Maare-Mosel-Radweg: Wie auf Schienen

Hinter Gillenfeld beginnt die ganz große Freiheit. Aber eben erst dahinter. Davor muss zunächst hin und wieder kräftig in die Pedale getreten werden. Unterwegs auf dem Maare-Mosel-Radweg.

 

Maare-Mosel-Radweg, Brücke

Maare-Mosel-Radweg, Brücke

Die Tour beginnt am Bahnhof in Daun. Von Bernkastel-Kues fährt in der Saison mehrmals täglich ein Bus mit Fahrradanhänger bis zum Startpunkt, das ist praktisch.

Wer rechtzeitig einen Platz reserviert hat, wird sogar mitgenommen. Der Andrang an den Haltestellen ist vormittags so groß, dass man prima Gemeinschaften für das rabattierte Gruppenticket bilden kann. 

Bis Anfang der 1980er Jahre tuckerten von den Höhen der Vulkaneifel noch Züge über Eckfeld und Wittlich bis ans Ufer der Mosel.

Maare-Mosel-Radweg, Schlitzohr

Der Tunnel Großes Schlitzohr, gebaut um 1900

Die Schienen sind inzwischen verschwunden. Doch einen Tunnel mit dem schönen Namen Großes Schlitzohr hat man stehen lassen.

Weil Fledermäuse darin wohnen, hat man eine Zwischendecke eingezogen. In erster Linie zu deren Schutz. Doch die meisten Radfahrer sind vermutlich genauso froh darüber.

Geblieben sind auch imposante Viadukte und der restaurierte Bahnhof in Gillenfeld. Ebenso ein Wartehäuschen an der Strecke.

Maare-Mosel-Radweg, Dauner Viadukt

Das Dauner Viadukt

Und mit ihnen einer der schönsten Bahntrassen-Radwege im Land: der Maare-Mosel-Radweg hat den Bahndamm übernommen.

Knapp 60 Kilometer sind es von Daun bis zum Ziel Bernkastel-Kues. Eine Strecke, die man – ohne Pausen –  in gut vier Stunden bewältigen kann.

Denn es geht zwar immer wieder kurz bergan und bergab. Meist radelt man jedoch ebenerdig an Ginstersträuchern und Wäldern vorbei.

Maare-Mosel-Radweg, Landschaft

Maare-Mosel-Radweg, Landschaft

Über eine Autobahn hinweg und durch Brücken hindurch. Der Maare-Mosel-Radweg streift Ortschaften und Naturschutzgebiete.

Um die namensgebenden Maare zu sehen, muss man die Trasse jedoch verlassen. Das Holzmaar liegt allerdings direkt um die Ecke.

Man sieht braune oder schwarz-weiße Kühe. Und die Kühe gucken kauend zurück.

Maare-Mosel-Radweg, Pleiner Viadukt

Maare-Mosel-Radweg, Pleiner Viadukt

Bei Hasborn ist noch einmal eine kleine Steigung zu bewältigen. Doch dann passiert’s. Das Rad wird von Sekunde zu Sekunde schneller. In Richtung Wittlich geht’s über etliche Kilometer rasant bergab.

Mit der Sonne im Gesicht und Wind in den Haaren fliegt die Landschaft rechts und links nur so vorbei.

Einen Moment lang wähnt man sich in einer anderen Welt, denn in einer Kurve bei Plein präsentiert sich ein verwunschenes Viadukt, das so aussieht wie aus Harry Potter entsprungen.

Maare-Mosel-Radweg, altes Viadukt

Ein weiteres Viadukt bei Plein.

Dann werden übers Lenkrad gebeugt mit ordentlichem Tempo mehrere Tunnel nacheinander passiert. Einer davon ist sogar länger als 560 Meter. Entwarnung für Hasenfüße: In den Röhren brennt natürlich Licht.  

In Wittlich führt die Strecke ein Stück weit durch die Stadt. Dann rollt man schließlich fix und fertig durchs Tal der Lieser. In Bernkastel endet die Tour. 

 

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