Maare in der Eifel: Schwimmen im Vulkan

Die glitzernden Maare sind das Markenzeichen der Eifel. Nirgendwo sonst in Deutschland kann man in einem Vulkansee schwimmen. 

 

Maare, Eifel, Holzmaar

Das Holzmaar zwischen Eckfeld und Gillenfeld.

Oh, wie zauberhaft ist dieser Ort. Libellen fliegen herum, Wolken spiegeln sich im Wasser, ein Boot treibt im Schilf. Hier kommen alle Zutaten zusammen für das perfekte Postkarten-Idyll. So ruhig und friedlich wirkt dieser See.

Dabei brodelte und tobte die Erde hier einst ununterbrochen. Und bis heute lodert das Feuer immer noch auf kleiner Flamme im Untergrund.

Das ist das Holzmaar, ein wundervolles Kleinod in der Nähe von Gillenfeld. Geboren unter Donnergetöse vor gut 20.000 Jahren. Denn damals wüteten die Feuerberge zwischen Mosel, Ahr und Rhein, sie rauchten, rumpelten, spuckten und glühten.

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Schwimmen verboten, Angeln erlaubt: Das Holzmaar.

Wer heute mit dem Auto durch die Eifel fährt, entdeckt Zeugen des Infernos zuhauf, denn mehr als 300 Krater und Schlackenkegel prägen die hügelige Landschaft.

Eine besonders imposante Hinterlassenschaft dieser explosiven Zeit sind die Maare. Wild-romantische Naturschönheiten, die uns lehren, dass nicht alle Vulkane wie Berge aussehen.

Einzigartige Maare in der Eifel

Aus der Vogelperspektive sieht die Gegend um Manderscheid und Daun aus wie eine Seenplatte. Natürlich sind die Maare längst die Markenzeichen der Region. 

Immerhin 75 wurde bislang in der Eifel gezählt. Allerdings sind die meisten davon verlandet, nur zehn sind noch mit Wasser gefüllt. Weil sie so tiefblau glitzern, beschrieb sie die Schriftstellerin Clara Viebig (1860 – 1952) als die „Augen der Eifel”.  

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Das Pulvermaar. Foto: Helmut Gassen/Eifel Tourismus GmbH

Und keines der Maare ist so perfekt wie das Pulvermaar. Fast kreisrund, mit einem komplett geschlossenen Kraterwall, gehört es mit 74 Metern sogar zu den der tiefsten Seen in Deutschland.  

Hier in Gillenfeld gibt es einen Campingplatz nebst Tretbootverleih, auch ein Naturschwimmbad wurde eingerichtet. Denn das Pulvermaar ist eines der wenigen Maare, in denen Schwimmen erlaubt ist.

Schwimmen im Maar

Zwar ist die Wassertemperatur der Maare durchaus gewöhnungsbedürftig. Dennoch schwärmen alle von der Sanftheit des weichen Wassers.

Ein weiterer Superlativ ist das Meerfelder Maar. Mit einem Durchmesser von etwa 1,5 Kilometer der größte Maarkessel, den die Eifel zu bieten hat. Außerdem liegt der Ort Meerfeld direkt in der Kraterebene. Wer kommt nur auf die Idee, ein Dorf in einen Vulkan zu bauen?

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Das Meerfelder Maar.

Doch auch hier: nichts als Idylle. Von einem kleinen Steg klettern die Leute ins Wasser und kraulen los. Oder sie treiben mit Luftmatratzen im erloschenen Vulkan. 

Wer heute am Ufer sitzt, kann sich schwer vorstellen, welche Dramen sich hier einst abgespielt haben. Die Hölle tat sich damals auf! Glühendes Magma und Wasser trafen aufeinander, explodierten, und krempelte mit einem gewaltigen Knall das Erdinnere um.

Entstehung der Maare

Aschewolken verdunkelten den Himmel, Lavabrocken und Sand wurden noch oben heraus gespuckt und bildeten einen Wall um den Krater. Der füllte sich über die Jahre mit Wasser. Auf diese Weise entstanden die Seen. Wer mehr über die Entstehung der Maare wissen will, lässt es sich im Maar-Museum in Manderscheid erklären.

Trotzt höllischer Vergangenheit strahlen die Maare heute etwas Beruhigendes aus, das sich kaum in Worten beschreiben lässt. Eigentlich sitzt man viel zu selten am Maar. Denn die romantischen Gewässer haben etwas Mystisches. Jedes auf seine eigene Weise.

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Das Naturfreibad im Schalkenmehrener Maar

Hoch in der Gunst bei Touristen steht das Schalkenmehrener Maar. Denn gibt einen Kiosk, eine Liegewiese, ebenso einen Bootsverleih. Am Steeg trainieren Kinder mit größtem Vergnügen, wie Pakete verschnürt ins Wasser zu springen: Die Arschbombe ist ein Lebensgefühl. 

Drei Dauner Maare

Hier, ganz in der Nähe von Daun, boomt der Fremdenverkehr wie sonst kaum irgendwo in der Eifel. Denn vor Urzeiten wurden unmittelbar nacheinander gleich drei riesige Löcher in die Erdoberfläche gesprengt. 

Deshalb liegt gleich neben dem Schalkenmehrener Maar das kleine Weinfelder Maar, dessen dunkelblaues Wasser zu leuchten scheint. Zwar ist Schwimmen nicht erlaubt. Dafür gibt es Ruhe und Frieden. Ein fast melancholischer Ort, um den sich zahlreiche Geheimnisse und Geschichten ranken.

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Das Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt.

Wahr ist: Früher gab es hier ein ganzes Dorf, doch wegen der Pest flohen die Weinfelder nach Schalkenmehren. Zurückgeblieben ist nur die Martins-Kapelle, inmitten des Friedhofs. Vermutlich trägt dieses Maar deshalb im Volksmund den Namen Totenmaar.

Das dritte der Dauner Maare ist nur wenige Gehminuten  entfernt. Vom Parkplatz zwischen dem Weinfelder und dem Schalkenmehrener Maar führt ein Weg auf den 561 Meter hohen Mäuseberg.

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Der Donketurm auf dem Mäuseberg.

Wie aus einem Märchenbuch entsprungen steht dort seit 1902 der Dronketurm, erbaut zu Ehren des Gründungsvaters des Eifelvereins, Adolf Dronke.

Wer über die Wendeltreppe auf die Plattform klettert, dem eröffnet sich ein Panoramablick über die Vulkanlandschaft wie gemalt. 

Blick aufs Gemündener Maar

Dem Turm zu Füßen liegt 150 Meter tiefer das Gemündener Maar, eingebettet in Hügel, Wiesen und ganz viel Wald. Auch hier schwimmen Menschen entspannt durchs Wasser oder kurven mit Boote herum. Eine Augenweide. Doch vielleicht nur für den Moment?

Zwar liegt der letzte große Ausbruch nun schon 11.000 Jahre zurück. Dabei entstand das Ulmener Maar, Deutschlands jüngster Vulkan. Erdgeschichtlich gesehen ist diese Zeitspanne jedoch nur ein Wimpernschlag.

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Das Gemündener Maar

Lange dachte man, die Vulkane seien erloschen, doch neuere Forschungen sehen das anders. Der bekannte Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke zum Beispiel geht davon aus, dass die Vulkane nur schlafen. 

Denn unter den Füßen der Eifel-Bewohner tut sich immer noch etwas, ständig. Tatsächlich messen Forscher regelmäßig magmatische Gase, die Grüße aus der Tiefe senden. Deshalb sprudeln in der Region auch Hunderte von Quellen mit natürlicher Kohlensäure. 

Aber keine Panik, denn Vulkanausbrüche kündigen sich im Gegensatz zu Erdbeben immerhin längerfristig an. Und bis dahin können durchaus noch Zehntausende von Jahren vergehen.

 

Info: Maare mit Natur-Freibad

Pulvermaar, Feriendorf, 54558 Gillenfeld

Meerfelder Maar, Meerbachstraße 9, 54531 Meerfeld

Gemündener Maar, 54550 Daun

Schalkenmehrener Maar, Pitt-Kreuzberg-Weg, 54552 Schalkenmehren

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