Grevenburg Traben-Trarbach: Burgschenke mit Superausblick

Vor fast 300 Jahren flog die Grevenburg in die Luft, doch eine Fassade ließen die Angreifer netterweise stehen. Die Ruine über Traben-Trarbach ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Viele schwärmen von der Burgschenke, die mit kleiner Speisekarte und großer Aussicht überzeugt.

Traben-Trarbach, Grevenburg, Burgschenke

Blick auf die Burgschenke.

Kinder klettern über Felsen, Kellnerinnen balancieren eilig volle Tabletts aus der Schenke. Natürlich sind die besten Plätze im Burggarten längst besetzt, denn die Sonne hat die Leute hoch auf den Berg über Traben-Trarbach getrieben.

Kein Wunder. Denn wo sonst werden schon Kaffee und Kuchen oder deftige Vesperplatten vor einem solchen Panorama serviert? Von hier oben kann man inmitten historischer Mauern das gesamte Städtchen nebst Flusskurve überblicken.

Über 660 Jahre haben diese Steine, die man heute dort sieht, schon auf dem Buckel. Allerdings ist von der Grevenburg, die der Militärbaumeister Vauban im Jahre 1682 als Vorfestung der Mont Royal ausbaute, nur noch die Fassade des ehemaligen Kommandantenhauses übrig geblieben.

Aussicht über die Mosel von der Grevenburg in Traben-Trarbach

Aussicht über die Mosel von der Grevenburg-Ruine

Umkämpfte Grevenburg

Doch damals hat hier noch ein Herrenhaus mit vier Türmen gestanden, daneben ein Zeughaus und ein 35 Meter hoher Bergfried. Seinerzeit flankierten zwei Pulvertürme das Durchfahrtstor.

Doch wo heute Leute friedlich nebeneinander Kaffee trinken, schlugen sich die Menschen im 17. und  18. Jahrhundert die Köpfe ein. Ein ums andere Mal wurde die Grevenburg belagert, erobert, bombardiert und immer wieder neu befestigt.

Heute ist die Grevenburg zwar nur noch eine Ruine. Aber was für eine. Die Traben-Trarbacher sind zu Recht stolz auf die Reste der einst stattlichen Wehranlage über ihrer Stadt. Immerhin strahlt dieser Platz heute eine besondere Atmosphäre aus, er gehört zu den Orten an der Mosel, die verzaubern.

Burgschenke, Traben-Trarbach

Ein lauschiges Plätzchen im Burgarten

Einige wandern über den Moselsteig (Etappe 13 in Richtung Reil) hinauf zur Ruine. Andere laufen ab Traben-Trarbach durch die Weinberge zum Kriegerdenkmal. Denn von dort aus führt die sogenannte untere Franzosentreppe über 100 Stufen steil zur Grevenburg hinauf.

Doch die meisten fahren mit dem Auto über eine Serpentinenstraße, die sich zum Schluss in eine abenteuerliche Buckelpiste verwandelt. 

Aussicht vom Franzosensteig

Auf dem Parkplatz, wo sich früher der Burghof befand, fällt der Blick auf eine Stahlkonstruktionen mit Aussichtsplattform im Berg. Der Einstieg liegt im sogenannten „Hohle Fass”. Von dort führt eine Wendeltreppe hinauf zu dem Felsen. Schon dort eröffnet sich ein schöner Blick auf die Umgebung.

Grevenburg, Traben-Trarbach, Burgengaten

Burgengarten der Grevenburg

Doch folgt man dem Pfad über die obere Franzosentreppe, gelangt man zum Felsvorsprung namens „Himmelspforte”. Hier bietet sich ein grandioser Weitblick über die Grevenburg, das Traben-Trarbach und die Moselschleife bis hin zum Mont-Royal. Wieder auf dem Parkplatz zurück,

Burgschenke und Sehenswürdigkeit

Wieder auf dem Parkplatz zurück, sind es nur ein paar Schritte bis zur Burgschenke, die zwar danach aussieht, aber früher nicht hier stand. Das Haus mit den rot-weißen Fensterläden beherbergt ein liebevoll eingerichtetes Lokal, das mit einer kleinen, aber gut sortierten Speisekarte überzeugt.

Im gemütlichen Gastraum knistert im Winter ein Kamin, daneben steht eine Ritterrüstung. Und ein Gemälde zeigt die Grevenburg wie sie einst im vollständigen Zustand über Trarbach wachte. 

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Aussicht über das Kautenbachtal

Erbaut wurde sie um 1350 von Graf Johann III. von Sponheim, einem Sohn der Gräfin Loretta, geborene von Salm. Schon damals zog das Gemäuer Menschen aus halb Europa magisch an. Allerdings kamen sie nicht in friedlicher Mission.

Insgesamt dreizehnmal wechselte die Grevenburg in ihrer Geschichte den Besitzer. So baute der Baumeister Vauban die Begehrlichkeit ab 1687 für Ludwig XIV. als Vormachtstellung aus. Spanische Truppen besetzten die Burg. Danach die Schweden.

Grevenburg, Burgschenke, Traben-Trarbach

Burgschenke der Grevenburg

Grevenburg wird zur Ruine

Die Holländer überließen sie im Frieden von 1713 Trier. Doch 20 Jahre später standen die Franzosen wieder mit Kanonen auf der Matte. Und hatten nichts Eiligeres zu tun, als die letzte der noch intakten Moselburgen endgültig zu pulverisieren. 

Das Angebot, die Ruine gegen Ende des 19. Jahrhunderts an den Kaufmann Louis Jacques Ravené zu verkaufen, wurde abgelehnt. Stattdessen erwarb der reiche Berliner die Cochemer Reichsburg und baute sie nach eigenen Vorstellungen wieder auf. Doch wer weiß: Vielleicht wäre die rekonstruierte Grevenburg längst nicht so idyllisch gewesen wie diese echte Ruine.

Info: Anfahrt und Öffnungszeiten

Grevenburg, L190 in 56841 Traben-Trarbach, Burgschenke Tel. 06541 8157050

Mit dem Auto: Ab Trarbach über die Schottstraße hoch in Richtung Irmenach oder Flughafen Hahn, dann der Beschilderung folgen. Achtung: Wegen einer Baustelle ist die Schottstraße aktuell gesperrt. Anfahrt über Enkirch, dann nach Starkenburg. Weiter Richtung Irmenach bis zur Kreuzung. An der Kreuzung rechts. Ab dort ist die Grevenburg ausgeschildert.

Wanderweg: von der Trarbacher Brückenstraße (der Einstieg liegt hinter dem Haus Nr. 52) über einen steilen Pfad und Treppen.

Dass die Burgschenke geöffnet ist, erkennt man vom Tal aus an der gehissten Fahne.

Tipp: Das Mittelmosel-Museum präsentiert ein Modell der Grevenburg wie sie früher aussah.

 

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