Neefer Petersberg: Geheimtipp zum Wandern

Auf dem Neefer Petersberg reihen sich magische Orte aneinander. Dennoch ist der Panoramaberg mit dem Eulenköpfchen fast noch ein Geheimtipp zum Wandern. Also ab in die Schleife!

Calmont, Moselschleife, Neefer Petersberg.

Blick vom Calmont auf den Petersberg.

Der Calmont ist bekannt. Weil er als der steilste Weinberg Europas gilt. Aber auch für den Klettersteig, der ihn durchzieht. Und vor allem für die Aussicht vom Gipfel auf die engste und wohl berühmteste aller Moselschleifen. Schon tausendfach wurde der Bremmer Bogen fotografiert und auf alle Kanälen auf die virtuelle Reise geschickt.

Doch die Einzigartigkeit der kleinen Schwester in unmittelbarer Nachbarschaft hat sich noch lange nicht überall herumgesprochen. Dabei zählt der Neefer Petersberg zu den landschaftlich schönsten und interessantesten Panoramabergen in der Region. Denn wer dort wandert, hat historischen Boden unter den Füßen. 

Kloster Stuben am Neefer Petersberg 

Kloster Stuben, Eulenköpfchen, Neef

Blick auf das Kloster Stuben vom Eulenköpfchen.

Der Pittischbersch, wie er auf moselfränkisch heißt, liegt im Inneren der prominenten Bremmer Moselschleife. Wie ein blaues Band legt sich der Fluss um den schmalen Bergrat herum. 

Man kann bequem mit dem Auto über asphaltierte Wege hoch. Man kann aber auch durch die Weinberge zum Aussichtspunkt Eulenköpfchen wandern. Von der Aussichtskanzel schweift der Blick über Bremm und die Ruine der Klosterkirche Stuben. Gegenüber türmt sich der 400 Meter hohe Calmont auf.

Bremm, Mosel, Weinberge

Weinberge bei Bremm

Flussaufwärts reicht die Sicht bei klarem Wetter bis nach Bullay und zum Prinzenkopf im Zeller Hamm. Gut zu erkennen sind Neef und St. Aldegund, genauso wie die Moselbrücke und der Petersbergtunnel.

Und dann ist da noch die historische Weinlage Neefer Frauenberg mit bis zu 100 Jahre alten Reben. 

Neef, Calmont-Region, Mosel

Blick auf Neef

Aussichtspunkt Eulenköpfchen

Der Lieblingsgipfel mit Panoramablick, der knorrige Baum im Wald, das Kapellchen auf dem Hügel – einige Plätze in der Natur sollen eine besondere Energie ausstrahlen. An solchen Orten haben unsere Vorfahren geruht, Steine aufgestellt, Siedlungen gebaut und Kultstätten errichtet.

Am Eulenköpfchen haben die Kelten, die auf dem nahe liegenden Hochkessel ihre Fliehburg hatten, vermutlich ihre Götter verehrt. Funde lassen darauf schließen, dass sich an dieser Stelle ein gallorömisches Bergheiligtum stand.

Petersbergkapelle, Neefer Petersberg, Mosel

Petersbergkapelle auf dem Petersberg

Historie auf dem Neefer Petersberg

Nach der Eroberung des Landes ließ Kaiser Konstantin dort im späten 3. Jahrhundert eine Höhenbefestigung errichten. Gefundene Reste römischer Villen und ein frühchristliches Gräberfeld zeugen von römischem Leben auf dem Neefer Petersberg.

Der Name Eulenköpfchen geht tatsächlich auf die dort leben Eulenarten zurück. Eine Neefer Sage behauptet, dass die Tiere einst aus ihrem Unterschlupf in der nahe gelegenen Petersbergkapelle vertrieben wurden. Sehenswert ist das fast 900 Jahre alte Gotteshaus allemal. Umgeben ist es vom einzigen Höhenfriedhof in der gesamten Mosellandschaft.

Eller, Mosel

Blick auf Eller.

Von hier lohnt sich ein Abstecher zum Gipfelkreuz auf dem sogenannten Kälberkopf. Ein im Wortsinn weiterer Höhepunkt. Denn weil der Bergrat so schmal ist, eröffnet sich vom Gipfel ein 360 Grad-Panorama über den gesamten Berg mit der Petersbergkapelle. Von Neef über Bremm bis nach Ediger-Eller mit dem Kaiser-Wilhelm-Tunnel reicht die Sicht.

Aussichtssüchtige kommen auf dem Petersberg immer auf ihre Kosten – egal, ob sie an die besonderen Kräfte dieser Orte glauben oder nicht.

 

Infos für den Besuch

Wandern: Ein rund 7 Kilometer langer Rundwanderung verbindet das Eulenköpfchen, die Petersbergkapelle und das Gipfelkreuz miteinander. Startpunkt: Brunnenplatz am Moselufer in Neef.

Einkehrtipp: Mitten im Weinberg liegt das Weingut Zecherhof (Auf der Kehr 20, 56858 Neef). Auf der Terrasse der Winzerschänke werden Kuchen oder moseltypische Speisen wie Deppekooche und Weine „Aus der Art” serviert.

Ansehen: Es gibt viele inspirierende Plätze in der Region, die sogenannte Blitzeiche auf dem Neefer Berg Schopp, ist ein toller Platz für diejenigen, die skurrile Orte mögen. Dem etwa 300 Jahre alten Baum ist in der Tat anzusehen, dass er schon mehrmals vom Blitz getroffen wurde.