Burg Metternich: Zum Herrschen geeignet

Überall bekannt und doch oft unterschätzt: Die Burg Metternich in Beilstein ist weit mehr als ein Ausflugslokal. Allein die Größe der Ruine imponiert, hinzu kommt die fantastische Aussicht.

Burg, Beilstein, Aussicht

Aussicht von der Burg Metternich

Die Burg Metternich wirbt zwar mit ihrem Restaurant. Doch wer am Kassenhäuschen seinen Obolus entrichtet hat, findet sich zwischen gewaltigen Mauerresten von Wohngebäuden, Türmen, Torbögen und Wehrgängen wieder.

Mittendrin erhebt sich der fünfeckige Bergfried, der wie ein Aussichtsturm bestiegen werden kann. Die Ruine der einst mächtigen Burg ist weitläufiger als oft erwartet. 

Pallas, Burgruine Metternich

Die Wand des Wohngebäudes (Pallas).

Seit dem Mittelalter bietet Beilsteins wohl bekannteste Sehenswürdigkeit ihren Bewohnern und Besuchern eine fantastische Aussicht auf die Landschaft drumherum.

Der Blick schweift über Weinberge und rappelvolle Ausflugsdampfer, die sich gemütlich über die Mosel schieben. Immerhin bis Ellenz-Polterdorf und Briedern reicht die Sicht. Weiter unten erhebt sich die Karmeliterkirche über ein dicht gedrängtes Dächergewimmel.

Daher kommt der Name Burg Metternich

Ruine, Burg, Mosel

Auf dem Gelände der Burg Metternich

Das mittelalterliche Beilstein wird oft das Dornröschen der Mosel genannt. Vielleicht, weil das Dorf die Jahrhunderte unverändert überdauert hat. Doch wie ein uralter Kupferstich von Matthäus Merian zeigt, sah die Burganlage früher tatsächlich so aus wie man sich eine Märchenburg vorstellt.

Damals machte sich ein immerhin 80 x 50 Meter großer Bau auf dem Bergsporn breit. Mit Stallungen, einem 25 Meter hohen Bergfried, Türmchen und Kapelle – wie sich das gehört.

Wann genau sie errichtet wurde, ist unbekannt. Die erste bekannten Besitzer waren 1268 die Herren von Braunshorn. Darauf folgten die Enkel Kuno und Gerlach von Winneburg als Eigentümer der Burg. Weil jeder Zweig dieser Familie seine eigenen Wohngebäude in der Anlage baute, spricht man von einer Ganerbenburg.

Burg Metternich, Bergfried

Blick auf den Bergfried

In den ersten Urkunden wird als Name Burg Beilstein genannt. Doch das änderte sich mit dem Einzug der Familie Metternich im Jahr 1637. Letzter Burgherr der Linie Metternich war Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich. Klingelt’s? Das Konterfei des österreichischen Politikers kennen viele vom Sektflaschen-Etikett.

Allerdings sollte die Familie gar nicht lange Freude haben an ihrem imposanten Besitz. Denn die französischen Truppen kamen, um alle Befestigungen an der Mosel in die Luft zu jagen. Deshalb war es am 2. Februar 1689 auch mit der stolzen Herrlichkeit von Burg Metternich vorbei. Nur die Promi-Burg Eltz hatte wegen guter Beziehungen Glück.

Hotelbesitzer werden Burgherren

Lore Herzer, Burgruine Metternich, Beilstein

Burgbesitzerin Lore Herzer

Nach der Französischen Revolution folgten häufige Besitzerwechsel. Kurzfristig war der Berliner Großkaufmann Jakob Louis Ravené der Eigentümer, der 1886 die Burg Cochem erworben hatte. Pflanzen begannen, die bröckelnden Mauern zu überwuchern.

Zwar wurde die Burg Metternich niemals wieder aufgebaut, etwa wie die Burg Arras in Alf. Doch dann legte Hans Sprenger behutsam die Ruine frei und öffnete die Terrasse für Besucher. Seit 1962 gehört nun das Gemäuer der Familie Sprenger-Herzer, die auch das Hotel Burgfrieden am Fuße der Burg in Beilstein betreibt.

Fürst Metternich Stube, Terrasse, Beilstein

Terrasse der Fürst Metternich Stube

Heute beherbergt das Gemäuer nun als Zugabe die ritterlich eingerichtete Fürst Metternich Stube. Auf der Speisekarte stehen Kuchen, Eis und deftige moselländische Gerichte aus der Burgenküche.

Auch heute noch beherrscht die Ruine Burg Metternich die Gegend – optisch und als gut besuchtes Ausflugsziel. Besonders beliebt sind die historischen Burgenfeste, wenn sich die Familie Herzer mittelalterlich gewandet in die Familie  Metternich verwandelt. 

Infos für den Besuch

Adresse: Burg Metternich, 56814 Beilstein

Anfahrt: Die Burg Metternich ist vom Marktplatz aus zu Fuß über einen kurzen, steilen Pfad zu erreichen. Oder man fährt mit dem Auto: Der Weg ist kurz hinter dem Hotel Burgfrieden (Mühlental 17, 56814 Beilstein) ausgeschildert. Vom Parkplatz sind es noch wenige Minuten zu laufen.

Preise: Der Eintritt kostet 2,50 €.

Öffnungszeiten: Burg und Gaststätte sind von Ostern bis zum 1. November täglich ab 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.