So viel Mittelalter steckt in der Burg Metternich

Wie eine Krone hat sich Beilstein die Burg Metternich aufgesetzt. Doch die Ruine ist wesentlich weitläufiger als sie vom Tal aus erscheint. Was bietet die mittelalterliche Sehenswürdigkeit? Zum Beispiel Kuchen und einen fünfeckigen Bergfried.

Burg, Beilstein, Aussicht

Aussicht von der Burg Metternich

Die Karmeliterkirche, die Fähre, dicht gedrängtes Dächergewimmel. Immerhin bis Ellenz-Polterdorf und Briedern reicht die Sicht. Der Blick schweift über Weinberge und rappelvolle Ausflugsdampfer, die sich gemütlich über die Mosel schieben. Vom Bergfried der Burg Metternich sieht das winzige Beilstein tatsächlich noch winziger aus.

Etwa 400 Jahren zuvor haben die Herren von Metternich diese Aussicht über die Landschaft genossen. Allerdings sollte die Familie gar nicht lange Freude haben an ihrem stolzen Besitz.

Daher kommt der Name Burg Metternich

Ruine, Burg, Mosel

Auf dem Gelände der Burg Metternich

Zwar sind die Metternichs Namensgeber der Mitte des 13. Jahrhunderts gebauten Burg. Doch der erste bekannte Besitzer war ein Herr Johann von Braunshorn. Darauf folgten seine Enkel Kuno und Gerlach von Winneburg. Aber erst nach dem Einzug der Familie Metternich im Jahr 1637 wurde sie nicht mehr Burg Beilstein genannt.

Das mittelalterliche Beilstein wird oft, ja, das klingt kitschig, das Dornröschen der Mosel. Doch wie ein uralter Kupferstich von Matthäus Merian zeigt, sah die Anlage derzeit auch wirklich aus wie sich ein Kind eine echte Märchenburg vorstellt: Ein immerhin 80 x 50 Meter großer Bau machte sich auf dem Hügel breit. Mit Stallungen, einem 25 Meter hohen Bergfried, Türmchen und Kapelle wie sich das gehört. Bis die Truppen des Sonnenskönigs kamen.

Burg Metternich, Bergfried

Blick auf den Bergfried

Denn die Franzosen waren im Pfälzer Erbfolgekrieg unterwegs, um alle Befestigungen an der Mosel in die Luft zu jagen. Eine Burg nach der anderen wurde zerstört – nur die Burg Eltz hatte Glück. Und am 2. Februar 1689 war es auch mit der Herrlichkeit von Burg Metternich vorbei.

Hotelbesitzer werden Burgherren

Letzter Eigentümer der Linie Metternich war der österreichische Politiker Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich. Klingelt’s? Sein Konterfei kennen viele vom Sektflaschen-Etikett. Seit 1962 gehört das Gemäuer der Familie Sprenger-Herzer, die auch das Hotel Burgfrieden am Fuße der Burg in Beilstein führt.

Lore Hertzer, Burgruine Metternich, Beilstein

Burgbesitzerin Lore Hertzer

Zwar wurde die Burg Metternich niemals wieder aufgebaut, etwa wie die Burg Arras in Alf. Dennoch lohnt sich der Besuch. Denn auf dem weitläufigen Gelände gibt’s Überbleibsel der ehemaligen Wohngebäude, Türmchen und Torbögen zu sehen.

Eine komplette Wand des Pallas blieb stehen. Und mitten aus den Mauerresten erhebt sich der fünfeckige Bergfried, der wie ein Aussichtsturm bestiegen werden.

Pallas, Burgruine Metternich

Die Wand des Pallas.

Vor allem beherbergt das Gemäuer ein Restaurant: Die ritterlich eingerichtete Fürst Metternich Stube. Doch der Clou ist natürlich die großzügige Aussichtsterrasse.

Auf der Speisekarte stehen Kuchen, Eis und deftige kleine Gerichte aus der Burgenküche. Besonders beliebt sind die historischen Burgenfeste, wenn sich die Familie Herzer mit mittelalterlicher Kleidung in die Metternichs verwandelt.

Fürst Metternich Stube, Terrasse, Beilstein

Terrasse der Fürst Metternich Stube

Infos für den Besuch

Adresse: Burg Metternich, 56814 Beilstein

Anfahrt: Die Burg Metternich ist vom Marktplatz aus zu Fuß über einen sehr steilen Pfad zu erreichen. Oder man fährt mit dem Auto Vom Parkplatz sind es noch knapp 10 Minuten zu laufen.

Preise: Der Eintritt kostet 2,50 €.

Öffnungszeiten: Burg und Gaststätte sind von Ostern bis zum 1. November täglich ab 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.