Maare in der Eifel: Schwimmen im Vulkan

Die glitzernden Maare sind das Markenzeichen der Eifel. Nirgendwo sonst in Deutschland kann man in einem Vulkansee schwimmen. 

 

Das Holzmaar zwischen Eckfeld und Gillenfeld.

Kleinod unter Naturschutz: Das Holzmaar.

Oh, wie zauberhaft ist dieser Ort. Libellen fliegen herum, Wolken spiegeln sich im Wasser, ein Boot treibt im Schilf. Hier kommen alle Zutaten zusammen für das perfekte Postkarten-Idyll. Ruhig und friedlich wirkt dieser kleine See.

Dabei brodelte und tobte die Erde hier einst ununterbrochen, und bis heute lodert das Feuer auf kleiner Flamme im Untergrund.

Das ist das Holzmaar. Ein wundervolles Kleinod in der Nähe von Gillenfeld, geboren unter Donnergetöse vor gut 20 000 Jahren. Damals wüteten die Feuerberge zwischen Mosel, Ahr und Rhein. Sie rauchten, rumpelten, spuckten und glühten.

Ein Boot treibt im Holzmaar.

Schwimmen verboten, Angeln erlaubt: Das Holzmaar.

Wer heute mit dem Auto durch die Eifel fährt, entdeckt Zeugen des Infernos zuhauf: Mehr als 300 Krater und Schlackenkegel prägen die hügelige Landschaft.

Eine besonders imposante Hinterlassenschaft dieser explosiven Zeit sind die Maare: Wild-romantische Naturschönheiten, tiefblau. Man nennt sie auch die Augen der Eifel. Sie lehren uns, dass nicht alle Vulkane wie Berge aussehen.

Einzigartige Maare

Von oben sieht die Gegend um Manderscheid und Daun aus wie eine Seenplatte. Die Maare sind die Markenzeichen der Region.

Bislang wurden immerhin 75 in der Eifel gezählt. Allerdings sind die meisten davon längst verlandet, nur zehn sind noch mit Wasser gefüllt. 

Und keines ist so perfekt wie das Pulvermaar. Fast kreisrund, mit komplett geschlossenen Kraterwall, und mit 74 Metern sogar einer der tiefsten Seen in ganz Deutschland. 

Das perfekteste aller Maare! Das Pulvermaar.

Das Pulvermaar. Foto: Helmut Gassen/Eifel Tourismus GmbH

Hier gibt es einen Campingplatz nebst Tretbootverleih und ein Naturschwimmbad. Das Pulvermaar ist eines der wenigen Maare, in denen Schwimmen erlaubt ist.

Ein weiterer Superlativ ist das Meerfelder Maar. Mit einem Durchmesser von etwa 1,5 Kilometer der größte Maarkessel, den die Eifel zu bieten hat. Außerdem liegt Meerfeld direkt in der Kraterebene. Wer kommt nur auf die Idee, ein Dorf in einen Vulkan zu bauen?

Doch auch hier: nichts als Idylle. Von einem kleinen Steg klettern die Leute ins Wasser und kraulen los. Oder sie treiben mit Luftmatratzen im erloschenen Vulkan.

Das Meerfelder Maar.

Das Meerfelder Maar.

Wer am Ufer sitzt, kann sich schwer vorstellen, welche Dramen sich hier einst abgespielt haben. Die Hölle tat sich damals auf.

Glühendes Magma und Wasser trafen aufeinander, explodierten, und krempelte mit einem gewaltigen Knall das Erdinnere um.

Aschewolken verdunkelten den Himmel, Lavabrocken und Sand wurden noch oben heraus gespuckt und bildeten einen Wall um den Krater. Der füllte sich über die Jahre mit Wasser. Auf diese Weise entstanden die Seen.

Wer mehr darüber wissen will, lässt es sich im Maar-Museum in Manderscheid erklären.

Touristenmagnet der Eifel

Heute strahlen die Maare etwas Beruhigendes aus, das sich kaum in Worten beschreiben lässt. Hier kann man runterkommen. Durchatmen. Und abschalten in geschützter Natur. 

Eigentlich sitzt man viel zu selten am Maar. Die romantischen Gewässer haben etwas Mystisches – jedes auf seine eigene Art.

Das Naturfreibad im Schalkenmehrener Maar.

Das Schalkenmehrener Maar

Hoch in der Gunst bei Touristen steht das Schalkenmehrener Maar. Es gibt es einen Kiosk, ebenso Sonnenschirme- und Bootsverleih. Am Steeg trainieren Kinder mit größtem Vergnügen, möglichst laut platschend ins Wasser zu springen: Die Arschbombe ist ein Lebensgefühl. 

Die Wassertemperatur ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Dennoch schwärmen alle von der Sanftheit des weichen Wassers.

Hier, ganz in der Nähe von Daun, boomt der Fremdenverkehr wie sonst kaum irgendwo in der Eifel. Denn vor Urzeiten wurden unmittelbar nacheinander gleich drei riesige Löcher in die Erdoberfläche gesprengt.

Das Weinfelder Maar glänzt tiefblau.

Das Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt.

Deshalb liegt gleich nebenan das Weinfelder Maar. Das dunkelblaue Wasser scheint zu leuchten, Schwimmen ist hier aber nicht erlaubt. Nichts als Ruhe und Frieden. Ein fast melancholischer Ort, um den sich zahlreiche Geschichten ranken.

Wahr ist: Früher gab es hier ein ganzes Dorf, doch wegen der Pest flohen die Weinfelder nach Schalkenmehren. Geblieben ist nur die kleine Martins-Kapelle, inmitten des Friedhofs.

Vermutlich trägt dieses Maar deshalb seitdem im Volksmund den Namen Totenmaar.

Rapunzel-Turm mit Blick aufs Maar

Das dritte der Dauner Maare ist nicht weit entfernt. Vom Parkplatz zwischen dem Weinfelder und dem Schalkenmehrener Maar führt ein Weg auf den 561 Meter hohen Mäuseberg.

Der Donketurm, Gemündener Maar

Der Donketurm auf dem Mäuseberg.

Wie aus einem Märchenbuch entsprungen steht dort seit 1902 der Dronketurm, erbaut zu Ehren des Gründungsvaters des Eifelvereins, Adolf Dronke.

Wer über die Wendeltreppe hinauf auf die Plattform klettert, dem eröffnet sich ein Panoramablick über die Vulkanlandschaft rund um Daun wie gemalt. 

Zu Füßen liegt 150 Meter tiefer das Gemündener Maar. Auch hier paddeln Menschen durchs Wasser und Boote kurven herum. Rundherum Hügel, Wiesen und ganz viel Wald. 

Blick auf das Gemündener Maar

Das Gemündener Maar

Eine Augenweide. Doch vielleicht nur für den Moment? Die Vulkane hatten die Gegend so lange fest im Griff: Vor rund 45 Millionen Jahren spuckten in der Eifel feuerspeiende Schlote zum ersten Mal Gestein. Zuletzt entstand das Ulmener Maar, Deutschlands jüngster Vulkan. Gut 11 000 Jahre ist das nun her. Seitdem ist Ruhe.

Doch unter den Füßen der Eifel-Bewohner tut sich immer noch etwas. Ständig. Forscher messen regelmäßig magmatische Gase, die Grüße aus der Tiefe senden. Deshalb sprudeln in der Region auch Hunderte von Quellen mit natürlicher Kohlensäure.

Doch keine Panik: Vulkanausbrüche kündigen sich im Gegensatz zu Erdbeben immerhin längerfristig an. Und bevor die Feuerberge wieder spucken, können durchaus noch Zehntausende von Jahren vergehen.

 

Info: Maare mit Natur-Freibad

Pulvermaar, Feriendorf, 54558 Gillenfeld

Meerfelder Maar, Meerbachstraße 9, 54531 Meerfeld

Gemündener Maar, 54550 Daun

Schalkenmehrener Maar, Pitt-Kreuzberg-Weg, 54552 Schalkenmehren

Noch mehr Tipps, wo Sie an der Mosel schwimmen können gefällig? Dann klicken Sie hier

 

Schon gesehen? 

Mosel 2.0 gibt es auch als Magazin!
Über 110 Seiten voller Geschichten, Tipps und Fotos vom Fluss.

Mosel - Das Magazin für Entdecker, Cover

 

 

 

 

 

 

 

 


mosel. Das Magazin für Entdecker

242 Flusskilometer mal anders erzählt

ISBN 978-3-943123-32-6
8,90 €, Gaasterland Verlag
Überall erhältlich, wo es Bücher gibt.

Mehr Infos hier.

 

Euch gefällt dieser Beitrag? Dann teilt ihn bitte – und folgt mir auf meiner Facebookseite!