Rundgang durch Trier: Das sind die besten Sehenswürdigkeiten

Hinterlassenschaften der Römer, barocke Schönheiten und ein umstrittenes Geschenk aus Fernost. Ein rostiger Turm, der Dom, die Porta Nigra! In Trier wimmelt es von Sehenswürdigkeiten. Ein Rundgang durch die Stadt in Bildern.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Dom, Liebfrauenkirche

Die Fassaden von Dom und Liebfrauenkirche

Salvete in Augusta Treverorum! Herzlich willkommen in Trier, einst römische Weltstadt nördlich der Alpen. Vermutlich um 17 vor Christus gegründet, avancierte die Moselstadt ab 286 zur schillernden Kaiserresidenz des römischen Imperiums.

Seinerzeit galt Trier als Roma secunda, als zweites Rom. Heute gibt es hierzulande kaum einen anderen Ort, an dem man sich so gut vorstellen kann, wie das Leben in einer antiken Metropole gewesen sein muss. Denn was die etwa 110.000 Trierer und Triererinnen für ihre Innenstadt halten, ist für die anderen ein Freilichtmuseum mit Autos und Geschäften.

Altstadt voller Sehenswürdigkeiten

Zwar würden nicht alle Wissenschaftler unterschreiben, dass Trier die älteste Stadt Deutschlands ist. Aber man ist sich einig, dass ihre römischen Denkmäler außergewöhnlich gut erhalten sind.

Insgesamt sechs Römerbauten und die Igeler Säule, das Grabmonument, tragen gemeinsam das UNESCO-Siegel. Hinzu kommen bemerkenswerte, aus ihren Ruinen erwachsene christliche Nachfolgebauten: Der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche.

Mit dem Codex Egberti und dem Ada-Evangeliar verwahrt die Schatzkammer der Wissenschaftlichen Bibliothek zwei Handschriften, die auf der Liste des Weltdokumentenerbes stehen. 

Turm Luxemburg, Petrisberg

Der Turm Luxemburg auf dem Petrisberg

Die Highlights der Stadt kann man prima zu Fuß erkunden, viele liegen nur wenige Schritte auseinander. In Trier führen quasi alle Wege nach Rom – dennoch gibt es nicht nur Antikes zu bewundern, sondern auch sehenswerte Gebäude aus dem Mittelalter und der Neuzeit. 

Turm Luxemburg auf dem Petrisberg

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, begibt man sich am besten auf den Petrisberg, um von oben auf Trier herunter zu gucken. Vom Zentrum aus windet sich die Sickingenstraße zum Gelände der ehemaligen Franzosen-Kasernen hinauf.

Bereits 30 vor Christus hatten die Römer dort ein Militärlager aufgeschlagen. Knappe 2000 Jahre später errichtete die deutsche Wehrmacht ein Kriegsgefangenenlager auf dem Berg. Einer der bekanntesten Gefangenen war der französische Schriftsteller Jean-Paul Sartre.

Sehenswürdigkeiten, Turm Luxemburg

Über eine Treppe gelangt man auf die Plattform des Turm Luxemburgs.

2004 wurde das Gelände zur Landesgartenschau fein gemacht. Zu diesem Anlass schenkte die Stadt Luxemburg der Stadt Trier eine ungewöhnliche, begehbare Skulptur: Den „Turm der Träume und Sehnsüchte”, den der renommierte Luxemburger Architekt François Valentiny konzipierte.

Nur wenige Geh-Minuten davon entfernt liegt in einer Kurve ein beliebter Aussichtspunkt der Stadt. Diese Plattform wird schon deshalb so rege besucht, weil man davor prima in einer Haltebucht parken kann. 

Beste Aussicht auf das römische Trier 

Trier, Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkt Petrisberg

Die Aussicht vom Petrisberg auf Trier

Alles von Rang und Namen in Trier ist von hier aus gut zu erkennen: Vom roten Dach der Konstantin-Basilika über den Dom bis hin zu den Ruinen der Kaiserthermen.

Öffentliche Badeanstalten gehörten in der Römerzeit zu jeder Stadt, die auf sich hielt. Mit den Barbarathermen hatte Trier sogar die zweitgrößte Badeanlage des gesamten römischen Reich nach den Caracallathermen in Rom. Von ihnen blieb wenig erhalten, doch fast 20 Meter ragen die monumentalen Überreste der Kaiserthermen in die Höhe. Mäuerchen trennen noch heute die verschieden Räume. Unterirdisch wandert man durch Gänge, wo Sklaven die Anlage mit Feuern beheizen sollten.

Kaiserthermen, Trier, Römer, Welterbe

Kaiserthermen, Trier, Römer, Welterbe

Tatsächlich jedoch haben sie nie einen Tropfen Wassern gesehen. Denn weil Auftraggeber Kaiser Konstantin seinen Amtssitz von Trier nach Konstantinopel verlegte, wurden die Arbeiten am derzeit schon recht weit fortgeschrittene Prachtbau gestoppt.

In einem der römischen Ziegel hat ein römischer Hund seinen Pfotenabdruck hinterlassen. Wahrscheinlich ist das Tier darüber gelaufen, als der geformte Ziegel zum Trocknen in der Sonne lag. Der ist von oben natürlich nicht zu sehen – genauso wenig wie die Mosel.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Zurlauben

Auch bei Regen schön: Das ehemalige Fischerdorf Zurlauben

Dass Trier an der Mosel liegt, merkt man ohnehin nur in Zurlauben. Am Zurlaubener Ufer, wie die schmale Gasse im Stadtplan heißt, lebten früher die Fischer und Schiffer. Um 1800 wurden viele der Häuschen mit kleinen Gärtchen und Pavillons gebaut. 

Heute sind darin Gaststätten untergebracht – von der Kneipe bis zum Gourmettempel ist alles dabei. Davor Biergärten mit mehr als 700 Sitzplätze im Freien, die einen schönen Blick auf die roten Sandsteinfelsen am gegenüberliegenden Ufer bieten.

Top-Aussichtspunkt Mariensäule

Villa Weißhaus, Trier, Ausflugslokal

Ausflugslokal mit Aussichtsterrasse: Die Villa Weißhaus

Wer nun also Trier samt Mosel von oben sehen will, ist oberhalb dieser roten Felsen gut aufgehoben. Zum Beispiel im Naherholungsgebiet Weißhauswald. Von der Terrasse der Villa Weißhaus eröffnet sich ein 1a Panoramablick über Fluss und Stadt. Tipp: Hinter dem Haus liegt der Einstieg in den aussichtsreichen Wanderweg Felsenpfad

Doch der berühmteste Aussichtspunkt liegt ganz in der Nähe auf dem Markusberg über dem Stadtteil West-Pallien. Man erkennt ihn schon von weitem, weil sich dort die Freiheitsstatue des kleines Mannes erhebt, die Mariensäule.

Weitgehend finanziert von privaten Spendern, erstrahlt das 40 Meter hohe Bauwerk im Dunklen in gelbem Licht. Wer möchte, bestellt bei der Dom-Information die Beleuchtung als Geschenk für einen lieben Menschen. Für 5 Euro pro Nacht bekommt man eine Urkunde, in die man eine persönliche Widmung eintragen kann.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Mariensäule

Die Mariensäule

Wer Wege nutzen will, über die nur wenige laufen, nimmt am Ende der Straße Trierweilerweg in Trier-West die 605 Stufen über die sogenannte Himmelsleiter, die steilste und längste Treppe weit und breit. Man kommt natürlich auch mit dem Auto hoch. Die Säulen-Marie, wie der Trierer sagt, ist vom Stadtteil Euren über die Straße Auf der Jüngt und mit den Bussen der Linie 10 leicht zu erreichen.

Tipp: Etwa 20 Minuten zu Fuß von der Säule entfernt liegt der Sirzenicher Wasserfall. Ein Abstecher lohnt sich. Einfach der Beschilderung folgen.

Über die Römerbrücke zur Porta Nigra

Auch von der Plattform an der Säule sind viele der römischen Denkmäler schön zu sehen. Zum Beispiel das Amphitheater. Nur die wirklich reichen Städte konnten sich damals eine solche Arena nach dem Vorbild der Hauptstadt des Imperiums leisten – Trier gehörte dazu. Bis in das 5. Jahrhundert hinein strömten bis zu 20.000 Menschen auf die Ränge, um blutige Kämpfe zu erleben. 

Trier, Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkt

Aussicht von der Mariensäule über Trier

Oder die Römerbrücke, Deutschlands älteste Brücke. Ob die rund 14.000 Autofahrer pro Tag wohl wissen, dass sie sich beim Überqueren der Mosel auf 1850 Jahre alte Stützpfeiler verlassen?

Über Jahrhunderte hinweg warfen die Römer Geldstücke als Glücksbringer übers Brückengeländer, um die Flussgöttin Mosella milde zu stimmen. Als Anfang der 1970er Jahre das Moselwasser wegen Arbeiten an der Schleuse abgelassen wurde, herrschte im trockenen Flussbett Goldgräberstimmung. Die Menschen buddelten und bargen hunderttausende antiker Münzen im Moselkies!

Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr ein Goldschatz, der 1993 beim Bau eines Parkhauses zutage kam. Er besteht aus rund zweieinhalbtausend Münzen aus der Zeit von 63 bis 196 n. Chr., versehen mit den Antlitzen römischer Kaiser. Zu sehen ist er im Rheinischen Landesmuseum Trier.

Die Porta – der Hotspot von Trier

Römer, Porta Nigra

Im Inneren der Porta Nigra.

Überall, wo heute in Trier gegraben wird, offenbart sich römisches Erbe. Figuren aus Bronze, Grabmale, Mosaike. Touri-Attraktion Nummero Uno ist die Porta Nigra, das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. 170 nach Christus gebaut, weltbekannt durch Lateinbücher, Funk und Fernsehen.

Schon gehört, dass es früher eine wesentlich hellere Farbe hatte? Überhaupt: Längst nicht jeder weiß, welch kuriosen Wandel Triers Wahrzeichen erlebte. Denn nur im Inneren kann man sehen, warum ausgerechnet die Porta als eines von vier Stadttoren heute noch steht. Denn im Mittelalter wurde sie zur Kirche umgebaut und blieb als nunmehr sakrosankt unangetastet – alle anderen Tore hat die Bevölkerung als Steinbruch genutzt.

Erst Napoleon, der es mit Kirchen bekanntlich nicht so hatte, setzte die Porta zurück in ihre ursprüngliche Gestalt. Wer durch die drei Etagen des Stadttores läuft, kann die verschiedenen Epochen noch gut erkennen.

ZUM WEITERLESEN: So spannend ist die Porta Nigra von innen».

Rundgang im Dom St. Peter

Dom, Trier

Der Trierer Dom

Trier gehört zu den ganz frühen Orten des Christentums. Immerhin nennt die Stadt die älteste Bischofskirche im Land ihr Eigen. Doch der Trierer Dom St. Peter ist mehr als ein Ort der Stille und des Gebets. Dieses Gotteshaus war eine der größten Kirchenanlagen zu römischer Zeit und bietet eine einzigartige Zeitreise durch die Epochen.

Denn seit dem vierten Jahrhundert wurde der Dom immer wieder umgebaut, nach Zerstörungen wieder erweitert und ausgeschmückt. Deshalb kann man heute an diesem einen Platz in sage und schreibe 1.700 Jahre Architekturgeschichte eintauchen. Es ist dieser einzigartige Stilmix, der die Kathedrale zu einem kostbaren Kulturschatz der Menschheit macht.

ZUM WEITERLESEN: Warum gibt es den Trierer Dom zweimal?»

Trier, Sehenswürdigkeiten, Liebfrauenkirche

Innenraum der Liebfrauenkirche.

Gleich nebenan beeindruckt die filigrane Liebfrauenkirche mit ihrem Licht und dem Grundriss in Form einer zwölfblättrigen Rose. Die Architektur galt bei ihrer Entstehung vor 800 Jahren als revolutionär, Baumeister aus der Champagne brachten sie nach Trier. Mit der Marburger Elisabethkirche ist sie die älteste gotische Kirche in Deutschland, doch im Schatten des Doms wird Liebfrauen viel zu oft nicht beachtet.

Magischer Kreuzgang in Trier

Es gibt noch ein Kleinod zu entdecken, was bislang immer noch viele Besucher und Besucherinnen übersehen. Wer rechts im Dom, gleich neben den flackernden Kerzen, die Glastür öffnet und durch die zweite Tür dahinter tritt, gelangt an einen atmosphärischen Ort.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Dom, Kreuzgang

Kreuzgang am Trier Dom

Denn das Kirchen-Ensemble ist durch einen gotischen Kreuzgang miteinander verbunden, der einen kleinen Friedhof umschließt. Dort haben ehemalige Erzbischöfe ihre letzten Ruhestätten gefunden. Es ist ein ganz besonderer Ort der Stille, an dem man fernab vom Trubel der Stadt seinen Gedanken nachgehen kann.

ZUM WEITERLESEN: Ein Stück Hogwarts in Trier»

Kirchen in Trier

Viel bekannter ist hingegen der Domstein vor dem Portal, auf dem Kinder unbekümmert turnen. Dabei ist die wohl älteste Rutschbahn Deutschlands ursprünglich eine der Säulen in der Kirche gewesen.

Im Inneren des Gotteshauses legen Besucher den Kopf in den Nacken, um die barocke Stuckdecke in der Westapsis zu bewundern. Doch die kostbarste Reliquie des Doms, der Heilige Rock, wird verschlossen aufbewahrt und nur äußerst selten öffentlich gezeigt. 

Dom, Stuckdecke

Die barocke Stuckdecke im Trierer Dom

Der Legende nach soll Kaiserin Helena das Gewand im Jahr 327 von einer Pilgerfahrt nach Jerusalem mitgebracht haben. Aber belegt ist weder Herkunft noch Echtheit. 
Sicher ist: Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist der Dom St. Peter das größte aller Kirchengebäude der Stadt. Und davon gibt viele.

Wegen seiner vielen Gotteshäuser nannte Goethe die Stadt bei einem Besuch despektierlich ein „altes Pfaffennest”. Zwar machte Napoleon ein Dutzend Kirchen und Klöster dem Erdboden gleich. Dennoch stehen heute noch immer über 30 Kirchen in Trier.

St.Matthias, Trier

St.Matthias in Trier

Zum Beispiel zieht es Pilgerscharen in die Benediktinerabtei St. Matthias im Süden der Stadt. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird dort das Grab des Apostels Matthias verehrt, dessen Haupt zuvor lange Zeit in Kobern-Gondorf ruhte.

ZUM WEITERLESEN: Das Geheimnis der Matthiaskapelle» 

Barocke Baukunst in St. Paulin

Ein besonderes sakrales Glanzstück versteckt sich im Trierer Norden: Die Kirche St. Paulin. Hinter der schweren Eichenholztür eröffnet sich dem Besucher ein Farbenspektakel. Die hohen Wände sind leuchtend weiß und lenken den Blick auf den goldenen Hochaltar. Engel scheinen im Raum zu schweben.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Kirche St. Paulin

Der imposante Innenraum von St.Paulin

Und über allem erstreckt sich ein gewaltiges Deckenfresko mit Hunderten von Figuren, die die Geschichte des heiligen Paulinus und das Martyrium der Thebäischen Legion erzählen. Die Inneneinrichtung trägt die Handschrift des Würzburger Baumeisters Balthasar Neumann, dessen Antlitz einst den 50-DM-Schein prägte. 

Konstantin Basilika als Machtsymbol

Doch eines der bekanntesten Gotteshäuser in Trier war ursprünglich überhaupt gar keine Kirche. Denn die Konstantin Basilika wurde vom namensgebenden Kaisers als Audienzhalle gebaut.

Deren Ausmaße sind enorm: 67 Meter lang, 27 Meter breit, 33 Meter hoch. Mit der Architektur wollten die Römer Größe und Macht ihres Weltreichs demonstrieren, was ihnen auch eindrucksvoll gelang. Die kolossale Dimension der Basilika imponiert noch heute.

Konstantin-Basilika, Trier

Innenraum der Konstantin-Basilika

Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird dieses Überbleibsel der Kaiserzeit als erste protestantische Kirche im katholischen Trier genutzt. Um dagegen zu protestieren, setzten aufgebrachte Trierer Katholiken damals die Mariensäule auf den gegenüberliegenden Hügel.

Bis zu 1300 Menschen finden in der riesigen Basilika Platz. Das ist viel Raum zum Heizen. Als Tageskirche oder Versammlungsort dient heute der Caspar-Olevian-Saal nebenan am Willy-Brandt-Platz. Hinein gelangt man durch das wohl schönste Portal von ganz Trier.

Caspar-Olevian-Saal

Das Portal zum Caspar-Olevian-Saal.

Kurfürstlicher Palais mit Garten

Weiter geht die Tour linkerhand um die Ecke. Denn unmittelbar neben der Konstantin-Basilika leuchtet zartrosa das Kurfürstliche Palais. Das Rokoko-Gebäude war vom 17. Jahrhundert bis 1798 die Residenz der Erzbischöfe von Trier.

Heute beherbergt es zwar eine Behörde, aber regelmäßig gastiert dort das Moselmusikfestival. So bekommt man den Barocksaal grundsätzlich nur zu bestimmten Terminen (die Tourist-Info hilft weiter) oder eben bei Konzerten zu sehen.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Kurfürstliches Palais

Das Kurfürstliche Palais

Doch der angrenzende, elegante Palastgarten, eine architektonische Kostbarkeit, ist jederzeit zugänglich für jedermann. Ein Rasen- und Blumenparadies ähnlich dem Stil, wie wir ihn von den antiken griechisch-römischen Gärten kennen. Mit plätscherndem Brunnen und imposanten Statuen am Wegesrand.

Karl Marx für Trier

Vor einigen Jahren wurde Trier um eine gewaltige Statue reicher. Wem wurde auf dem Simeonstiftplatz damit wohl gedacht? Immerhin lebten berühmte Römer in der Stadt, Napoleon war da und Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Auch die Erzählerin Klara Viebig und Guildo Horn sind in Trier geboren.

Doch in der Brückenstraße Nummer 10 erblickte am 5. Mai 1818 ein Mann das Licht der Welt, der selbige revolutionieren wollte: Karl Marx. Dessen Geburtsurkunde unterschrieb Emmerich Grach, der zweite Bürgermeister von Trier und Ururururgroßvater von TV-Moderator Günther Jauch.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Karl-Marx-Haus

Das Karl-Marx-Haus in Trier

Heute beherbergt das Karl-Marx-Haus eine Dauerausstellung über das Leben und Werk des geistigen Vaters des Kommunismus. Das außergewöhnlichste Exponat ist wohl der Sessel, in dem er 1883 gestorben sein soll. 

Allerdings wohnte die Familie Marx dort nur zur Miete und zog kurz nach der Geburt des Sohnes ins eigene Haus in der Simeongasse. Ausgerechnet dort, wo der einflussreiche Gelehrte bis zu seinem 17. Lebensjahr wohnte, ist heute ein Euro-Shop untergebracht.

Karl Marx, Statur

Karl Marx- Statur in Trier

Dass Karl Marx ein Sohn der Stadt ist, kann man dennoch kaum übersehen. Denn zu seinem 200. Geburtstag wurde nach heftigen Debatten eine Statue des Philosophen enthüllt, dessen Erbe bis heute für Kontroversen sorgt. Das Werk des Künstlers Weishan Wu zeigt einen nachdenklichen Marx im Gehrock. Die Bronzeskulptur ist 2,3 Tonnen schwer, mit Sockel 5,50 Meter hoch und ein Geschenk von China an Trier. 

 

Versteckte Sehenswürdigkeiten in Trier

Sieh um Dich, Straßenschild, Trier

Sieh um Dich. Der Domfreihof vor der Kathedrale war im Mittelalter der Mittelpunkt eines Gebiets, in dem nur der Erz-Bischof das Sagen hatte. Die sogenannte Domfreiheit war von einer Mauer umgeben und unterstand allein dessen Gericht. Daran erinnert die kleine Gasse „Sieh um Dich”.

Wer damals durch ein Tor in dieses Sträßchen lief, überschritt die Grenze vom weltlichen Rechtsbezirk in den der Domimmunität. Auch Diebe waren dort vor ihren Verfolgern sicher.

Sieh um Dich, Gasse, Trier

Sehenswerte Apotheke. Im Jahr 1241 erstmals urkundlich erwähnt, gilt die Löwen-Apotheke am Hauptmarkt hierzulande als die älteste ihrer Art. Ein Blick hinein lohnt sich: Denn zwischen modernem Design erinnern Ahnenbilder der Apothekerfamilie, eine Stuckdecke und Textbänder im Boden an die Geschichte.

Fotomotiv. Das fast 800 Jahre alte Dreikönigenhaus in der Simeonstraße präsentiert sich mit einer üppig gestalteten Fassade. Kurios erscheint die im ersten Stock platzierte Tür. Sie erinnert an die Zeit, als sich wohlhabende Bewohner vor Dieben schützen wollten. Denn nur über eine Leiter kam man hinein.

Dreikönigenhaus, Trier

Falsche Porta Nigra. Die extravagante Doppelvilla in der Südallee 17/18 ist eine Abstecher wert: Um 1900 entwarf der Architekt Peter Marx dieses Haus, das optisch an Triers berühmtestes Bauwerk erinnert.

Architektonischer Schatz. Die Pfarrkirsche St. Michael im Stadtteil Mariahof ist nicht nur für Trier außergewöhnlich. Denn als Stufenpyramide reckt sie sich mit fünf Stockwerken in die Höhe reckt. Das Gebäude aus den 1960er Jahren steht bereits jetzt unter Denkmalschutz.

Petrisbrunnen, Affen, Hauptmarkt

Man beachte die Affen.

Noch ein Fotomotiv. Der Hauptmarkt ist die gute Stube der Stadt. Hingucker ist der Petrusbrunnen, reich verziert mit Putten, Schwänen und Figuren, die Tugenden wie Klugheit, Mäßigung oder Gerechtigkeit symbolisieren. Wer genau hinguckt, entdeckt im Hintergrund drei Affen, die auf Tugend pfeifen.

Schon gesehen? 

Mosel 2.0 gibt es auch als Magazin!
Über 110 Seiten voller Geschichten, Tipps und Fotos vom Fluss.

Mosel Magazin für Entdecker

mosel. Das Magazin für Entdecker
ISBN 978-3-943123500
11 €, Gaasterland-Verlag
Überall erhältlich, wo es Bücher gibt.

Mehr Infos hier.