Maare-Mosel-Radweg: Rollen wie auf Schienen

Durch die hügelige Vulkaneifel radeln ohne aus der Puste zu kommen – wie kann das gehen? Auf dem Maare-Mosel-Radweg, natürlich. Über den stillgelegten Bahndamm führt die Tour von Daun in der Eifel bis ans Ufer der Mosel. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Brücke

Unterwegs auf dem Maare-Mosel-Radweg.

Stillgelegte Eisenbahnstrecken in Radwege umzuwandeln ist eine prima Idee. Denn sie kommen selten mit Autos in Berührung, sind meistens asphaltiert und bieten von der hohen Warte des Bahndamms immer wieder eine schöne Aussicht.

Fast 500 solcher Bahntrassen-Radwege gibt es mittlerweile im Land. Und der Maare-Mosel-Radweg gehört sicherlich zu den schönsten.

Parken am Bahnhof Daun

Der Maare-Mosel-Radweg beginnt am alten Bahnhof in Daun. Wer möchte, kann sein Auto dort kostenlos parken. Doch die meisten Radler kommen ohnehin mit dem Bus. 

Während der Saison (von April bis November) fährt der RegioRadler-Bus Mosel-Maare alle zwei Stunden ab Bernkastel-Kues zum Startpunkt in der Eifel. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Bahnhof Daun

Der alte Bahnhof Daun, Startpunkt Maare-Mosel-Radweg

Der Andrang an den Haltestellen ist vormittags mitunter groß. Um überhaupt mitgenommen zu werden, sollte man sich mit einer Reservierung (dafür hier klicken) einen Platz auf dem Fahrradanhänger sichern.

Ein Tipp zum Sparen: Das Einzelticket kostet 12,60 € plus 3 € für das Fahrrad. Doch es lohnt sich, Gleichgesinnte an der Haltestelle anzusprechen. Denn wer mit anderen eine Fahrgemeinschaft bildet, kommt deutlich billiger weg:

Für die Gruppenkarte (gültig ab 9 Uhr) zahlen fünf Personen zusammen nur 25,40 € für die Fahrt nach Daun. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Schlitzohr

Der Tunnel Großes Schlitzohr, gebaut um 1900

Dort, am Weg zum Startpunkt, gibt es eine nette Bäckerei, wo man sich mit Teilchen und Brötchen vor der Abfahrt erst einmal stärken kann. Auch am Bahnhof steht ein alter Eisenbahnwagon, der heute eine Gaststätte beherbergt.

Gleich daneben liegt der Einstieg zur stillgelegten Trasse, die über Wittlich bis ans Ufer der Mosel führt.

Von Daun über Wittlich nach Bernkastel

Noch bis Anfang der 1980er Jahre tuckerten Züge über diesen Bahndamm und durch den Tunnel mit dem schönen Namen Großes Schlitzohr.

Inzwischen ist die um 1900 gebaute Röhre für Fledermäuse und Radler reserviert.

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Dauner Viadukt

Das Dauner Viadukt

Um die tierischen Bewohner vor dem Rummel zu schützen, wurde eine Zwischendecke eingezogen. Doch die meisten Radfahrer sind darüber vermutlich genauso froh.

Genau 58 Kilometer sind es von Daun bis zum Ziel Bernkastel-Kues. Eine Strecke, die man in gut vier Stunden bewältigen kann. Denn es werden zwar durchaus beachtliche Höhenunterschiede überwunden, aber die Steigungen überschreiten nie mehr als drei Prozent.

Steilere Wege hätten die schweren Lokomotiven mit ihren Waggons nicht geschafft, für die man die Strecke im 19. Jahrhundert baute.

 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Eisenbahn-Relikt

Eine alte Lok am Maare-Mosel-Radweg

Deshalb erfordert der Maare-Mosel-Radweg weder gut trainierte Beine noch ein Fahrrad mit allen Schikanen. Die Route ist wie gemacht für Sonntagsfahrer, Klappräder und Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren.

Zu sehen gibt es unterwegs genug: Meist fährt man an Ginstersträuchern und duftenden Wiesen vorbei, rollt über Brücken hinweg und durch Brücken hindurch. Und passiert, je nach Saison, ockerfarbene oder dunkelgrüne Wälder. 

Man sieht braune oder schwarz-weiße Kühe. Und die entspannten Eifler Kühe gucken kauend zurück.

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Landschaft

Kühe am Maare-Mosel-Radweg

Imposante Viadukte, Tunnel, eine alte Lok und der restaurierte Bahnhof in Gillenfeld bilden die eisenbahnhistorische Kulisse. Der Maare-Mosel-Radweg streift kleine Ortschaften, erloschene Vulkane und Naturschutzgebiete. 

Schleifen fahren

Auf der Strecke gibt es eine Vielzahl von ausgeschilderten Abstechern, die zu Sehenswürdigkeiten wie Burgen oder den namensgebenden Maaren führen. Sie werden in Schleifen gefahren und leiten immer wieder zum Ausgangspunkt auf die Eisenbahntrasse zurück. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Pleiner Viadukt

Das Pleiner Viadukt auf Maare-Mosel-Radweg

Natürlich ist hin und wieder auch kräftig in die Pedale treten angesagt. Zwar ist die Steigung sanft, aber dafür kontinuierlich auf langen Strecken. Besonders am Anfang bis zum Großen Schlitzohr hört man Menschen auf ihren Drahteseln stöhnen. 

Doch meistens verläuft der Maare-Mosel-Radweg leicht abschüssig oder flach. Und immer wieder genießt man beim Rollen über den Damm einen fabelhaften Blick über die Täler. Immerhin stolze 31 Meter misst das vor 100 Jahren errichtete Pleiner Viadukt. Ein Meisterwerk der Ingenieure.

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Pleiner Tunnel

Dank Beleuchtung müssen Hasenfüße nicht durchs Dunkle radeln.

Bei Hasborn ist noch einmal eine kleine Steigung zu bewältigen. Doch dann geht’s rund. Das Rad wird ganz von alleine immer schneller. Denn in Richtung Wittlich geht’s über etliche Kilometer rasant bergab. Mit der Sonne im Gesicht fliegt die Landschaft rechts und links nur so vorbei. 

Dann werden mit ordentlichem Tempo gleich mehrere Röhren nacheinander passiert. Immerhin zählt die längste davon satte 585 Meter. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, altes Viadukt

Betreten verboten! Ein schönes, aber baufälliges Viadukt bei Plein.

Und für einen Moment lang wähnt man sich in einer anderen Welt, denn in einer Kurve bei Plein präsentiert sich ein verwunschenes Viadukt. Harry Potter lässt grüßen! 

In Wittlich verläuft die Strecke ein Stück weit durch die Stadt. Dann führt der Maare-Mosel-Radweg über Wengerohr und Platten weiter über Maring in Richtung Lieser.

Einkehren am Maare-Mosel-Radweg

Unterwegs lohnt sich ein Stopp in der winzigen Ortschaft Siebenborn. Denn direkt am Radweg liegt die Klostermühle, wo man sich im Restaurant für die Trampelei belohnen kann. 

Maare-Mosel-Radweg, Klostermühle, Siebenborn

Die Klostermühle am Maare-Mosel-Radweg

Wer einmal sitzt, kommt so schnell nicht mehr in die Gänge. Aber egal, denn nur ein paar Kilometer weiter in Bernkastel-Kues endet ohnehin die lange Fahrt.

Übrigens: Natürlich radeln die meisten am liebsten von Daun nach Bernkastel-Kues, da es über lange Strecken bergab geht. Doch ehrgeizige Radler können natürlich auch die Gegenrichtung bergauf nehmen.

Mehr Infos und den Busfahrplan gibt es hier.    

 

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