11 Tipps für alle, die aufs Fliegen fliegen

Ein Rundflug im Gyrocopter oder im Wasserflugzeug, ein Gleitschirmflug oder Fallschirmsprung. Wer mag, kann in der Region sogar selber eine Boing 747 fliegen. 11 Ausflugtipps für Überflieger.

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Ein Flugzeug im Landeanflug auf den Flugplatz Trier-Föhren.

Fliegen können. Ach, das wär’s. Den Kopf fast in die Wolken stecken, Freiheit atmen. Die Porta Nigra aus einer Perspektive betrachten, von der die alten Römer nur träumen konnten. Zwar ist der Wunsch zu fliegen einer der ältesten der Menschheitsgeschichte. Ikarus, Leonardo da Vinci oder Otto Lilienthal fallen einem da ein. Doch erst am 17. Dezember 1903 gelang den Brüdern Orville und Wilbur Wright der allererste erfolgreiche Motorflug. Nur 12 Sekunden blieben sie in der Luft – heute ist die Technik deutlich ausgereifter.

Aus der Luft betrachtet, hat die Mosellandschaft einen ganz besonderen Reiz. Wer das erleben möchte, kann sich von Profis fliegen lassen – und das nicht nur mit Motorfliegern. Die Flugplätze in der Region sind gute Adressen für alle, die ganz nach oben wollen.

Luftfahrtverrückte, die lieber am Boden bleiben möchten, sehen Fliegern beim Starten und Landen zu, lassen sich in der Flugausstellung die Technik erklären oder können im Flugsimulator das Gefühl erleben, in die Lüfte zu steigen. All das bietet die Region.

1 Ausflugsziel Flugplatz Trier-Föhren

Föhren ist eine gute Adresse für alle, die ganz nach oben wollen: Seit 1977 starten und landen Privatflugzeuge auf 1.200 mal 30 Meter Beton. Doch der lokale Flugplatz ist mehr als ein Drehkreuz, um Geschäftsleute oder Promis schnell von A nach B zu fliegen. Die ansässigen Flugschulen bieten auch Laien ohne Pilotenschein die Möglichkeit, dorthin zu kommen, wo die Aussicht am schönsten ist. Zum Beispiel im Motorflieger oder einem Ultraleichtflugzeug, das nahezu lautlos wie ein Vogel am Himmel gleitet. Oder mit dem Gyrocopter, eine Art Hubschrauber ohne Dach. Um 150 Euro kostet das Vergnügen.

Bodenständige Ausflügler und Einheimische bevölkern die Terrasse am Casino-Restaurant. Mittwochs stehen zum Beispiel Garnelen bis zum Abwinken auf Speisekarte, die freie Sicht auf die Piste gibt’s gratis dazu.

Fliegen, Mosel, Fallschirmspringen

Ein Fallschirmspringer am Himmel über Föhren.

2 Abenteuer Fallschirmsprung

Für die einen ist der Flugplatz Trier-Föhren ein Ausflugsziel mit „viel zu gucken”, für andere ein Ort, um sich kopfüber in das Abenteuer ihres Lebens zu stürzen. Denn der Fallschirmsportclub Trier bringt Wagemutige in die Luft, um im freien Fall mit 200 Sachen der Erde entgegen zu fliegen. Entweder im Alleingang oder für 240 Euro als Tandem-Sprung.

3 Fliegen mit dem Wasserflugzeug

Ein außergewöhnliches Erlebnis ist ein Rundflug mit dem Wasserflugzeug. Der nostalgische Flieger ist ein seltenes Fluggerät und Touristenattraktion zugleich. Wenn Norbert Klippel mit der knallgelben Piper auf der Mosel landet, versammeln sich am Ufer Menschentrauben.

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Das Wasserflugzeug von Norbert Klippel parkt auf der Mosel.

Seit 1997 betreibt der Moselaner am Flugplatz Föhren Drive & Fly, die wohl vielseitigste Fahrschule Deutschlands. Denn Norbert Klippel ist Fahrlehrer zu Wasser, zu Land und in den Luft. Der neuste Zugang seiner Flotte kann sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Land starten und landen.

4 Fliegen mit Gleitschirm

Ein paar Schritte Anlauf, ein leichter Ruck – und schon verschwindet alles Irdische unter den Füßen. An einem Gleitschirm hängend stört rundherum nichts die Sicht auf die Landschaft. Paragliding ist die ursprünglichste Art des Fliegens – viel näher an den Vogel kommt Mensch nicht heran.

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Ein Gleitschirmflieger über der Wehlener Sonnenuhr.

An der Mosel können Geübte, aber auch Neulinge beim Tandemfliegen in die Lüfte gleiten. Start- und Landeplätze gibt es für alle Windrichtungen genug. Etwa in Graach, Maring-Noviand, Zeltingen-Rachtig oder am Gipfelkreuz in Bremm. Betreut zum Beispiel von den Moselfalken oder dem Drachenfliegerclub Trier.

Tipp: Immer Ende August treffen sich die Drachen- und Gleitschirmflieger zum Fliegerfest in Münstermaifeld-Lasserg, um vom Startplatz Küppchen über die Mosel zu fliegen.

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5 Ballonfest in Trier

Gelegentlich sorgen Heißluftballone für ein besonders fotogenes Himmelsbild: Über der Mosel wurden schon Katzen, Schlümpfe und das Sandmännchen gesichtet. Sie stammen von Schroeder Fire Balloons in Schweich, dem einzigen Hersteller von Heißluft-Ballonen in Deutschland.

Ballonfestival, Trier

Massenstart beim Ballonfestival. Foto: Schroeder Fire Ballons

Etwa 50 Giganten werden pro Jahr gebaut und in alle Welt verkauft – und viele davon kehren zu „Trier hebt ab” am 19. und 20. Juli 2024 zurück. Bei dem Ballonfestival im Moselstadion stehen unter anderem Ballonfahrten und das allseits beliebte Night Glow auf dem Programm.

Ballonfahrten werden an vielen Orten in der Region angeboten. Etwa von Maus-Ballooning mit Startplatz am Flugplatz in Föhren oder von Skytours in Koblenz.

ZUM WEITERLESEN: Glück ab und gut Land»

6 Lautlos fliegen in Traben-Trarbach

Wohin die Ballon-Reise geht, entscheidet der Wind. Anders auf dem Flugplatz Mont Royal über Traben-Trarbach. Einmal über dem Heimatdorf kreisen? Die Maare oder Cochem von oben sehen? Die Route sprechen die Passagiere mit den Piloten der Motorflieger vom Deutsch-Amerikanischen Segelflug-Club ab.

Wer einen Flug ganz ohne Motorengeräusche genießen will, steigt in den Segelflieger. Das Flugzeug startet mit Hilfe einer Propellermaschine die Luft und gleitet dann etwa 30 Minuten lautlos wie ein Vogel am Himmel. Etwa 150 Euro kostet das Vergnügen.

Für ganz Mutige ist der Segelkunstflug die richtige Wahl. Beim Fliegen von Loopings, Rollen und Trudelbewegungen steht die Welt Kopf. Für 200 € ist die Himmelsakrobatik ohne Motor zu haben. Auch verhungern muss man nicht: In der Flugplatzgaststätte Mont Royal direkt an der Rollbahn kommen deutsche und ungarische Speisen wie Làngos auf den Tisch.

7 Spießbraten mit Flugbetrieb

Zu jedem Flugplatz, der auf sich hält, gehört ein Restaurant mit Blick auf die Piste. In Fliegerkreisen ist die Flugplatz-Gaststätte in Idar-Oberstein/Göttschied die Nummer Eins. Es sind vor allem die Spezialitäten des Hauses, auf die Piloten, Einheimische und Ausflügler gleichermaßen fliegen: Von jeher wird etwa der traditionelle Idar-Obersteiner Spießbraten über offenem Feuer gebrutzelt.

Eilige können ihr Gericht schon während des Anflugs per Funk bestellen – auch das ist ein Grund, warum die Leserschaft des Fliegermagazins die Flugplatzgaststätte Göttschied zur „Besten Flugplatzgaststätte Europas” kürten.

Tipp: Der Aero-Club Idar-Oberstein bietet Mitflüge aller Art. Sei es das lautlose Gleiten im Segelflug, mit dem Motorsegler oder dem Motorflugzeug. 

8 Fliegen mit dem Helikopter

Wenn Piloten und Pilotinnen sagen, dass sie zum Griechen fliegen, steuern sie das Restaurant Delphi am Flugplatz in Koblenz-Winningen an, wo man von der Terrasse das Treiben auf dem Rollfeld beobachten kann.

Dort ist einiges los. Denn mit rund 40.000 Flugbewegungen im Jahr handelt es sich um einer der hierzulande umtriebigsten Verkehrslandeplätze. Er ist in Fliegerkreisen wegen seiner attraktiven Lage auf einem Hügel ein beliebtes Ziel für einen Ausflug oder Zwischenstopp: Die riesige Autobahnbrücke, die Winninger Weinbergterrassen, Mosel und Rhein… alles liegt dem Piloten im Anflug zu Füßen.

Die außergewöhnliche Panoramaaussicht können Ausflügler bei einem Rundflug erleben: Mit der Flugschule Rhein-Mosel-Flug fliegen sie über das Deutsche Eck oder zu den vielen Burgen in der Region. Auch die Segelflieger vom Aero-Club Koblenz haben in Winningen-Koblenz ihr Domizil und bieten Mitfluggelegenheiten an.

Die Polizeihubschrauberstaffel des Landes Rheinland-Pfalz ist dort ebenfalls stationiert. Das fliegende Personal sucht zum Beispiel nach Vermissten, unterstützt die Feuerwehren aus der Luft und kann Menschen in Katastrophengebiet mit Hilfe einer Seilwinde am Hubschrauber retten.

9 Echte Flieger in Flugausstellung bewundern

Flugausstellung P. Junior, Hermeskeil

Über 100 Flieger parken auf dem Gelände. Foto: Flugausstellung P. Junior

Hubschrauber sind die faszinierendsten aller Flugmaschinen: Sie können senkrecht steigen, wie wie eine Hummel auf der Stelle schweben, rückwärts fliegen und sich um die eigene Achse drehen.

Früher war das undenkbar. Knapp 50 Stundenkilometer schnell flogen die Brüdern Orville und Wilbur Wright mit ihrem Doppeldecker. Gut 70 Jahre später raste die Lockheet SR-71 mit über 3.500 Sachen sogar Abfangraketen davon.

In der Flugausstellung P. Junior in Hermeskeil wird die Geschichte der Luftfahrt von ihren Anfängen bis zum Düsenzeitalter nacherzählt. Über 100 Flugzeuge und Hubschrauber aller Epochen stehen im Freigelände und in den Hallen: Von der JU 52 bis zur Phantom und MIG 23. Bei manchen Exponaten kann man einsteigen oder ins Cockpit schauen und in der nachgebauten Concorde einen Kaffee trinken.

ZUM WEITERLESEN: Kaffeeklatsch in der Concorde»

Concorde, Replik, Hermeskeil

In der Concorde ist das Café untergebracht.

8 Ausflugsziel Airport Hahn

Mehr als 100 Jahre ist es her, dass die ersten Passagierflugzeuge abgehoben sind. Inzwischen ist es selbstverständlich, dass tonnenschwere Maschinen übers Rollfeld rasen, um von Fluglotsen geleitet eine nach der anderen aufzusteigen. Allein am Airport Frankfurt gehen pro Jahr fast 60 Millionen Menschen in den Luft. Im Hunsrück sind es immerhin noch 1,6 Millionen, die vom Hahn in den Urlaub oder auf Geschäftsreise starten.

Der ehemalige Militärflughafen wird unter dem Namen Frankfurt-Hahn vermarktet, obwohl er 125 Kilometer vom größten Drehkreuz der Bundesrepublik am Main entfernt liegt. Von der Mosel ist er über die B 50 mit dem Hochmoselübergang in etwa 30 Autominuten zu erreichen. Die Besucherterrasse mit Blick auf das Vorfeld ist täglich von 08.30 – 22 Uhr geöffnet. 

9 Fliegen im Flugsimulator

Flughäfen können faszinierende Orte sein. Manch einer kommt beim Anblick der Maschinen auf die Idee, einmal selbst ein Flugzeug von diesem Kaliber steuern zu wollen. Tatsächlich können Flugbegeisterte im BurgStadt-Hotel im Hunsrückstädtchen Kastellaun auch ohne Pilotenschein eine 78 Tonnen schwere Boing 747 fliegen – allerdings nur virtuell. Zwar sitzen Piloten und Passagiere im Flugsimulator, doch das Cockpit des Nachbaus entspricht dem der realen Maschine in fast allen Details. Mal eben nach Paris oder Rom? iTAKEoff bietet „Flugreisen” an, bei denen die Passagiere den Boden nicht verlassen. Kalte und warme Getränke an Bord inklusive.