Was den roten Weinbergpfirsich so einzigartig macht – mit Rezept

Schon mal vom roten Weinbergpfirsich gehört? Wie der Winzling von der Mosel schmeckt und was man daraus machen kann, steht hier. Zum Beispiel eine fabelhafte Torte.

Weinbergpfirsich, Blüte, Mosel

Ab April blüht der Weinbergpfirsich

Wenn Bienen in Hundertschaften die Region um Cochem kapern, ist das Blütenspektakel im vollen Gang. Etwa ab Mitte April zeigen sich die Weinbergpfirsich-Bäumchen von ihrer rosafarbenen Seite.

Weil das so schön ist, feiern die Moselaner jedes Jahr im April die knubbelige Frucht. Mit vielen Ständen, an denen man sich durchprobieren kann, und einem Auftritt der Weinbergpfirsich-Fee. Und wenn die Knirpse im September reif sind, fliegen alle nochmal zum Erntemarkt auf dem Endertplatz in Cochem ein.

Der Weinbergpfirsich ist eine tief mit der Mosel verwurzelte, köstliche Frucht. Einst haben die Römer die Pflanzen über die Alpen getragen und an den Hängen heimisch gemacht. Kaum ein Lokal hat den regionalen Star nicht in irgendeiner Form auf der Karte.

Weinbergpfirsich, Mosel

So sieht der Weinbergpfirsich aus. Foto: Weingut Borchert

Aus Weinbergpfirsichen werden Kuchen gebacken, Schnaps gebrannt und Konfitüre gemacht. Mit den Pfirsichen, die in den Supermärkten liegen, hat die winzige Schwester aus dem Weinberg allerdings nicht allzu viel zu tun.

„De rude Peesch”, wie die Einheimischen sagen, hat ein festes, purpurrotes Fleisch. Und er ist weniger süß, kommt eher leicht herb daher. Es das wunderbare intensive Aroma, das den Weinbergpfirsich so einzigartig macht.

Fast wäre es vorbei gewesen mit den eingelegten Früchten. Denn in den 60er-Jahren hätte die Flurbereinigung den Pfirsich fast ausgerottet – inzwischen ist er zum Glück zurück.  Angestoßen durch das Land Rheinland-Pfalz stehen vor allem zwischen Cochem und Bremm wieder weit mehr als 10.000 der zierlichen Bäumchen. 

Weinbergpfirsich, Likör, Weingut Borchert

Im Schlaraffenland Borchert gibt es Likör, Brand und Marmelade aus Weinbergpfirsichen

Die Prachtexemplare der Borcherts vom Springiersbacher Hof wachsen in ihren Weingärten am Calmont. Im September holt Gabriele Borchert die Knirpse vom Baum. Dann geht es ihnen für Marmelade, Chutney oder Schnaps an den mausgrauen Pelz.

Ein Bestseller in ihrem Weincafé in Ediger ist die Weinbergpfirsichtorte. Zum Reinlegen lecker! Wer selber backen möchte, dem sei hier auf die Sprünge geholfen. Gabriele Borchert verrät uns netterweise ihr Rezept.

So kommt der Weinbergpfirsich in die Sahnetorte

Weinbergpfirsich, Torte

Weinbergpfirsich-Torte. Foto: Gabriele Borchert

Man braucht: 

5 Eier, 175 g Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, 4 EL kaltes Wasser, 120 g Mehl, 80 g Speisestärke, einen  TL Backpulver, eine Prise Salz, 50 g flüssige Butter

Für die Sahnefüllung: 10 Blatt eingeweichte Gelatine, 600 ml Sahne, 500 g Magerquark, 4 EL Zucker, Saft von 1 ½ Zitronen, 2 Gläser Weinbergpfirsich-Marmelade, 6 eingekochte Pfirsiche

Und so wird es gemacht:

Die Eier trennen. Eigelbe und Zucker schaumig schlagen, Wasser zugeben. Mehle und Stärke mit Backpulver vermischen und rührend einrieseln lassen. Salzen und mit der Butter verrühren.

Das Eiklar zu Schnee schlagen. Vorsichtig unter die Eiercreme heben. Die Masse in eine Springform füllen, bei 140 Grad 30 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Eingeweichte Gelatine ausdrücken, kurz erhitzen, verflüssigen. Die Sahne steif schlagen. Den Quark mit Zucker, Zitronensaft und etwa der Hälfte der Marmelade verrühren. Mit der Gelatine verrühren.

Die eingekochten Pfirsiche klein schneiden und mit wenig Saft zu der Quarkmasse geben. Vorsichtig die Schlagsahne unterheben.

Den Boden waagrecht in drei Teile schneiden. Den ersten Boden mit etwas Marmeladen bestreichen, dann etwa 1/3 der Quark-Sahne-Masse darauf verteilen. Den nächsten Boden auflegen und wieder mit Quark-Sahne bestreichen. Den letzten Boden auflegen, den Rest der Masse darauf verteilen.

Mindestens 4 Stunden kalt stellen. Zum Schluss mit dem Rest der Marmelade bestreichen. Guten Appetit.