Weihnachtsmarkt unterirdisch: Im Hades von Traben-Trarbach

Eigentlich geht Weihnachtsmarkt so: Glühwein trinken, Reibekuchen essen, in der Kälte stehen. Budenzauber über der Erde kennt jeder. Anders in Traben-Trarbach. Dort weihnachtet es in Kellergewölben – unterirdisch schön! 

Unterirdischer Weihnachtsmarkt, Traben-Trarbach

Schön ausgeleuchtet: Traben-Trarbach

Alle Jahre wieder… wird ganz Traben-Trarbach in bunte Lichter gehüllt. Dann spiegeln sich die Fassaden in allen Farben im Wasser, das Brückentor wird mit Lichterketten in Szene gesetzt. Und die ausgeleuchtete Ruine der Grevenburg scheint über dem Städtchen zu schweben. 

Das große Glitzern ist die Kulisse für das wohl ungewöhnlichste Advents-Spektakel in der Region: Zwar schmecken die gebrannten Mandeln wie auf anderen Weihnachtsmärkten, aber in dem Doppelstädtchen findet das Treiben vor allem unter der Erde statt.

Unterirdischer Weihnachtsmarkt, Traben-Trarbach

Der Eingang unter dem Hotel Moselschlösschen.

Unter dem Hotel Moselschlösschen, am Trabener Ufer gelegen, führt ein langer illuminierter Schacht tief in die Erde hinein. Früher wurden über diesen Gang dicke Eichenholz-Fässer mühsam nach draußen gerollt. 

Heute eröffnet sich am Ende des Tunnels ein großer, freundlicher Platz: Unter Gewölbedecken stehen bunte Stände zwischen Basaltsäulen und geschmückten Tannen. Der Duft von Zimt liegt in der Luft. Und auf die Ohren gibt’s einen Geräuscheteppich aus Stimmengewirr und adventlichen Klängen. 

Weihnachtsmarkt in Traben-Trarbach

Stände im stimmungsvollen Kellergewölbe

Fast die gesamte Altstadt von Traben-Trarbach ist unterkellert. Tatsächlich gibt es nirgendwo sonst an der Mosel so viele Gewölbe wie hier. Sie erzählen von der Zeit als der Riesling in die Kristallpokale der Reichen und Wichtigen dieser Erde floss.

Jugendstil von Bruno Möhring

Damals verschifften die Herren der Weinberge ihre Tropfen in die Nachbarländer und nach Übersee. Denn Traben-Trarbach war um 1900 einer der wichtigsten Weinumschlagplätze im deutschen Kaiserreich. Auch die vielen schönen Villen stammen aus dieser Zeit.

Weihnachtsmarkt, Traben-Trarbach, Mosel

Ein Gang auf dem Weihnachtsmarkt

Wer damals auf sich hielt, heuerte den Berliner Architekten Bruno Möhring an. Denn berühmte Baumeister schuf spektakuläre Gesamtkunstwerke bis hin zu den Türklinken und Fliesen. Zum Beispiel das elegante Jugendstil-Hotel Bellevue, wo man noch heute speisen und nächtigen kann.  

Weil die Händler immer mehr Platz brauchten für ihre Fässer, wurde damals ein Gewölbe nach dem anderen gebaut, teilweise sogar in mehreren Stockwerken übereinander.  

Unterirdischer Weihnachtsmarkt, Traben-Trarbach

Stand im Kellergewölbe

Die dicken Fässer sind schon lange verschwunden. Stattdessen gibt es nun immer ab Ende November die volle Vorweihnachts-Dröhnung: Der sogenannte Wein-Nachts-Markt hat vier der riesigen Keller übernommen.

Mehr Weihnachtsmarkt geht nicht

Die Stände geben alles her, was man auf einem Weihnachtsmarkt erwarten kann: Gewürzhändler bieten ihre Ware feil, ebenso wie Kunsthandwerker und Schmuckdesigner. Es gibt Brotaufstriche, feine Öle, Uhren und Klamotten aus Strick. 

Hier kann man überall in Ruhe gucken, kaufen und kosten. Schokolade, Käse oder doch lieber Wurst? Händler haben Salami, Pralinen und Gebäck mitgebracht. Hier werden Brötchen mit Gegrilltem verkauft, dort gebrannte Mandeln über den Tresen gereicht. 

Weihnachtsmarkt, Traben-Trarbach

Der Keller unter dem Moselschlösschen

Natürlich schenken Weinbauer und Schnapsbrenner ihre hochprozentigen Schätze aus: Der weiße Glühwein fließt in Strömen und eine weitere tragende Rolle spielt der allseits beliebte Weinbergpfirsich

Nach dem Auftauchen an der Erdoberfläche lohnt sich ein Besuch der Tannenbaum-Ausstellung, die zeigt, dass weihnachtlicher Schmuck auch lustig sein kann. Wer mag, dreht Pirouetten auf der Schlittschuhbahn oder schließt sich einer Führung durch die historischen Keller an. 

Und wer noch mehr überirdischen Budenzauber erleben möchte, der lässt sich mit dem Shuttlebus zum Weihnachtsmarkt in Bernkastel und wieder zurück nach Traben-Trarbach kutschieren. 

Noch bis zum 1.Januar können Besucher in das mystische Halbdunkel der der historischen Unterwelt steigen. Für viele ist es der schönste Weihnachtsmarkt weit und breit.

 

Eintrittspreise, Öffnungszeiten 

Geöffnet vom 23. November 2018 bis 01. Januar 2019: Bis zum 16. Dezember sind die Keller freitags bis sonntags von 11 bis 21 Uhr geöffnet, zwischen dem 20. Dezember und 01. Januar täglich von 11 – 21 Uhr, Silvester bis 16 Uhr. Ausnahmen: 25. November, 24./ 25. Dezember geschlossen. Kein Eintritt.

Schlittschuhbahn: Eintritt: 3,50 €, Schlittschuhe: 1,50 €

Busshuttle: Verkehrt an den ersten fünf Wochenenden jeweils samstags und sonntags (außer 25.11) zwischen den beiden Weihnachtsmärkten in Bernkastel-Kues (bis Neumagen-Dhron) und Traben-Trarbach (bis Burg). Preis pro Fahrt 2 €.

Hier geht es zur Seite des Weihnachtsmarktes.

 

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