Flugausstellung P. Junior: Kaffeeklatsch in der Concorde

In der Flugausstellung in Hermeskeil parken über 100 Flieger aus aller Welt. Von der Messerschmitt bis hin zur Super Constellation, die Konrad Adenauer nach Moskau brachte. Und wo sonst kann man in einer Concorde Kaffee trinken?

Peter Junior, Flugausstellung, Hermeskeil

Flugzeug-Enthusiast Peter Junior

Die Juniors haben dem Hunsrück Flügel verliehen. Buchstäblich. Denn die Sammel-Leidenschaft der Familie dient der Fliegerei. Auf ihrer Wiese unweit des Moseltals parken Maschinen aller Art: Von der Junkers Ju-52 „Tante Ju“ über die Saab Viggen bis hin zur berühmten Concorde. Aus aller Herren Länder und Epochen. 

Was einst mit einem Hubschrauber begann, ist zu einer der größten privaten Flugausstellungen Europas geworden. 1973 hatte Leo Junior das Flugzeugmuseum eröffnet. Heute führt Sohn Peter das Familienunternehmen in Hermeskeil fort.

Junkers Ju-52, Flugausstellung, Hermeskeil

Junkers Ju 52, das erste Großserienflugzeug

Unglaublich, was die Flieger-Enthusiasten über die Jahrzehnte zusammengetragen haben. Eine Sammlung von unschätzbarem Wert. Auf dem Gelände in der Größe von rund elf Fußballfeldern stehen mehr als 100 ausrangierte Originalmaschinen. Zum Beispiel die „Phantom”. Oder der Messerschmitts Reiseflugzeug aus den 1930er-Jahren. Die Exponate erzählen die Geschichte der Luftfahrt von den Anfängen bis zum Düsenzeitalter.

Weltgrößter Hubschrauber in Hermeskeil

Helikopter, Wittlich, Hermeskeil

Ehemaliger Rettungshubschrauber, Baujahr 1963

Bevor der orangefarbene Helikopter seinen Platz in Flugausstellung bekam, war er als Rettungshubschrauber Christoph 10 im nahe gelegenen Wittlich im Dienst.

Aber viele Maschinen werden über tausende von Kilometern in den Hochwald gebracht. Etwa der größte Hubschrauber der Welt, die Mil Mi 6. Ein über 42 Tonnen schwerer Koloss. 1996 wurde der russische Riesenvogel von Petschora im Ural nach Hermeskeil überführt. Flugzeit 19 Stunden 36 Minuten, 90.000 Liter Treibstoffverbrauch.

Oder die Vickers VC-10. Als eines der ersten Langstreckenflugzeuge der Welt flog sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In riesige Einzelteile zerlegt, wurde sie mit Sattelschleppern vom Flughafen Saarbrücken in die Flugausstellung der Juniors gerollt.

Prominente Super Constellation

An prominenten Fliegern hat die Flugausstellung einiges im Programm. Zu den Publikums-Lieblingen zählt die Lufthansa-Maschine Super Constellation – für Luftfahrtfans ist sie die Mona Lisa der Lüfte.

Super Constellation, Adenauer, Hermeskeil

Ohnehin gibt es davon nur noch wenige Exemplare zu sehen. Doch diese Rarität, die heute in der Flugausstellung steht, hat eine besondere Geschichte. Denn mit der „Super Connie” ist Konrad Adenauer am 8. September 1955 nach Moskau geflogen, wo es ihm gelang, die letzten 10000 deutschen Kriegsgefangenen nach Hause zu holen.

In der Nachbarschaft parkt eine Interflug-Iljuschin aus der ehemaligen DDR.

Flugausstellung für Große und Kleine

Man muss kein Experte sein, um von diesem ungewöhnlichen Museum begeistert zu sein. Die Ausstellung beeindruckt auch Kinder, da man viele der Flugzeuge anfassen und ihineingucken kann. Fotografieren ist erlaubt. Auch brave Hunde dürfen an der Leine mit in die Flugausstellung.

Antonov, Flugausstellung, P. Junior

Peter Junior vor Antonovs Doppeldecker, Baujahr 1947

Zwar sind die meisten Flieger unter freiem Himmel ausgestellt. Doch auch die Hallen fast aus allen Nähten. Da sind die Antonov AN-2, der Liliental­gleiter oder Düsenjäger. Neben 40 Maschinen beherbergen sie unzählige Exponaten, die Einblicke in die Technik bieten. Etwa Schleudersitze und mehr als 60 Flugmotoren.

Garagengold und die Concorde

Und die gigantische Sammlung wächst immer weiter. Neuerdings sind in der Flugausstellung auch gut erhaltene Automobile zu sehen. Nun stehen zwischen Fliegern eine BMW Isetta oder ein Messerschmitt Kabinenroller, 1955 konstruiert von Flugzeugbauern.

Concorde, Replik, Hermeskeil

In der Concorde ist das Café untergebracht.

Sogar das Museumscafé ist stilecht an Bord des wohl berühmtesten Überschall-Flugzeugs untergebracht. Die Concorde ist eine Legende. Auf der Karte stehen süße und deftige Snacks, serviert von freundlichen Stewardessen. Zwar ist die 70 Meter Maschine zwar eine Replik aus den Händen des Museumsgründers. Doch Kaffee und Kuchen haben im Original sicher nicht besser geschmeckt.

Adresse, Preise, Anfahrt zur Flugausstellung

Flugausstellung, Eingang

Adresse: Flugausstellung Peter Junior, Habersberg 1, 54411 Hermeskeil. Tel. (0)6503 7693, www.flugausstellung.de

Öffnungszeiten: 1.April bis 1.November, täglich 10 – 17 Uhr, auch an Feiertagen.

Eintrittspreise: Erwachsene: 11 €, Kinder 4 – 14 Jahren: 6 €

Anfahrt: Die Flugausstellung liegt an der B 327, rund vier Kilometer außerhalb von Hermeskeil im Stadtteil Abtei. Von der A1, Abfahrt Reinsfeld auf die Hunsrückhöhenstraße Richtung Morbach und Flughafen Hahn abbiegen. Ab Hermeskeil ist Flugausstellung ausgeschildert.

Und wenn man schon mal dort ist

Bahntrassen-Radweg: Der Besuch der Flugausstellung lässt sich gut mit einer Tour über den Ruwer-Hochwald-Radweg verbinden. Von Hermeskeil aus geht es über 50 Kilometer stetig bergab bis nach Ruwer bei Trier. Dorthin kommt man von Trier aus mit dem dem RegioRadler Ruwer-Hochwald Bus (Buslinie 222).

Frühstücks-Tipp: Die Bäckerei Gillen backt auf der Steinplatte im holzbefeuerten Steinbackofen. In der Caféfiliale werden täglich Frühstücksvariationen von süß bis herzhaft serviert. Bahnhofstraße 1, 54411 Hermeskeil

Feuerwehrmuseum: Neben der Flugausstellung gibt es in Hermeskeil auch noch das Feuerwehrerlebnismuseum. In der interaktiven Ausstellung ist Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Neuer Markt 2, 54411 Hermeskeil, www.feuerwehr-erlebnis-museum.de