Regen in Sicht? An diesen Orten scheint immer die Sonne

Regen muss man an der Mosel nur zu nehmen wissen. Dann gibt es eben Buddhas und Kunst, Zeitreisen in kuriosen Museen oder einen Ausflug in unterirdische Gänge. 15 Ideen für Aktivitäten. 

Die Wetter-App zeigt Wolken und verspricht Regen? Perfekt für einen Ausflug in eines der Museen am Fluss. Wie wäre es mit einem Ausflug in die Villa Böcking in Traben-Trarbach, wo sich einst der Dichterfürst Goethe als Gast einquartierte?

Heute ist darin das Mittelmosel-Museum untergebracht. Zu sehen gibt es Kunst, allerhand Kurioses und vor allem, wie die großbürgerliche Familie Böcking einst lebte.

Ausflugtipp bei Regen: Zylinderhaus in Bernkastel

Ein Oldtimer im Zylinderhaus.

Oder wie wäre es mit einer Tour durchs Zylinderhaus in Bernkastel-Kues? Denn in den Hallen glitzern mehr als 100 Old- und Youngtimer um die Wette. 

Gezeigt wird aber auch eine Schrottplatz-Idylle. Ebenso ein Campingplatz im Stil der 60er-Jahre und eine Einkaufsgalerie mit Dorfapotheke und Tante Emma Laden sind zu sehen. Wer in die Aufbruchsstimmung des Wirtschaftswunders eintauchen will, wird hin und weg sein. Auch das Fotografieren der alten Schätzchen ist erlaubt.

Noch mehr Ausflugstipps bei Regen 

Eine ganz andere Seite der noch jungen Bundesrepublik zeigt der Bundesbank-Bunker in Cochem-Cond. Tatsächlich versteckten Banker dort einst ein Milliarden-Vermögen.

Es war eines der bestgehüteten Geheimnisse der Nachkriegszeit. Doch heute erfährt jeder, der sich durch die unterirdischen Gänge führen lässt, die spannend-gruselige Geschichte.

Tipp bei Regen: Der Bundesbank-Bunker in Cochem

Ein Gang im Bundesbank-Bunker in Cochem

Und ganz in der Nähe wartet schon der nächste Schatz: Das Edelsteinmuseum punktet in Cochem mit Juwelen. Von jeher haben die Steine eine magische Wirkung auf viele Menschen.

Allerdings bekommen die Kiesel aus der Erde erst durch schneiden und den perfekten Schliff ihren Glanz. Im Hunsrück wurde einst die Edelsteinverarbeitung zur Vollendung gebracht. Doch auch an der Mosel gab es Schleifereien.

Ausflugstipp bei Regen: Edelstein-Museum, Cochem

Ein Papagei im Edelstein-Museum Cocken

In dem Museum wird eine historische Achatschleiferei und eine Facettiererei gezeigt. Dass die Verarbeitung der edlen Steine als Kunsthandwerk gilt, ist in den Vitrinen der Ausstellungsräume zu sehen. Dort liegen auch Schmuckstücke aller Art zum Kaufen.

Nicht nur bei Regen sensationell: Das Weinmuseum

Natürlich gibt es in Sachen Wein verschiedene Ausstellungen zu sehen. Doch auch wen die Geschichte rund um die Rebe normalerweise nicht ins Museum lockt, dem sei das Weinmuseum Schlagkamp-Desoye in Senheim empfohlen.

Im historischen Weinkeller des Hauses wird der Weg der Traube vom Rebstock ins Fass gezeigt. Doch die Hauptattraktion ist der scheinbar seit 100 Jahren unberührte Festsaal des Hauses. Ein Raum, in dem man fast vergisst, in welchem Jahrhundert man sich gerade befindet. 

Weinmuseeum, Schlagkamp, Festsaal

Tipp bei Regen: Den Festsaal im Weinmuseum bewundern.

Die Wände sind bis zur Decke übersät mit Hämmern, Äxten und Sägen. Mit über 10.000 Exponaten hat der Senior Dieter Schlagkamp eine der weltweit größten Sammlungen von Winzergerätschaften und Küferwerkzeugen zusammengetragen.

Überraschend ist auch der Innenleben des berühmten römischen Stadttores in Trier. Wer an der Mosel bei Regen unterwegs ist, kann die Gelegenheit für eine Besichtigung des Weltkulturerbes nutzen. Entweder im Alleingang oder in Begleitung eines Zenturio.

Säulen in der Porta Nigra, Trier

Porta Nigra, Trier

Denn der kostümierte Schauspieler lüftet „Das Geheimnis der Porta Nigra” während dieser Erlebnisführung auf eine unterhaltsame Art. Man erfährt zum Beispiel, warum die Bauweise der Porta besonders ist, wundert sich vielleicht über Napoleon und staunt über ihre mittelalterliche Episode als Kirche.

Geheimnisse im Piesporter Himmel

Kirchen sind nicht jedermanns Sache. Kunst in Kirchen schon eher. Nutzen Sie den Regen doch für einen Besuch der Piesporter Pfarrkirche St. Michael. Das Gotteshaus leuchtet in kräftigen Farben, überall schweben Putten und Wolken.

Piesporter Himmel, St Michael-Kirche

Es fällt kein Regen vom Piesporter Himmel.

Doch die Hauptattraktion sind drei monumentale Deckengemälde aus dem Jahr 1778. Genannt: der Piesporter Himmel. Über dem Altarraum ist die Himmelfahrt Mariens zu sehen, zum Eingang hin die Missionspredigt des heiligen Franz Xaver und in der Mitte der Sturz des Satans.

Hier lohnt es sich nochmal genauer hinzusehen: Weil es wegen der Bezahlung angeblich Unstimmigkeiten mit dem Auftraggeber, dem Pfarrer Johannes Hau, gab, hat der Künstler dem Teufel die Gesichtszüge des Gottesmannes gemalt und im Gestein der Hölle die Initialen JH verewigt. 

Bei Regen ab ins Geburtshaus

Immer wieder sehenswert ist auch das Cusanus Geburtshaus. Die nahezu orientalisch anmutende Architektur am Kueser Nikolausufer fällt auf. Wie der Name schon sagt, wurde in diesem Schmuckstück Nikolaus Cryfftz im Jahr 1401 geboren.

Weltberühmt wurde er später als Nikolaus von Kues oder als Cusanus. Heute beherbergt der Bau ein kleines Museum, das vom Werdegang des großen Philosophen und mächtigen Kirchenmannes erzählt und dient zudem als Ort für wechselnde Ausstellungen und Konzerte.

Cusanus-Geburtshaus in Bernkastel

Das Cusanus-Geburtshaus.

Nur einen Sternwurf entfernt liegt das Altenheim, das Cusanus seiner Heimatstadt schenkte. Bei einer Führung durch das St. Nikolaus-Hospital darf man die wertvolle Bibliothek des Universalgelehrten betreten.

Wer hingegen wissen möchte, was es mit dem Buddhismus auf sich hat, kann in Traben-Trarbach eintauchen in diese fernöstliche Welt. In der ehemaligen Jugendstil-Weinkellerei versammeln sich rund 2000 Buddha-Figuren aus asiatischen Ländern. Das ist einzigartig. Europaweit!

Buddha-Museum, Traben-Trarbach

Auch hier kann man sich bei Regen unterstellen: Im Buddha-Museum.

Von der winzigsten, nur Millimeter großen Statue bis hin zum 3,60 Meter hohen Buddha ist alles dabei. Die Haltung ihrer Hände und Arme sprechen eine eigene Sprache, deren Bedeutung ein Begleitheft erklärt. 

Man muss kein Anhänger des Buddhismus sein, um von dem stilvollen Buddha-Museum beeindruckt zu sein. Stundenlang mag man sich treiben lassen in diesem atmosphärischen Haus.

Krippen angucken bei Regen

Figuren werden auch in Klüsserath präsentiert. Allerdings dreht sich in dem Dorf alles um Krippen. Denn die Klüsserather Krippenfreunde, ein engagierter Verein, hat ein Winzerhaus aus dem Jahr 1650 gerettet und darin eine Schau eingerichtet.

Krippenmuseum Klüsserath

Im Krippenmuseum Klüsserath weihnachtet es auch im Juli.

Mehr als 90 Krippen stehen stimmungsvoll ausgeleuchtet hinter Glas: Modelle aus aller Welt ebenso wie heimatliche Exponate. Viele davon in filigraner Handarbeit von den Klüsserather Männer und Frauen gefertigt. 

Von der Herbergssuche bis hin zur Flucht ist alles zu sehen. In einer Schneekrippe ist sogar das Winzerhaus dargestellt, das heute das Museum beherbergt. Es ist dieser Reichtum an Details, der einen immer wieder Neues entdecken lässt. 

Burgen und Schwimmen bei Regen

Ein weiterer wunderbarer Ort, an dem man es sich auch bei Regen gut gehen lassen kann, ist die Burg Eltz, deren reiches Innenleben bei einer Führung besichtigt werden kann.

Tipp bei Regen: Ausflug zur Burg Arras

Burgherr Roman Keuthen vor seiner Burg Arras.

Garantiert trockenen Fußes entdecken Besucher und Besucherinnen auch die Burg Arras hoch über Alf. Das Bilderbuch-Gemäuer beherbergt ein kleines, kurioses Museum, das Devotionalien aus dem Nachlass des ehemaligen Bundespräsidenten Lübke zeigt. 

Und wenn schon nass, dann richtig. Wer trotz Regen schwimmen möchte, geht halt in die Moseltherme im Kautenbachtal oder taucht in einem der Hallenbäder entlang der Mosel ab. Kurz den Schirm schütteln, und schon ist der graue Himmel vergessen. Denn an diesen Orten scheint immer die Sonne.

 

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