Grevenburg Traben-Trarbach: Schöne Burgschenke mit Superausblick

Vor fast 300 Jahren flog die Grevenburg in die Luft. Doch eine Fassade ließen die Angreifer netterweise stehen. Die Ruine ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Viele schwärmen von der Burgschenke, die mit kleiner Speisekarte und großer Aussicht überzeugt.

Blick auf die Burgschänke.

Blick auf die Burgschänke.

Kinder klettern über Felsen, Kellnerinnen balancieren eilig volle Tabletts aus der Schänke. Die besten Plätze im Burggarten sind längst besetzt, denn die Sonne hat die Leute hoch auf den Berg über Traben-Trarbach getrieben.

Kein Wunder. Denn wo sonst werden schon Kaffee und Kuchen, leckerer Burgengulasch vor einem solchen Panorama serviert? Von hier oben kann man inmitten historischer Mauern das Städtchen nebst Kautenbachtal und die Flusskurve überblicken.

Aussicht über die Mosel von der Grevenburg in Traben-Trarbach

Aussicht über die Mosel von der Grevenburg-Ruine

Doch die imposanteste Aussicht hat man ausgerechnet von dort, wo die Menschen im Mittelalter ihre Geschäfte verrichteten: Vom ehemaligen Toiletten-Erker der Grevenburg. Über 660 Jahre haben diese Steine, die man heute dort sieht, schon auf dem Buckel.

Umkämpfte Grevenburg

Allerdings ist nur wenig von der einstigen mächtigen Anlage übrig geblieben ist. Denn früher hat hier noch ein Herrenhaus mit vier Türmen gestanden, daneben ein Zeughaus und ein 35 Meter hoher Bergfried. Zwei Pulvertürme flankierten seinerzeit das Durchfahrtstor.

Grevenburg, Burgschenke, Traben-Trarbach

Ein lauschiges Plätzchen im Burgarten

Doch wo heute Leute friedlich nebeneinander Kaffee trinken, schlugen sich die Menschen im 17. und  18. Jahrhundert die Köpfe ein. Ein ums andere Mal wurde die Grevenburg belagert, erobert, bombardiert und immer wieder neu befestigt. 

Seitdem ist die Grevenburg zwar eine Ruine. Aber was für eine. Die Traben-Trarbacher sind zu Recht stolz auf die Reste der einst stattliche Wehranlage über ihrer kleinen Stadt. Dieser Platz strahlt heute eine besondere Atmosphäre aus, er gehört zu den Orten an der Mosel, die verzaubern.

Grevenburg, Traben-Trarbach, Burgschenke

Burggarten der Grevenburg

Vom Parkplatz sind es nur ein paar Schritte bis zur Burgschenke, die zwar danach aussieht, aber früher nicht hier stand. Sie beherbergt ein liebevoll eingerichtetes Restaurant mit Garten, das mit einer kleinen, aber feinen Speisekarte überzeugt.

Restaurant und Sehenswürdigkeit

Im gemütlichen Gastraum knistert im Winter ein Kamin, daneben steht eine Ritterrüstung. Die Torten in der Vitrine sehen wie Kunstwerke aus. Und ein Gemälde zeigt die Grevenburg wie sie im vollständigen Zustand über Trarbach wachte. 

Grevenburg, Burgschenke, Traben-Trarbach

Aussicht über das Kautenbachtal

Erbaut wurde sie um 1350 von Graf Johann III. von Sponheim, einem Sohn der Gräfin Loretta, geborene von Salm. Schon damals zog das Gemäuer Menschen aus halb Europa magisch an. Allerdings kamen sie nicht in friedlicher Mission.

Aus der Grevenburg wurde eine Ruine

Spanische Truppen besetzten die Burg. Danach die Schweden. Und Ludwig XIV. baute die Begehrlichkeit 1680 als Vormachtstellung aus. Insgesamt dreizehnmal wechselte die Grevenburg in ihrer Geschichte den Besitzer.

Grevenburg, Burgschenke, Traben-Trarbach

Burgschenke der Grevenburg

Die Holländer überließen sie im Frieden von 1713 Trier. Doch 20 Jahre später standen die Franzosen wieder mit Kanonen auf der Matte und hatten nichts Eiligeres zu tun, als das Gemäuer zu pulverisieren.

Das Angebot, die Ruine gegen Ende des 19. Jahrhunderts an den Kaufmann Ravene zu verkaufen, wurde abgelehnt. Stattdessen erwarb der reiche Berliner die Cochemer Reichsburg und baute sie nach eigenen Vorstellungen wieder auf.

Doch wer weiß: Vielleicht wäre die rekonstruierte Grevenburg längst nicht so idyllisch gewesen wie diese echte Ruine.

 

Info: Anfahrt und Öffnungszeiten

Grevenburg, L190 in 56841 Traben-Trarbach, Tel. 06541 8157050

Mit dem Auto: Ab Trarbach über die Schottstraße hoch in Richtung Irmenach oder Flughafen Hahn, dann der Beschilderung folgen. Wanderweg: von der Trarbacher Brückenstraße (der Einstieg liegt hinter dem Haus Nr. 52) über einen steilen Pfad und Treppen.

Dass die Burgschenke geöffnet ist, erkennt man vom Tal aus an der gehissten Fahne.

Tipp: Das Mittelmosel-Museum präsentiert ein Modell der Grevenburg wie sie früher aussah.

 

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