser. Verlassene Orte faszinieren, gerade weil sie verwahrlost und manchmal ein bisschen unheimlich sind. Hier werden geheimnisvolle Bauwerke an der Mosel vorgestellt.  

 

Burg Weckbecker, verlassene Orte, Mosell

Die Burg Weckbecker in Lehmen

Durch die geschlossenen Fensterläden dringt schon lange kein Lichtstrahl mehr. Putz bröckelt von der verblassten Fassade, der Regen plätschert vermutlich durchs Dach.

Ein heruntergekommenes Haus, mögen manche sagen. Andere sehen ein geheimnisvolles Anwesen, das entdeckt werden will. Es sind Spuren des Verfalls, die einen einzigartigen Zauber entfalten.

 

Burg Weckbecker, verlassene Orte, Lehmen

Rückseite der Burg Weckbecker

Das Haus Weckbecker, auch Burg Weckbecker genannt. Seit dem 18.Jahrhundert steht der inzwischen denkmalgeschützte Bau an Ort und Stelle. Einst Sitz eines Rittergeschlechts, heute ein verlassener Ort.

Weil einige der Nachfahren ihren Teil des Erbes ausgeschlagen haben, steht der Südwestflügel des prächtigen Herrenhauses in Lehmen seit Jahren leer.

 

Burg Weckbecker im Jahr 1913

Historische Aufnahme von der Burg Weckbecker aus 1913

Steht man vor dem Gebäude, laufen vor dem inneren Auge Bilder ab, wie es hier wohl mal zuging als das Haus noch voller Menschen war. Als der Betrieb noch lief, Feriengäste hier Urlaub machten und dicke Fässer darauf warteten, aus dem Keller gerollt zu werden. 

Doch wo einst vermutlich rauschende Feste gefeiert wurden, machen sich heute Staub und Spinnweben breit. 

 

Haustür Burg Weckbecker, verlassene Orte, Mosel

Die hintere Haustür der Burg Weckbecker.

Der Verfall hat zwar deutlich seine Spuren hinterlassen, doch vieles ist offenbar für die Ewigkeit gebaut: Die hintere Haustür zum Beispiel. Ein Schmuckstück, das vom früheren Glanz erzählt.

Dennoch bleibt die Zukunft der Burg Weckbecker ungewiss. Ob sich jemand findet, der dem Anwesen eine neue Bestimmung zuweist oder ist es für den ewigen Leerstand bestimmt?

 

Verlassene Orte, Traben-Trarbach

Die ehemalige Lackiererei Schmitz

Auch dieses Anwesen am Ortsrand von Traben-Trarbach sucht schon länger nach einem Käufer. Die beiden Gebäude stehen auf dem riesigen Grundstück mit Wald, der Kautenbach fließt hier entlang. 

Die große Halle kann man von der Wildbadstraße gut sehen.

Über eine zugewucherte Brücke gelangt man zu einem versteckten Nebengebäude, eine ehemalige Mühle.

 

Traben-Trarbach, Schützenhof

Die Brücke zur Mühle

 

Traben-Trarbach, Schützenhof

Die alte Mühle

 

Früher beherbergten die alten Mauern das Hotel Schützenhof, danach die Lackiererei Schmitz.

 

Verlassene Orten, Trarbach

Historische Aufnahme vom Hotel Schützenhof

Alle Gebäude sind komplett renovierungsbedürftig, sie stehen allerdings nicht unter Denkmalschutz.

 

Vielen Dank an Schrauth Guillaume für die historischen Foto!

Nächster Halt: Nicht mehr da!

Alter Bahnhof Hatzenport, verlassene Orte, Mosel

Hauptgebäude Bahnhof Hatzenport

Lost Places, verlassene Orte, konservieren den Charme vergangener Zeiten. Wie der alte Bahnhof in Hatzenport. Seit den 1880er Jahren fuhren die Moselaner von hier hinaus in die Welt. Allein seine Lage zwischen den Rebhängen und dem Fluss machte ihn zu einem der schönsten Bahnhöfe der ganzen Region. 

Doch wo früher schwere Dampfloks über die Schienen schnauften, pfeift heute nur noch der Wind durch lose Bretter. Unter den Schuhsohlen knirschen Scherben. Es steht nicht gut um den hübschen Fachwerkbau. 

 

Verlassener Ort, Bahnhof Hatzenport

 

Die Bahnsteige wurden abgerissen, von der Beleuchtung fehlt ebenso jede Spur. Der ehemalige Verladeschuppen rottet stetig vor sich hin. Einige Decken sind eingebrochen, Pflanzen wuchern in jeder Ritze.

Denn mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs im Jahre 2004 mitten im Ort, wurde dieses Kleinod etwa einen Kilometer außerhalb der Gemeinde, für immer geschlossen. 

 

Stellwärterhäuschen, verlassene Orte, Mosel

 

Verlassene Orte haben oft einen sonderbaren Charme, oft schafft die Natur sogar kleine Kunstwerke aus zurückgelassenen Bauten. Das kleine Häuschen, in dam man einst die Fahrkarten kaufte, wurde schon erfolgreich von der Natur erobert.

Früher oder später wird der Bahnhof vermutlich ganz verschwinden. Schade, klebt hier doch die Geschichte von Jahrhunderten an den Wänden. 

 

Verlassene Orte faszinieren

 

Es gibt zwar viele verlassene Orte an der Mosel, doch nur wenige davon sind so angeschlagen, dass ganze Bäume darin wachsen. Der Marienthaler Hof bei Zell-Kaimt ist so ein Ort.

Das stark beschädigte Gemäuer ist schon so zugewachsen, dass man es im Sommer in den Weinbergen fast nicht mehr erkennt. Denn etwa seit der frühen Nachkriegszeit hat man die einst prächtige Villa sich selbst überlassen.

 

Marienthaler Hof in Zell, verlassene Orte an der Mosel

 

Was für manche schlicht eine vergammelte Ruine ist, bedeutet für andere Faszination pur! Schon ganze Generationen von Moselkindern haben sich in dem Gemäuer gegruselt und nach vergrabenen Goldschätzen gesucht.

Viele trauten sich allerdings erst gar nicht auf das Gelände. Tatsächlich beflügelt die düstere Atmosphäre die Fantasie. Warum wurde das Haus zerstört und was ist aus den Bewohnern geworden? Welche Szenen mögen sich hier wohl abgespielt haben?

 

Marienthaler Hof in Zell, verlassene Orte an der Mosel

 

Manchmal gehen die Menschen aus freien Stücken, manchmal aus finanziellen Gründen. Aber manchmal ist es höhere Gewalt, die die Bewohner vertreibt: 

Ursprünglich als Wirtschaftshof für die nahe gelegene Marienburg erbaut, lebte in der Villa ein Geschäftsmann, der beim Brand des Hauses alles verlor, erinnern sich die Moselaner.

 

Marienthaler Hof, verlassene Orte, Mosel

So sah der Marienthaler Hof früher aus.

Alte Aufnahmen zeigen das Haus vor der Zerstörung. Im Anbau rechts, mit schrägem Dach, soll damals der Hausmeister gewohnt haben, nach dem Brand dann ein Schäfer.

 

Marienthaler Hof, verlassene Orte, Mosel

 

An einen Wiederaufbau ist schon lange nicht mehr zu denken. Heute sind gerademal noch Außenmauern erhalten. Und Spuren im angrenzenden Wingert verraten: Wildschweine nutzen das Anwesen als Quartier.  

 

Vielen Dank für die Tipps bei der Recherche an Jörg Neidhöfer, Björn Stürmer, Liesel Gippert-Steffens,  Ingo Isenberg  und an Elisa Schneiders, die beide Fotos zur Verfügung gestellt hat.

 

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