Maare-Mosel-Radweg: Wie auf Schienen

Durch die hügelige Vulkaneifel radeln ohne aus der Puste zu kommen – wie soll das denn gehen? Auf dem Maare-Mosel-Radweg, natürlich. Über den stillgelegten Bahndamm geht es von Daun bis ans Ufer der Mosel. 

Maare-Mosel-Radweg, Brücke

Maare-Mosel-Radweg, Brücke

Stillgelegte Eisenbahnstrecken in Radwege umzuwandeln ist eine prima Idee. Sie kommen selten mit Autos in Berührung, sind meistens asphaltiert und bieten vor allem von der hohen Warte des Bahndamms immer wieder eine fabelhafte Aussicht.

Fast 500 solcher Bahntrassen-Radwege gibt es mittlerweile im Land. Und der Maare-Mosel-Radweg gehört sicher zu den schönsten.

Bahnhof Daun, Maare-Mosel-Radweg

Der alte Bahnhof Daun, Startpunkt Maare-Mosel-Radweg

Der Maare-Mosel-Radweg beginnt am alten Bahnhof in Daun und führt über Wittlich bis ans Ufer der Mosel.

Noch bis Anfang der 1980er Jahre tuckerten Züge durch den Tunnel mit dem schönen Namen Großes Schlitzohr. Inzwischen ist die um 1900 gebaute Röhre für Fledermäuse und Radler reserviert.

Um die tierischen Bewohner vor dem Rummel zu schützen, wurde eine Zwischendecke eingezogen. Doch die meisten Radfahrer sind darüber vermutlich genauso froh.

Maare-Mosel-Radweg, Schlitzohr

Der Tunnel Großes Schlitzohr, gebaut um 1900

Knapp 60 Kilometer sind es bis zum Ziel Bernkastel-Kues. Eine Strecke, die man in gut vier Stunden bewältigen kann. Denn es werden auf dem Radweg zwar beachtliche Höhenunterschiede überwunden, aber die Steigungen überschreiten nie mehr als sanfte drei Prozent.

Steiler wird’s nicht bis zur Mosel

Denn mehr hätten die schweren Lokomotiven mit ihren Waggons nicht geschafft, für die man die Strecke im 19.Jahrhundert baute.

Maare-Mosel-Radweg, Dauner Viadukt

Das Dauner Viadukt

Deshalb erfordert der Maare-Mosel-Radweg weder gut trainierte Beine noch ein Fahrrad mit allen Schikanen. Die Route ist wie gemacht für Sonntagsfahrer, Klappräder und Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren.

Zu sehen gibt es unterwegs genug: Meist fährt man an Ginstersträuchern und duftenden Wiesen vorbei, rollt über Brücken hinweg und durch Brücken hindurch. Und passiert, je nach Saison, ockerfarbene oder dunkelgrüne Wälder. 

Eisenbahn-Relikt, Maare-Mosel-Radweg

Eisenbahn-Relikt am Maare-Mosel-Radweg

Imposante Viadukte, Tunnel und der restaurierte Bahnhof in Gillenfeld bilden die eisenbahnhistorische Kulisse.

Natürlich ist hin und wieder auch in die Pedale treten angesagt. Besonders am Anfang der Strecke bis zum Dauner Viadukt hört man Menschen auf ihren Drahteseln stöhnen. Doch die meiste Zeit verläuft der Maare-Mosel-Radweg leicht abschüssig oder flach.

Maare-Mosel-Radweg, Landschaft

Kühe am Maare-Mosel-Radweg

Der Maare-Mosel-Radweg streift kleine Ortschaften, das Holzmaar und Naturschutzgebiete. Man sieht braune oder schwarz-weiße Kühe. Und die entspannten Eifler Kühe gucken kauend zurück. 

Aussicht satt

Und immer wieder genießt man beim Rollen über den Damm einen fabelhaften Blick über die Täler. Immerhin stolze 31 Meter misst das vor 100 Jahren errichtete Pleiner Viadukt. Ein Meisterwerk der Ingenieure.

Maare-Mosel-Radweg, Pleiner Viadukt

Das Pleiner Viadukt auf Maare-Mosel-Radweg

Bei Hasborn ist noch einmal eine kleine Steigung zu bewältigen. Doch dann geht’s rund. Das Rad wird ganz von alleine immer schneller. Denn in Richtung Wittlich geht’s über etliche Kilometer rasant bergab. 

Mit der Sonne im Gesicht fliegt die Landschaft rechts und links nur so vorbei. 

Pleiner Tunnel, Maare-Mosel-Radweg

Dank Beleuchtung müssen Hasenfüße nicht durchs Dunkle radeln.

Dann werden mit ordentlichem Tempo gleich mehrere Röhren nacheinander passiert. Immerhin zählt die längste davon satte 585 Meter. 

Einen Moment lang wähnt man sich in einer anderen Welt, denn in einer Kurve präsentiert sich ein verwunschenes Viadukt. Harry Potter lässt grüßen! 

Maare-Mosel-Radweg, altes Viadukt

Betreten verboten! Ein schönes, aber baufälliges Viadukt bei Plein.

In Wittlich führt die Strecke ein Stück weit durch die Stadt. Dann rollt man schließlich in das ruhige Tal der Lieser. In Bernkastel endet die lange Fahrt.

PS: Ehrgeizige Radler können natürlich auch die Gegenrichtung bergauf nehmen. Alle anderen bringt der Radler-Bus von der Mosel an den Start.   

 

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