Kletterweg Erdener Treppchen: Wandern, wo der Pfeffer wächst

Klettersteige stehen an der Mosel hoch im Kurs. Doch der Kletterweg durchs Erdener Treppchen gilt immer noch als Geheimtipp. Dabei kann man dem Riesling nur selten so schön beim Wachsen zusehen.

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Aussicht vom Kletterweg bis Ürzig

Vögel segeln entspannt um die Felsen herum, in der Ferne sieht man die Häuser von Ürzig. Tief unten glitzert die Mosel still vor sich. Das alles kann man ganz in Ruhe betrachten – denn im Weinberg herrscht Stau. 

So viel Betrieb ist in diesen Hängen ungewöhnlich, denn wie schön dieser Wanderweg in Erden ist, hat sich noch immer nicht herumgesprochen. Jetzt allerdings blockieren ein paar wartende Leute den Weg. 

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Unterwegs auf dem Kletterweg

Denn vor ihnen müht sich eine ganze Familie – Eltern, Großeltern und zwei Kinder – im Schneckentempo an einer steilen Leiter am Felsen ab. 

Ab in den Kletterweg

Das unspektakuläre Wandern zu dem Opa die Enkel noch mit Geld bestechen musste war gestern: Plötzlich sind die Weinberge auch für Kinder attraktiv. Denn inzwischen kraxelt man an Drahtseilen entlang und über Leitern durch die Hänge.

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Blick auf Erden

Ob nun der Collis-Steilpfad in Zell oder der beliebte Klettersteig durch den Calmont zwischen Bremm und Ediger-EllerIn einigen Weinbergen zwischen Koblenz und Trier wurden Eisenleitern und Trittstifte in Felswände getrieben. 

Klettersteige stehen an der Mosel hoch im Kurs. Und auch gegenüber von Erden, 11 Kilometer entfernt von Bernkastel, kann man die Steillage inzwischen besonders schön bezwingen.

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Eine Treppe im Erdener Treppchen.

Der hiesige Kletterweg führt durch das berühmte Erdener Treppchen und die Parzelle mit dem wohlklingenden Namen Prälat. Zwei der besten Weinlagen an der Mittelmosel, gelegen zwischen Ürzig und Kinheim. Immerhin schon vor 2000 Jahren kultivierten die Römer hier ihre Reben.

Ein bisschen versteckt, gleich links neben der restaurierten römischen Kelteranlage am Moselufer, liegt der Einstieg in den berühmten Hang. 

Der Rundwanderweg ist, je nach gewählter Tour, gerade mal zwischen 2,9 Kilometer und 4,3 Kilometer lang. Aber die haben es durchaus in sich, denn der Weg durchs Weinparadies ist steil. 

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Leiter statt Treppe im Erdener Treppchen

Gut 140 Höhenmeter dürfen in einem ständigen Auf und Ab überwunden werden. Und fast immer geht es dabei durch die Sonne. Kein Wunder, dass sich hier so viele Mauereidechsen tummeln.

Das Erdener Treppchen gibt es wirklich

Leitern aus Metall überbrücken Weinbergsmauern und kleine Felsen. Mal führt der Weg durch die Rebzeilen, dann wieder dicht am Fels entlang. 

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Der Wanderweg führt durch lange Rebzeilen

Verlaufen kann man sich auf diesem Kletterweg nicht, denn Hunderte von Stufen geben die Route vor durch das begehrte Fleckchen Land. Mal sind sie aus Beton, mal aus Metall, mal in den Rotschiefer gehauen. 

Doch Vorsicht: Auf den Passagen mit rutschigem Schiefergeröll kann man der berühmten Lage schnell näher kommen als man eigentlich wollte.

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Felswand im Erdener Treppchen

Die drei Touren durch den Kletterweg entsprechen unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und sind deshalb entweder mit einem grünen, einem gelben oder roten Punkt markiert. Wer die (kurze) grüne Strecke wählt, hat den Kletterweg schon nach etwa 40 Minuten passiert.

Drei Kletterwege zur Auswahl

Wer sich jedoch für die rote (anstrengendere) Version entscheidet, läuft über eine Stunde aufwärts über einen Serpentinenpfad hinein in einen verwunschenen Wald. Dort oben auf dem Burgberg haben einst die Kelten eine Wallanlage errichtetet. 

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Buntes Spektakel am Felsen

Unterwegs bietet die Natur ein kunterbuntes Spektakel. Schon im Frühjahr leuchtet im Weinberg der Goldlack, der ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet ist. Der Duft von Wermut liegt in der Luft. 

Das Berg-Steinkraut, das entlang der Mosel nur an diesem Steilhang wächst, winkt fröhlich mit seinen zitronengelben Blüten. Mauerpfeffer quillt aus dem blanken Fels. 

Lebendiger Moselweinberg

Zarte Bläulinge flattern herum. Auch der Uhu, die größte Eulenart der Welt, hat im Erdener Treppchen sein Revier. Wer Glück hat, entdeckt sogar eine linksgewundene Weinbergschnecke. Bei den meisten der Tiere dreht sich das Gehäuse nämlich andersherum. 

Bank im Erdener Treppchen

Spektakel-Plätzchen im Treppchen

Unterwegs auf dem Kletterweg stehen an lauschigen Plätzen Bänke, wo man ganz in Ruhe auf das Erscheinen der Schnecke warten kann. Natürlich immer mit grandioser Aussicht über die Mosel.

Bis zum Auftritt des Tieres kann es eine Weile dauern. Wie wäre es währenddessen mit einem Glas Riesling aus dem Erdener Treppchen oder gar dem Prälat? Und dann beim Trinken den Reben beim Wachsen zusehen.

 

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