Rundgang durch Trier: Das sind die besten Sehenswürdigkeiten

Hinterlassenschaften der Römer, barocke Schönheiten und ein umstrittenes Geschenk aus Fernost. Ein rostiger Turm, der Dom, die Porta Nigra! In Trier wimmelt es von Sehenswürdigkeiten. Ein Rundgang durch die Stadt in Bildern.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Dom, Liebfrauenkirche

Die Fassaden von Dom und Liebfrauenkirche

Trier, Augusta Treverorum, einst römische Großstadt nördlich der Alpen. Günstig an der Mosel gelegen, entwickelte sich die um 17 vor Christus gegründete Stadt zur schillernden Kaiserresidenz.

Seinerzeit galt Trier als Roma secunda, als zweites Rom. Heute gibt es hierzulande kaum einen anderen Ort, an dem man sich so gut vorstellen kann, wie das Leben in einer antiken Metropole gewesen sein muss. Denn was die etwa 110.000 Trierer und Triererinnen für ihre Innenstadt halten, ist für die anderen ein Freilichtmuseum mit Autos und Geschäften.

Altstadt voller Sehenswürdigkeiten

Von den Römer blieben außergewöhnlich gut erhaltene Denkmäler zurück. Neben dem Dom und der Liebfrauenkirche glänzt Trier mit weiteren sieben Römerbauten auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten.

Zu den steinernen Denkmälern gesellt sich mit dem Egbert-Kodex oder Codex Egberti auch ein Weltdokumentenerbe. Das kostbare Buch, das zwischen 977 und 993 unter dem Trierer Erzbischof Egbert entstand, wird er heute in der Schatzkammer der Stadtbibliothek aufbewahrt. 

Allerdings gibt es in Trier nicht nur Antikes zu bewundern. Sondern auch bemerkenswerte Gebäude aus dem Mittelalter und der Neuzeit. 

Turm Luxemburg, Petrisberg

Der Turm Luxemburg auf dem Petrisberg

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, begibt man sich am besten auf den Petrisberg, um von oben auf Trier herunter zu gucken. Vom Zentrum aus windet sich die Sickingenstraße zum dem ehemaligen Truppenübungsplatz hinauf.

Bereits 30 vor Christus hatten die Römer dort auf dem Hügel ein Militärlager aufgeschlagen. Ab Juli 1945 kamen die Franzosen. Nach deren Abzug wurde das Gelände zur Landesgartenschau fein gemacht. Zu diesem Anlass schenkte die Stadt Luxemburg der Stadt Trier eine ungewöhnliche, begehbare Skulptur. Den „Turm der Träume und Sehnsüchte”, den der renommierte Luxemburger Architekt François Valentiny konzipierte.

Sehenswürdigkeiten, Turm Luxemburg

Über eine Treppe gelangt man auf die Plattform des Turm Luxemburgs.

Die etwa 20 Meter hohe Stahl-Konstruktion, im Volksmund Turm Luxemburg genannt, sieht nur so aus als würde er rosten.

Nur wenige Geh-Minuten davon entfernt liegt in einer Kurve ein beliebter Aussichtspunkt der Stadt. Diese Plattform wird schon deshalb so rege besucht, weil man davor prima in einer Haltebucht parken kann. 

Aussicht auf Trier 

Alles von Rang und Namen in Trier ist von hier aus gut zu erkennen: Vom roten Ziegeldach der Konstantin-Basilika bis hin zu den Ruinen der Kaiserthermen, die nie einen Tropfen Wassern gesehen haben.

Denn weil Auftraggeber Kaiser Konstantin seinen Amtssitz von Trier nach Konstantinopel verlegte, wurde der derzeit schon recht weit fortgeschrittene Prachtbau gestoppt. Das Labyrinth der römischen Kellergänge ist von oben allerdings nicht zu sehen. Aber auch kein Zipfelchen von der Mosel.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkt Petrisberg

Die Aussicht vom Petrisberg auf Trier

Dass Trier an der Mosel liegt, merkt man ohnehin nur in Zurlauben. Am Zurlaubener Ufer, wie die schmale Gasse im Stadtplan heißt, lebten früher die Fischer und Schiffer. Um 1800 wurden viele der Häuschen mit kleinen Gärtchen und Pavillons gebaut.

Heute sind darin Gaststätten untergebracht – von der Kneipe bis zum Gourmettempel ist alles dabei. Davor Biergärten mit mehr als 700 Sitzplätze im Freien, die einen schönen Blick auf die roten Felsen am gegenüberliegenden Ufer bieten.

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Auch bei Regen schön: Das ehemalige Fischerdorf Zurlauben

Wer nun also die Mosel von oben sehen will, ist oberhalb dieser roten Felsen gut aufgehoben. Denn der beste Aussichtspunkt liegt auf dem Markusberg über dem Stadtteil West-Pallien. Man erkennt ihn schon von weitem, weil sich dort die 40 Meter hohe Mariensäule erhebt.

Weitgehend finanziert von privaten Spendern, erstrahlt das Bauwerk im Dunklen in gelbem Licht. Wer möchte, bestellt bei der Dom-Information die Beleuchtung als Geschenk für einen lieben Menschen. Für 5 Euro pro Nacht bekommt man eine Urkunde, in die man eine persönliche Widmung eintragen kann.

Trier, Sehenswürdigkeiten, Mariensäule

Die Mariensäule

Aber man besten sieht die Säule mit der Marienstatur natürlich aus der Nähe aus. Sie ist mit dem Auto vom Stadtteil Euren über die Straße Auf der Jüngt und mit den Bussen der Linie 10 leicht zu erreichen.

Tipp: Etwa 20 Minuten zu Fuß von der Säule entfernt liegt der Sirzenicher Wasserfall. Ein Abstecher lohnt sich. Einfach der Beschilderung folgen.

Über die Römerbrücke zur Porta Nigra

Auch von der Plattform an der Säule sind viele der neun Welterbestätten schön zu sehen. Zum Beispiel das Amphitheater oder die Römerbrücke, Deutschlands älteste Brücke. Ob die rund 14.000 Autofahrer pro Tag wohl wissen, dass sie sich beim Überqueren der Mosel auf 1850 Jahre alte Stützpfeiler verlassen?

Über Jahrhunderte hinweg warfen die Römer Geldstücke als Glücksbringer übers Brückengeländer, um die Flussgöttin Mosella milde zu stimmen. Als Anfang der 1970er Jahre das Moselwasser wegen Schleusenarbeiten abgelassen wurde herrschte im trockenen Flussbett Goldgräberstimmung. Die Menschen buddelten und bargen hunderttausende antiker Münzen im Moselkies!

Trier, Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkt

Aussicht von der Mariensäule über Trier

Oder die berühmte Porta Nigra, das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Schon gehört, dass es früher eine wesentlich hellere Farbe hatte? Überhaupt: Längst nicht jeder weiß, welch kuriosen Wandel Triers Wahrzeichen erlebte.

Denn im Mittelalter wurde das römische Tor in eine Stiftskirche umgebaut. Erst Napoleon, der es mit Kirchen bekanntlich nicht so hatte, setzte sie mehrere hundert Jahre später zurück in ihre ursprüngliche Gestalt.

Römer, Porta Nigra

Im Inneren der Porta Nigra.

Tipp: Wenn man durch die drei Etagen des Stadttores läuft, kann man die Umbauten in den verschiedenen Epochen noch gut erkennen (mehr dazu ⇒So spannend ist die Porta Nigra von innen). Nicht verpassen, es lohnt sich!

Rundgang im Dom St. Peter

Trier gehört zu den ganz frühen Orten des Christentums. Immerhin nennt die Stadt die älteste Bischofskirche im Land ihr Eigen. Doch der Trierer Dom St. Peter ist mehr als ein Ort der Stille und des Gebets. Dieses Gotteshaus war eine der größten Kirchenanlagen zu römischer Zeit und bietet eine einzigartige Zeitreise durch die Epochen.

Dom, Trier

Der Trierer Dom

Denn seit dem vierten Jahrhundert wurde der Dom immer wieder umgebaut, nach Zerstörungen wieder erweitert und ausgeschmückt. Deshalb kann man heute an diesem einen Platz in sage und schreibe 1.700 Jahre Architekturgeschichte eintauchen. Es ist dieser einzigartige Stilmix, der die Kathedrale zu einem kostbaren Kulturschatz der Menschheit macht.

Und gleich nebenan beeindruckt die filigrane Liebfrauenkirche mit ihrem Licht, der bunten Glaskunst der Fenstern und ihrem ungewöhnlichen Grundriss in Form einer zwölfblättrigen Rose. Die Architektur galt bei ihrer Entstehung im Mittelalter als revolutionär. Zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg gilt die Liebfrauenkirche als älteste gotische Kirche in Deutschland.

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Die Liebfrauenkirche

Magischer Kreuzgang

Doch es gibt noch ein Kleinod zu entdecken, was bislang immer noch viele Besucher und Besucherinnen übersehen. Wer rechts im Dom, gleich neben den flackernden Kerzen, die Glastür öffnet und durch die zweite Tür dahinter tritt, gelangt an einen atmosphärischen Ort.

Denn das Kirchen-Ensemble ist durch einen gotischen Kreuzgang miteinander verbunden, der einen kleinen Friedhof umschließt. Dort haben ehemalige Erzbischöfe ihre letzten Ruhestätten gefunden. Es ist ein ganz besonderer Ort der Stille, an dem man fernab vom Trubel der Stadt seinen Gedanken nachgehen kann.

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Kreuzgang am Trier Dom

Viel bekannter ist hingegen der Domstein vor dem Portal, auf dem Kinder unbekümmert turnen. Dabei ist die wohl älteste Rutschbahn Deutschlands einst eine der Säulen in der Kirche gewesen.

Kirchen in Trier

Im Inneren des Gotteshauses legen Besucher den Kopf in den Nacken, um die barocke Stuckdecke in der Westapsis zu sehen. Doch die kostbarste Reliquie des Doms, der Heilige Rock, wird verschlossen aufbewahrt und nur äußerst selten öffentlich gezeigt.

Der Legende nach soll Kaiserin Helena das Gewand im Jahr 327 von einer Pilgerfahrt nach Jerusalem mitgebracht haben. Aber belegt ist weder die Herkunft noch die Echtheit. 

Dom, Stuckdecke

Die barocke Stuckdecke im Trierer Dom

Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist der Dom St. Peter das größte aller Kirchengebäude der Stadt. Und davon gibt viele.

Wegen seiner vielen Gotteshäuser nannte Goethe die Stadt bei einem Besuch despektierlich ein „altes Pfaffennest”. Zwar machte Napoleon ein Dutzend Kirchen und Klöster dem Erdboden gleich. Dennoch stehen heute noch immer über 30 Kirchen in Trier.

St.Matthias, Trier

St.Matthias in Trier

Zum Beispiel zieht es Pilgerscharen in die Benediktinerabtei St. Matthias im Süden der Stadt. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird dort das Grab des Apostels Matthias verehrt, dessen Haupt zuvor lange Zeit in Kobern-Gondorf ruhte (weiterlesenDas Geheimnis der Matthiaskapelle)

Barocke Baukunst in St. Paulin

Ein besonderes sakrales Glanzstück versteckt sich im Trierer Norden: Die Kirche St. Paulin. Hinter der schweren Eichenholztür eröffnet sich dem Besucher ein Farbenspektakel. Die hohen Wände sind leuchtend weiß und lenken den Blick auf den goldenen Hochaltar. Engel scheinen im Raum zu schweben.

Und über allem erstreckt sich ein gewaltiges Deckenfresko mit Hunderten von Figuren, die die Geschichte des heiligen Paulinus und das Martyrium der Thebäischen Legion erzählen. Die Inneneinrichtung trägt die Handschrift des Würzburger Baumeisters Balthasar Neumann, dessen Antlitz einst den 50-DM-Schein prägte. 

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Der imposante Innenraum von St.Paulin

Die Konstantin Basilika als Machtsymbol

Doch eines der bekanntesten Gotteshäuser in Trier war ursprünglich überhaupt gar keine Kirche. Denn die Konstantin Basilika wurde vom namensgebenden Kaisers als Audienzhalle gebaut.

Deren Ausmaße sind enorm: 67 Meter lang, 27 Meter breit, 33 Meter hoch. 1.300 Menschen finden in der riesigen Halle Platz. Mit der Architektur wollten die Römer Größe und Macht ihres Weltreichs demonstrieren, was ihnen auch eindrucksvoll gelang. Die kolossale Dimension der Basilika imponiert noch heute.

Konstantin-Basilika, Trier

Innenraum der Konstantin-Basilika

Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird dieses Überbleibsel der Kaiserzeit als erste protestantische Kirche im katholischen Trier genutzt. Um dagegen zu protestieren, setzten aufgebrachte Trierer Katholiken damals die Mariensäule auf den gegenüberliegenden Hügel.

Kurfürstlicher Palais mit Garten

Weiter geht die Tour linkerhand um die Ecke. Denn unmittelbar neben der Konstantin-Basilika leuchtet zartrosa das Kurfürstliche Palais. Das Rokoko-Gebäude war vom 17. Jahrhundert bis 1798 die Residenz der Erzbischöfe von Trier.

Heute beherbergt es zwar eine Behörde. Aber regelmäßig gastiert dort das Moselmusikfestival. So bekommt man den Barocksaal grundsätzlich nur zu bestimmten Terminen (die Tourist-Info hilft weiter) oder eben bei Konzerten zu sehen.

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Das Kurfürstliche Palais

Doch der angrenzende, elegante Palastgarten, eine architektonische Kostbarkeit, ist jederzeit zugänglich für jedermann. Ein zauberhaftes Blumenparadies ähnlich dem Stil, wie wir ihn von den antiken griechisch-römischen Gärten kennen. Mit plätscherndem Brunnen und imposanten Statuen am Wegesrand.

Karl Marx für Trier

Neuerdings wurde Trier um eine gewaltige Statue reicher. Wem wurde auf dem Simeonstiftplatz damit wohl gedacht? Immerhin lebten berühmte Römer in der Stadt, Napoleon war da und Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Auch Guildo Horn ist in Trier geboren.

Doch in der Brückenstraße Nummer 10 erblickte am 5. Mai 1818 ein Mann das Licht der Welt, der selbige revolutionieren wollte: Karl Marx, dessen Geburtsurkunde Emmerich Grach unterschrieb. Er war derzeit der zweite Bürgermeister von Trier und Ururururgroßvater von TV-Moderator Günther Jauch.

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Das Karl-Marx-Haus in Trier

Heute beherbergt das Karl-Marx-Haus eine Dauerausstellung über das Leben und Werk des geistigen Vaters des Kommunismus. Das außergewöhnlichste Exponat ist wohl der Sessel, in dem er 1883 gestorben sein soll. 

Allerdings wohnte die Familie Marx dort nur zur Miete und zog kurz nach der Geburt des Sohnes ins eigene Haus in der Simeongasse. Ausgerechnet dort, wo der einflussreiche Gelehrten bis zu seinem 17. Lebensjahr wohnte, ist inzwischen ein Ein-Euro-Shop untergebracht.

Karl Marx, Statur

Karl Marx- Statur in Trier

Dass Karl Marx ein Sohn der Stadt ist, kann man dennoch kaum übersehen. Denn zu seinem 200. Geburtstag wurde nach heftigen Debatten eine Statue des Philosophen enthüllt, dessen Erbe bis heute für Kontroversen sorgt. 

Das Werk des Künstlers Weishan Wu zeigt einen nachdenklichen Marx im Gehrock. Die Bronzeskulptur ist 2,3 Tonnen schwer, mit Sockel 5,50 Meter hoch – und ein Geschenk von China an dessen Geburtsstadt Trier. 

 

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