Zauberhaftes Dortebachtal: Alter Falter!

Wer durch die Bahnunterführung ins Dortebachtal läuft, erlebt sein grünes Wunder. In dem Naturschutzgebiet wachsen seltene, exotische Pflanzen. Und der hübsche Apollofalter hat hier sein Revier. 

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Rundwanderweg

Der Eingang ins Dortebachtal, etwa ein Kilometer vor Klotten

Gerade noch war man auf der Bundesstraße 49 zwischen Klotten und Pommern unterwegs, da findet man sich plötzlich auf der anderen Seite des Bahndamms in diesem dschungelartigen Seitental wieder. 

So etwas Schönes bekommt man nicht alle Tage zu sehen, ein kleines Paradies ist das. Für Naturliebhaber, ambitionierte Fußgänger und Schmetterlingskundler. Eigentlich für alle, die für eine Weile ihre Ruhe in sattem Grün haben wollen. 

Deshalb Fuß vom Gas, sobald sich der hölzerne Wegweiser mit der Aufschrift „Dortebachtal” zeigt. Denn der Einstieg liegt gleich am Wanderparkplatz an der Straße.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Brücke

Ein Brückchen im Dortebachtal.

Nach dem Unterqueren der Eisenbahnlinie beginnt das Abenteuer Dortebachtal. Zunächst führt ein steiler Pfad an schroffen Schieferwänden vorbei. Dann geht es über Brückchen, Treppen und unter umgeknickten Bäumen hindurch. Am Wegesrand hüpft ein Bach über bemooste Steine.

Wanderweg Dortebachtal

Nur Vogelgezwitscher und leises Plätschern ist zu hören. Und je nach Wetterlage rauscht oder tröpfelt ein Wasserfall über den  Felsen. Ansonsten Stille. In diesem Tal herrscht eine ganz eigene, friedliche Stimmung.

Dortebachtal, Mosel

Zwischen knorrigen Bäumen huschen Smaragdeidechsen herum.

Der Kulturweg Dortebachtal führt hier entlang. Um ihn zu beschreiten, muss man nur dem Eidechsen-Logo oder den Leuten mit den Rucksäcken folgen. 

Über steile Serpentinen stapfen sie zum Bergplateau in den Klottener Neuwald und zum Annischerhof, um am Aussichtspunkt Kasteschkopp den Blick ins Tal zu genießen. 

Anders die Fotografen. Sie warten stundenlang im Tal vor ihren Stativen, und hoffen, dass sich eine Smaragdeidechse zeigt. Vor allem die Männchen mit ihren himmelblauen Kehlen sind begehrte Motive.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Steintreppe

Eine bemooste Steintreppe im Dortebachtal.

Doch eine ganze Reihe exotischer Pflanzen und Tieren tummeln sich in dem besonderen Kleinklima des Dortebachtals. Obwohl sie ursprünglich aus den muckeligwarmen Mittelmeerländern, vom Schwarzen Meer oder aus den Alpen und vom Atlantischen Ozean stammen. 

1930 Jahre Naturschutzgebiet

Vielleicht wurde das Dortebachtal deshalb bereits 1930 unter Naturschutz gestellt. Und gilt damit als das älteste Naturschutzgebiet entlang der Mosel. 

Ein Bewohner ist zum Beispiel der weiße Diptam. Der Volksmund nennt die Pflanze „Brennender Busch”, weil sie sich bei hohen Temperaturen tatsächlich selbst entzünden kann.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Der Pfad durchs Dortebachtal.

Und Kenner sind ganz aus dem Häuschen, wenn sie die vom Aussterben bedrohte Rotflügelige Ödlandschrecke im Dortebachtal entdecken. Manchmal schweben Segelfalter und Schwalbenschwänze vorbei.

Aber vor allem ist hier der Apollofalter zuhause. Dank seiner auffälligen Zeichnung mit schwarzen Flecken und roten Ringen gehört er von jeher zu den Stars in der bunten Schmetterlingswelt. Doch er ist gefährdet.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Mitten im Dortebachtal.

Als einziger nicht tropischer Schmetterling wurde der Apollo sogar in das Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgenommen. Er ist mit einem Handelsverbot belegt und somit weltweit geschützt.

Doch hierzulande ist der Falter nur noch an wenigen Orten anzutreffen. Zum Beispiel im Blautal bei Blaubeuren. Und zwischen Winningen und Cochem liegt sein Lieblingsrevier.

Dortebachtal, Mosel, Naturschutzgebiet, Apollofalter

Der Apollfalter. Foto: Reinhold Essing User:EsingerApollowipkCC BY-SA 3.0

Doch wer ihn sehen möchte, braucht Zeit, Geduld und das richtige Wetter. Denn er fliegt nur bei Wohlfühl-Temperaturen um etwa 25 bis 30 Grad. Wenn es regnet oder zu kalt ist, hebt Herr Apollo erst gar nicht ab.

Wer sich nicht wenigstens ein kleines bisschen freut, wenn er diesen Schmetterling sieht, dem ist vermutlich auch sonst nicht mehr zu helfen.

 

Info Dortebachtal

Der Eingang ins Dortebachtal liegt direkt an der B 49 zwischen 56818 Klotten und Pommern. Auf das Holzschild an der Bahnunterführung neben dem Wanderparkplatz achten. 

 

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