Zauberhaftes Dortebachtal: Alter Falter!

Wie Alice im Wunderland fühlt sich, wer durch die Bahnunterführung ins Dortebachtal läuft. Wer den Wegweiser entdeckt, sollte deshalb rechts ran fahren. Es wäre schade, das zauberhafte Revier des seltenen Apollofalters zu verpassen. 

Dortebachtal, Naturschutzgebiet

Der Eingang ins Dortebachtal, etwa ein Kilometer vor Klotten

Nur ein paar Meter von der Bundesstraße bei Klotten entfernt, findet man sich plötzlich in einer Wildnis wieder. Rechts und links steigen schroffe Schieferwände auf, über den Köpfen bilden Blätter einen zweiten Himmel.

Ein steiler Pfad führt durch das enge Tal immer tiefer hinein ins grüne Gewirr. Er führt vorbei an uralten Bäumen über Brückchen und Treppen. Immer entlang an einem trödelnden Bach, der zu einem Wasserfall leitet.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Ein Brückchen im Dortebachtal

Das Wasser hüpft über bemooste Steine. Nur Vogelgezwitscher und das Plätschern ist zu hören. Ansonsten Stille. Im Dortebachtal herrscht eine ganz eigene, friedliche Stimmung.

Vor Geröllhaufen trifft man gelegentlich auf wartende Fotografen. Stundenlang stehen sie mucksmäuschenstill herum, und hoffen, dass sich eine der seltenen Smaragdeidechsen zeigt. Übrigens: Die Männchen erkennt man an ihrer himmelblauen Kehle.

Dortebachtal, Mosel

Zwischen knorrigen Bäumen huschen Smaragdeidechsen herum.

 

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Das Dortebachtal ist seit 1930 Naturschutzgebiet.

In dem Kleinklima des Tals tummeln sich eine ganze Reihe bemerkenswerter Tiere und exotischer Pflanzen. Sie stammen ursprünglich aus den Mittelmeerländern und dem Atlantischen Ozean. Ebenso vom Schwarzen Meer und aus den Alpen.

Seit 1930 ist das Dortebachtal Naturschutzgebiet

Ein Bewohner ist zum Beispiel der weiße Diptam. Der Volksmund nennt die Pflanze „Brennender Busch”, weil sie sich bei hohen Temperaturen tatsächlich selbst entzünden kann.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Der Pfad durchs Dortebachtal.

Und Kenner sind ganz aus dem Häuschen, wenn sie die vom Aussterben bedrohte Rotflügelige Ödlandschrecke im Dortebachtal entdecken.  

Mit einen bisschen Glück schweben einem Segelfalter und Schwalbenschwänze an der Nase vorbei. Aber vor allem flattert hier der hübsche Apollofalter herum.

Dank seiner auffälligen Zeichnung mit schwarzen Flecken gehört er von jeher zu den Stars in der bunten Schmetterlingswelt. Und er ist gefährdet.

Dortebachtal, Naturschutzgebiet, Mosel

Mitten im Dortebachtal.

Als einziger nicht tropischer Schmetterling wurde der Apollo in das Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgenommen. Er ist mit einem Handelsverbot belegt und somit weltweit geschützt.

Hierzulande ist er nur noch an wenigen Orten anzutreffen. Vor allem zwischen Winningen und Cochem liegt sein Lieblingsrevier.

Der Apollfalter. Foto: Reinhold Essing User:EsingerApollowipkCC BY-SA 3.0

Doch selbst hier fliegt er nur bei Windstille und bei Wohlfühl-Temperaturen um etwa 25 bis 30 Grad. Der Herr Apollo mag es warm und sonnig. Wenn es regnet oder zu kalt ist, hebt die Diva erst gar nicht ab.

Wer sich nicht wenigstens ein kleines bisschen freut, wenn er diesen Schmetterling sieht, dem ist vermutlich auch sonst nicht mehr zu helfen.

 

Info:
Der Eingang ins Dortebachtal liegt direkt an der B 49 etwa ein Kilometer von 56818 Klotten in Richtung Pommern. Auf das Holzschild an der Bahnunterführung neben dem Wanderparkplatz achten. 

 

Schon gesehen

Mosel 2.0 gibt es auch als Magazin!
Über 110 Seiten voller Geschichten, Tipps und Fotos vom Fluss.

mosel. Das Magazin für Entdecker
242 Flusskilometer mal anders erzählt

ISBN 978-3-943123-32-6
8,90 €, Gaasterland Verlag
Überall erhältlich, wo es Bücher gibt.

Mehr Infos hier.

 

Euch gefällt dieser Beitrag? Dann teilt ihn bitte – und folgt mir auf meiner Facebookseite!