Hier gibt’s diese Aussicht, von der alle sprechen

Ein Panorama wie auf der Fototapete. Abgrundtief schön. Wer den Fluss und die Weinberge von oben sehen will, muss natürlich hinauf steigen. Diese Aussichtspunkte sind die Latscherei wert. Aber wer will, kann auch gemütlich mit dem Auto vorfahren.  

Aussichtspunkte an der A61

Die Autobahnbrücke bei Winningen. Foto: Medienbüro Terrassenmosel/Regiopress Klaus Lammai

Die Autobahnbrücke bei Winningen. Foto: Medienbüro Terrassenmosel/Regiopress Klaus Lammai

Um einen ersten Eindruck vom Moseltal zu bekommen, kann man gut an seinem Ende anfangen. Hier, wo die Mosel kurz davor ist an der deutschesten aller Ecken in den Rhein zu münden, ist die Landschaft besonders imposant. 

Terrassenmosel heißt die Region, in der auf übereinander getürmten Parzellen Spitzen-Weine gedeihen. Im Schatten von Deutschlands einst höchster Autobahnbrücke ist der berühmte Winninger Uhlen zu Hause.

Aussichtspunkte bei Winningen.

Weinberge bei Winningen.

Wer über das 136 Meter hohe Bauwerk fährt, der könnte einen prima Ausblick genießen, wäre er nicht auf einer Autobahn unterwegs. Statt im Schneckentempo den Verkehr zu stauen, empfiehlt es sich, auf dem Rastplatz „Aussichtspunkt Moseltal” West (Richtung Hunsrück) zu pausieren.

Wer in Fahrtrichtung Eifel unterwegs ist, hält am Rastplatz Mosel Ost und geht zu Fuß auf die andere Seite: Die beiden Rastplätze sind über einen Pfad, der unmittelbar unter dem Brückenkörper entlangführt, miteinander verbunden.

Mehr Infos zur Moseltalbrücke und anderen sehenswerten Brücken an der Mosel stehen hier (klick)

 

Spektakulärer Tiefblick vom Calmont

Spektakuläre Aussicht vom Calmont.

Aussicht auf die Moselschleife vom Calmont.

Die Mosel windet sich in einer spektakulären Schleife, ein Kahn schiebt seine Fracht vorsichtig durch die Haarnadelkurve. Die Klosterruine Stuben erscheint von hier aus winzig klein.

Hier stört kein Gitter, keine Absperrung die Sicht. Der Gipfel des steilsten Weinbergs Europas gilt als einer der berühmtesten Aussichtspunkte Tal.

Bei schönem Wetter belagern große und kleine Menschen die Bänke auf dem Calmont oder lungern auf der Wiese herum. Einige wandern über den Höhenweg ab Ediger-Eller hinauf, andere kraxeln durch den Calmont Klettersteig. Doch die meisten fahren gemütlich mit dem Auto vor.

Anfahrt: Hinter Bremm über die L 106, Richtung Beuren, den Berg hinauf. Oben angekommen nach rechts in den Wirtschaftsweg Richtung „Römische Tempelanlage“ einbiegen. 

 

360-Grad-Aussicht vom Prinzenkopf

Prinzenkopf, Pünderich, Aussichtspunkte

Blick vom Prinzenkopfturm

Auf dem Prinzenkopf ist die Mosel in allen Himmelsrichtungen präsent. Wegen dieser schönen Sicht wurde vermutlich auch schon 1880 der erste Aussichtsturm errichtet. Doch er und ebenso beide Nachfolger an selber Stelle machten schlapp. 

Doch seit 2009 steht dort eine robuste 23 Meter hohe Stahlkonstruktion. Ein Turm deluxe mit Dach, Münzfernglas und Gästebuch, in dem man schnüffeln kann, wer schon früher dagewesen ist.

Dass dieses Prachtexemplar gebaut werden konnte, ist dem Einsatz der Menschen der turmanliegenden Gemeinden zu verdanken. Der Pündericher Peter Friesenhahn organisierte damals sogar einen Benefizabend mit Beiträgen rund um den Turm und 130 Treppenstufen wurden symbolisch verkauft. 

Prinzenkopfturm, Pünderich, Aussichtspunkte

Der Prinzenkopfturm

Gratis kann man nun von der Plattform ein 360-Grad-Panorama genießen: Über die knapp 14 Kilometer lange Moselschleife Zeller Hamm. Von Pünderich über Reil bis hin zum Calmont. Über den Kondelwald, die Eifel, über Alf mit der Burg Arras

Und bei starkem Wind bietet der Turm ein einzigartiges Spektakel: Er singt! Wer sich selber davon überzeugen will, findet hier das Video mit den Klängen. 

So kommt man hin: Etwa 300 Meter nach der Doppelstockbrücke in Bullay (Richtung Trier) rechts zur Marienburg abbiegen, auf einem der Parkplätze parken und den Berg hochlaufen.

                                                                                                      

Jetzt im Handel!
Meine Geschichten vom Fluss auf über 110 Seiten.

Mosel - Das Magazin für Entdecker, Cover

mosel. Das Magazin für Entdecker
242 Flusskilometer mal anders erzählt

ISBN 978-3-943123-32-6
8,90 €
Gaasterland Verlag

                                                                                                  

Eisenbahnarchitektur vom Reiler Hals

Vom Reiler Hals hat man eine prächtige Aussicht über Reil und Pünderich. Vor allem aber einen schönen Blick auf ein beeindruckendes Zeugnis historischer Eisenbahnarchitektur.

Eingezwängt zwischen Felsen und Fluss rattert der Zug über 92 Gewölbebögen bis er nach gut 780 Metern im Prinzenkopftunnel verschwindet. Das Bauwerk ist Deutschlands längstes Hangviadukt, ein Teil der Kanonenbahnstrecke (mehr dazu hier).

Mosel, Brücken, Kanonenbahn

Blick auf die Kanonenbahn vom Reiler Hals

Nein, es wird hier natürlich nicht geschossen. Ab 1872 baute man eine Schienenstraße von der Hauptstadt Berlin nach Metz, das damals zu Deutschland gehörte. Eigentlich aus rein militärstrategischen Gründen. Doch praktischerweise ließen sich mit der Bahn auch Fässer transportieren, was dem Weinhandel Aufwind gab.

Viele behaupten, der Abschnitt bei  Pünderich sei sogar die schönste Eisenbahnstrecke im Land.

Anfahrt: Ab Reil über die Bergstraße ( L 105 in Richtung B 49). Der Parkplatz liegt rund um die Dreifaltigkeitskapelle.

 

Winzerdorf mit Aussicht: Starkenburg

Aussicht über Traben-Trarbach vom Winzerdorf Starkenburg aus.

Aussicht über Traben-Trarbach


Eigentlich liegen Winzerorte am Fluss. Anders Starkenburg. Gut 250 Meter über der Mosel klettern die Weinbauern den Berg hinunter statt hinauf – was letztendlich aber auf die gleiche Plackerei hinaus läuft.

Im Mittelalter war Starkenburg der Stammsitz der Grafen von Sponheim, heute sind von der einstigen Festung gerade noch ein paar Grundmauern erhalten.

Dennoch lohnt sich eine Tour in den abgelegenen Ort zwischen Enkirch und Traben-Trarbach immer noch wegen der Aussichtspunkte.

So kommt man hin: Entweder zu Fuß ab Traben-Trarbach über die Grevenburg durch den Wald (ca. eine Stunde) oder mit dem Auto in Richtung Burgruine Grevensburg, dann weiter den Berg hoch bis nach Starkenburg (10 Minuten).

 

Weitsicht über Kröv

Aussichtspunkte über der Mosel bei Kröv

Blick auf Wolf

Von Kröv aus schlängelt sich die Bergstraße über Serpentinen in Richtung Mont Royal. An der kleinen Bergkapelle am Wegesrand stoppt so gut wie jeder Tourist, denn von hier aus sieht man die sich windende Mosel. Ein Panorama so schön, dass es sogar schon eine Sonderbriefmarke zierte.

Der Blick schweift über die Kröver Moselschleife bis Traben-Trarbach, am gegenüber liegenden Ufer liegt der Ort Wolf mit seiner Klosterruine.

Einer der Aussichtspunkte ist sogar möbliert: Ein paar Schritte oberhalb der Kapelle steht eine Liege von der aus man bequem stundenlang auf die Landschaft und die Lage Kröver Nacktarsch gucken kann. 

Aussicht auf die Mosel bei Nebel

Die Kröver Schleife im Nebel

Um die Namensgebung der Großweinlage ranken sich verschiedene Legenden. Eine leitet sich von Tatsache ab, dass der Hang im Winter ohne Laub nackt wirkt. Die andere lässt man sich am bestem im Ort erzählen.

Doch auch wenn es verschiedene Geschichten gibt: Dieser merkwürdige Name ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus bestens bekannt.

Anfahrt: Ab 54536 Kröv über die Bergstraße bis zur Kapelle. 

 

Blick auf die Felsenlandschaft in Ürzig

Aussicht in Ürzig

Aussicht auf die Felsenlandschaft

Motorboote pflügen durch die Mosel,  Ausflugsdampfer schippern gemütlich daher. Gute 200 Meter über der Mosel blickt man fast senkrecht hinunter auf die Uferstraße.

Zu Füßen liegt der Winzerort Ürzig. Viel Fachwerk, verwinkelte Gässchen, alte Patrizierhäuser. Hier sitzt Geschichte in jeder Mauerritze. Und an den Steillagen gedeihen besonders feine Tropfen.

Wer hier im Wingert steht, hat einen grandiosen Blick auf berühmte Riesling-Lagen der Mittelmosel: Erdener Prälat, Erdener Treppchen und Ürziger Würzgarten. Und mittendrin die einzigartige Felsenlandschaft mit der Sonnenuhr. 

Ürziger Würzgarten

Ürziger Würzgarten

Läuft man den asphaltierten Weg weiter, gelangt man in den Kletterweg im Erdener Treppchen. 

Anfahrt: Vom Rathausplatz in Ürzig über die Würzgartenstraße. Rechts am kleinen Friedhof vorbei führt ein asphaltierter Wirtschaftsweg steil nach oben in den Weinberg.

 

Aussichtspunkte bei Bernkastel

Weinberge zwischen Zeltingen und Bernkastel

Weinberge zwischen Zeltingen und Bernkastel

Alle Wege führen nach Rom – man muss nur lange genug laufen. Diese Pfade führen alle in gut zwei Stunden vom Weinort Zeltingen über Wehlen und Graach nach Bernkastel-Kues.

So kommt man hin: An der Uferstraße Richtung Bernkastel links nach Graach einbiegen und den Schildern „Graacher Schäferei“ folgen. 

 

Fünf-Seen-Blick im Detzemer Wald

Der Fünf-Seen-Blick bei Detzem.

Der Fünf-Seen-Blick bei Detzem.

Wer erkennt die fünf Seen? Etwa 25 Kilometer von Trier, hoch oben im Wald zwischen den Orten Detzem und Mehring, steht der 23 Meter hohe Holzturm namens Fünf-Seen-Blick. 

Wer die 105 Stufen bis zur oberen Plattform bewältigt, wird belohnt mit einem grandiosen Blick über das Moseltal von Schweich bis Klüsserath bis in die Eifel.

Mit (sehr viel) Fantasie sehen die wilden Windungen der Mosel von hier aus wie fünf Seen, immer unterbrochen von Weinbergen und Wäldern.

So kommt man hin: Ab Detzem und Mehring weisen Schilder den Weg. Die Straße führt bis zum Parkplatz, etwa 200 Meter vom Turm entfernt.

Wer sich zu Fuß auf den Weg macht, wandert zum Beispiel ab Mehring entlang der Mühlenstraße Richtung Bachtal. Von da an geht’s weiter auf dem Wanderweg Le 6.

 

Geadelt: Schleife bei Trittenheim

Moselschleife bei Trittenheim

Einer der bekanntesten Aussichtspunkte: Moselschleife bei Trittenheim

Auf einer Landzunge macht sich ein kleines Häusermeer breit, umgeben von Weinlagen names Altärchen oder Trittenheimer Apotheke. In der Welt der Aussichtspunkte ist sie ein Höhepunkt: die Moselschleife bei Trittenheim und Leiwen.

Der Ausblick von der Zummethöhe wurde schon hunderttausendfach fotografiert und als Postkarte verschickt. 

Von hier aus sieht man auf eine der ersten Brücken an der Mittelmosel aus 1909. Aber auch das einzig erhaltene Fährturmpärchen steht sich immer noch gegenüber: Die sogenannte Pontenfähre verkehrte zwischen 1829 und 1908 und wurde an einem Hochseil über den Fluss geführt. Die Türme, in denen der Fährmann wohnte, dienten als Verankerung des Stahlseils.

So kommt man hin: Ab Trittenheim der Beschilderung ‚Zummethöhe’ folgen. Fürs Navi: 54340 Leiwen, Panoramaweg

 

Aussichtspunkte über Trier

Trier, Aussichtspunkte

Aussicht von der Mariensäule über Trier

Wer Trier von oben sehen will, ist an der 40 Meter hohe Mariensäule bestens aufgehoben. Die Katholiken errichteten sie im 19. Jahrhundert aus Protest als aus der Konstantin-Basilika eine evangelische Kirche wurde.

Von dem Plateau, auf dem das Denkmal steht, ist alles sehr schön zu sehen: Die Porta Nigra, den Dom und natürlich die Mosel. Im Hintergrund stehen als Zeugen der Römerzeit die Kaiserthermen und das Amphitheater. Wer mehr über Triers Sehenswürdigkeiten wissen möchte, der klickt hier.

So kommt man hin: Anfahrt über die Markusstraße bis kurz unterhalb der Mariensäule. Von dort sind es nur knapp fünf Minuten Fußweg bis zur Plattform. 

 

Schon gesehen? 

Mosel 2.0 gibt es auch als Magazin!
Über 110 Seiten voller Geschichten, Tipps und Fotos vom Fluss.

Mosel - Das Magazin für Entdecker, Cover

mosel. Das Magazin für Entdecker
242 Flusskilometer mal anders erzählt

ISBN 978-3-943123-32-6
8,90 €, Eifel Verlag
Überall erhältlich, wo es Bücher gibt.

Mehr Infos hier.

 

Euch gefällt dieser Beitrag? Dann teilt ihn bitte – und folgt mir auf meiner Facebookseite!

 

Auch hier gibt es Spektakuläres zu sehen: