Maare-Mosel-Radweg: Das muss man wissen!

Durch die Vulkaneifel radeln ohne aus der Puste zu kommen – wie kann das gehen? Auf dem Maare-Mosel-Radweg, natürlich. Denn die Tour führt über eine stillgelegte Bahntrasse von Daun an die Mosel. Zu sehen gibt es Landschaft, Viadukte und eine Hausbrauerei, in die man Einkehren kann.

 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Brücke

Unterwegs auf dem Maare-Mosel-Radweg.

Stillgelegte Eisenbahnstrecken in Radwege umzuwandeln ist eine prima Idee. Denn sie kommen selten mit Autos in Berührung und führen durch unberührte Natur. Zudem sind sie meistens durchweg asphaltiert und bieten von der hohen Warte des Bahndamms immer wieder eine schöne Fernsicht.

Fast 500 solcher Bahntrassen-Routen gibt es im Land. Die Eifel ist sogar von einem ganzen Netz durchzogen. Und der Maare-Mosel-Radweg gehört sicherlich zu den schönsten. Denn er bietet alles, was das Bahntrassen-Radeln so besonders macht: Breite Pfade, lange beleuchtete Tunnel und jede Menge Eisenbahn-Nostalgie.

Starten am Bahnhof Daun

Der Maare-Mosel-Radweg führt in sechs Etappen, je zwischen fünf und 35 Kilometer lang, von der Eifel an die Mosel.

Die Tour beginnt am alten Bahnhof in Daun. Wer möchte, kann sein Auto dort kostenlos parken. Doch die meisten Radler kommen ohnehin mit dem Bus. Während der Saison fährt der RegioRadler Bus ab etwa 7 Uhr morgens alle zwei Stunden ab Bernkastel-Kues über Wittlich zum Startpunkt in der Eifel. 

Eifel, Bahnhof Daun

Der alte Bahnhof Daun, Startpunkt Maare-Mosel-Radweg

Der Andrang an den Haltestellen ist vormittags mitunter groß. Deshalb sollte man sich vorab unbedingt mit einer Reservierung einen Platz auf dem Fahrradanhänger sichern.

Ein Tipp zum Sparen: Das Einzelticket kostet 12,60 €. Je 3 € fürs Fahrrad kommen hinzu. Doch wer mit anderen Radfahrern eine Fahrgemeinschaft bildet, kommt deutlich billiger weg. Denn fürs Gruppenticket zahlen bis zu fünf Personen zusammen nur 25,40 €. Deshalb lohnt es sich, Gleichgesinnte an der Haltestelle anzusprechen. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Schlitzohr

Der Tunnel Großes Schlitzohr, gebaut um 1900

Nicht gefrühstückt? Kein Problem. In Daun findet man in der Nähe der Haltestelle eine nette Bäckerei, in der man sich vor der Abfahrt mit belegten Brötchen eindecken kann. Zudem steht am Bahnhof ein alter Eisenbahnwagon, der heute eine Gaststätte beherbergt.

Und gleich neben dem Wagon liegt der Einstieg auf die stillgelegten Trasse, die über Eckfeld und Wittlich bis an die Mosel führt.

Von Daun über Wittlich nach Bernkastel

Seit 1910 verband sie den Bahnhof Daun mit dem Bahnhof Wengerohr bei Wittlich. Für viele Orte in der Eifel war diese Bahnlinie damals ein ganz großer Fortschritt. Zum einen wurden damit Güter wie Holz, Kies und Kartoffeln transportiert. Zum anderen konnten nun viele Menschen wesentlich einfacher die Kreisstadt zum Arbeiten erreichen.

Noch bis Anfang der 1980er Jahre tuckerten Züge über den Damm, um durch den Tunnel mit dem schönen Namen Großes Schlitzohr zu donnern. Dann legte die Deutsche Bahn die Strecke still. Der Grund: zu geringe Fahrgastzahlen. Deshalb ist die um 1900 gebaute Röhre nur noch für Fledermäuse und Radler reserviert.

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Dauner Viadukt

Das Dauner Viadukt

Um die fliegenden Bewohner vor dem Rummel zu schützen, wurde eine Zwischendecke eingezogen. Doch die meisten Radfahrer sind vermutlich genauso froh, unbehelligt von den Tieren durch den Tunnel sausen zu können.

Radweg mit 3 Prozent Steigung

Genau 58 Kilometer sind es von Daun bis nach Bernkastel-Kues. Eine Strecke, die man in gut vier Stunden bewältigen kann. Zwar werden unterwegs beachtliche Höhenunterschiede überwunden, aber die Steigungen überschreiten nie mehr als sanfte drei Prozent.

Denn steilere Wege hätten die schweren Lokomotiven mangels Kraft nicht gemeistert, für die man diese Strecke im 19. Jahrhundert baute.  

 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Eisenbahn-Relikt

Eine alte Lok am Maare-Mosel-Radweg

Um Täler und Berge zu überwinden, wurden damals Tunnel und schöne Brücken errichtet. Deshalb erfordert der Maare-Mosel-Radweg weder gut trainierte Beine noch ein Fahrrad mit allen Schikanen. Drei Gänge sind ideal. Die Route ist wie gemacht für Sonntagsfahrer, Klappräder und sportliche Kinder ab etwa zehn Jahren.

Sehenswertes am Maare-Mosel-Radweg

Zu sehen gibt es unterwegs genug. Meist fährt man an Ginstersträuchern und duftenden Wiesen vorbei. Man rollt über Brücken hinweg und durch Brücken hindurch. Und passiert, je nach Saison, ockerfarbene oder dunkelgrüne Wälder. 

Man sieht braune oder schwarz-weiße Kühe. Und die entspannten Eifeler Kühe gucken kauend zurück.

Eifel, Landschaft, Kühe

Kühe am Maare-Mosel-Radweg

Der Maare-Mosel-Radweg streift kleine Ortschaften, erloschene Vulkane und weitläufige Naturschutzgebiete. Drei Viadukte, vier lange Tunnel, der Bahnhof in Gillenfeld und originale Bahnstrecken-Schilder bilden die eisenbahnhistorische Kulisse. Auch ein Wartehäuschen sowie ein Lok sind übrig geblieben. 

Erlebnis-Schleifen fahren

Auf der Strecke gibt es bislang 15 ausgeschilderte Abstecher, die zu Sehenswertem abseits der Bahntrasse führen. Etwa zu den Manderscheider Burgen, Klöstern und Museen. Oder zu Plätzen mit Panoramablicken. Insbesondere zwischen Daun und Schalkenmehren führen Pfade zu den namensgebenden Maaren.

Lavabombe, Strohn, Vulkaneifel

Die Lavabombe.

Zum Beispiel führt die zwölf Kilometer lange Schleife „Strohn–Mückeln” am Vulkanhaus Strohn und der 120 Tonnen schweren Lavabombe vorbei. Und auf der 6,5 Kilometer langen Tour „Brockscheid–Holzmaar” kann eine der wenigen Glockengießereien Deutschlands besichtigt werden.

Wie der Name verspricht, werden sämtliche Abstecher in Schleifen gefahren und leiten immer wieder zum Ausgangspunkt auf die Bahntrasse zurück. Allerdings, das sollte man wissen, sind einige dieser Wege wesentlich steiler als der Bahntrassenpfad.

Natürlich ist auch auf der Trasse hin und wieder kräftig in die Pedale treten angesagt. Zwar ist die Steigung sanft, aber dafür auf langen Strecken kontinuierlich. Besonders am Anfang bis zum Tunnel Großen Schlitzohr hört man Menschen auf ihren Drahteseln stöhnen. Viele meckern scherzhaft, so hätten sie die Tour aber nicht gebucht.

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Pleiner Viadukt

Das Pleiner Viadukt auf Maare-Mosel-Radweg

Doch meistens verläuft der Maare-Mosel-Radweg leicht abschüssig oder flach – ganz wie versprochen. Und immer wieder genießt man beim Rollen über den Damm einen fabelhaften Blick über die Täler.

Eisenbahnromantik und Landschaft

Immerhin stolze 31 Meter misst das 99 Meter lange Pleiner Viadukt. Heute wie damals ein Meisterwerk der Ingenieure. 1910 wurde es fertiggestellt, um auf schlanken Pfeilern die Kluft von Berg zu Berg überbrücken. 

Maare-Mosel-Radweg, Eifel, Pleiner Tunnel

Dank Beleuchtung müssen Hasenfüße nicht durchs Dunkle radeln.

Zwar hat die Wehrmacht das grandiose Bauwerk 1945 gesprengt, doch neun Jahre später wurde es für die vielen Pendler zwischen Witttlich und Daun wieder errichtet. 

Heute rollen nur noch Radfahrer über das Viadukt – und kurz dahinter passiert es. Zwar ist bei Hasborn noch einmal eine kleine Steigung zu meistern. Doch dann geht’s endlich rund. Das Rad wird von ganz alleine immer schneller und schneller. Denn auf dem wohl schönsten Abschnitt der gesamten Strecke, geht’s bis Wittlich über etliche Kilometer rasant bergab. 

Mit der Sonne im Gesicht fliegt die Landschaft rechts und links nur so vorbei. Dann werden mit ordentlichem Tempo gleich drei beleuchtete Röhren nacheinander passiert. Immerhin zählt die längste davon satte 585 Meter. 

Grünewald-Viadukt, Plein, Maare-Mosel-Radweg.

Das Grünewald-Viadukt am Maare-Mosel-Radweg.

Und für einen Moment lang wähnt man sich in einer anderen Welt. Denn in einer Kurve bei Plein präsentiert sich ein weiteres Viadukt, das so aussieht wie aus „Harry Potter” entsprungen. Überqueren darf man das Schmuckstück wegen Baufälligkeit allerdings nicht. Die Sanierung des Grünewald-Viadukts wäre zu kostspielig geworden. 

In Wittlich verläuft die Strecke ein Stück weit durch die Stadt. Dann führt der Maare-Mosel-Radweg über Wengerohr und Platten ins Tal der Lieser. Nicht nur Weinberge flankieren die Strecke, sondern auch einige Tabakfelder.

Einkehren am Maare-Mosel-Radweg

Unterwegs bieten Rastplätze und Lokale die Gelegenheit, die Beine auszuruhen und Atem zu holen. Zum Beispiel lohnt ein Stopp im Bauernhofcafé in Eckfeld. Wer mag, gönnt sich ein hausgebrautes Bier zum Mittagessen im Waldschlößchen, ganz in der Nähe vom Bahnhof Plein

Maare-Mosel-Radweg, Klostermühle, Siebenborn

Die Klostermühle am Maare-Mosel-Radweg

Und in Siebenborn liegt das Restaurant Klostermühle unmittelbar am Mosel-Maare-Radweg. Wer einmal auf der Terrasse Platz genommen hat, kommt wahrscheinlich so schnell nicht mehr in die Gänge. Aber egal, denn nur drei Kilometer weiter in Bernkastel-Kues endet ohnehin die lange Fahrt.

Übrigens: Wer viel rollen möchte, radelt am besten von Daun in Richtung Mosel. Dabei geht es 161 Höhenmeter hinauf und 449 Höhenmeter hinunter. Das machen natürlich die meisten. Doch ehrgeizige Radler können natürlich auch die Gegenrichtung nehmen. Tatsächlich sind sogar schon Leute den Maare-Mosel-Radweg in einer Tour hin- und wieder zurückgefahren. 

 

Infos zum Mosel-Maare-Radweg

Start: Bahnhof Daun

Ziel: Bernkastel-Kues, Busbahnhof Forum

Länge: 58 Kilometer

Parken: Kostenlose Parkplätze am Bahnhof Daun

Radlerbus: Der RegioRadler Linie 300 befährt die Strecke Bernkastel-Kues (Haltestelle Forum) – Wittlich – Daun. Täglich vom 1. April bis 1. November, alle 2 Stunden. E-Bikes werden auf dem Anhänger mitgenommen, Tandems sowie Liegeräder jedoch nicht. Den Busfahrplan und Möglichkeit zur Reservierung gibt es hier

Der Radlerbus 333 verbindet die Moselorte zwischen dem Bahnhof Bullay und Trier.

Fahrkarten: Einzelticket 12,60 €, Gruppenticket 25,40 € (ab 9 Uhr für bis zu fünf Personen). 3 € pro Fahrrad. Online-Reservierungsgebühr: jeweils 2 € für bis zu fünf Personen.

Inliner-Eignung: Wegen der längeren Gefällstrecken, ist der Maare-Mosel-Radweg eher für geübte Inliner geeignet.

Für Kinder: Zwischen Gillenfeld und Daun wurde die Strecke als Kinderradweg mit speziellen Informationen für Kinder ausgeschildert.

Einkehren am Maare-Mosel-Radweg

Bäckerei Schillinger. Kurz vor dem Dauner Bahnhof. Brot aus dem Holzbackofen, belegte Brötchen, Teilchen, Frühstück. Bahnhofstraße 20, 54550 Daun.

Bauernhofcafé Morgenfelderhof. Etwa eine Stunde von Daun, ca. 80 Meter entfernt vom Maare-Mosel-Radweg. Brunnenstr. 37, 54531 Eckfeld. Gemütliches, nostalgisch dekoriertes Café.

Waldschlösschen, Plein, Team

Das sympathische Team vom Waldschlösschen in Plein

Waldschlößchen am Bahnhof Plein. Kurz vor Wittlich, etwa 70 Meter vom Radweg gelegen. Ambitionierte gutbürgerliche Küche mit Hausbrauerei und schöner Terrasse. Zum Waldschlößchen 3, 54518 Plein.

Klostermühle Siebenborn. Kurz vorm Ziel direkt am Mosel-Maare-Radweg und der Lieser gelegen. Restaurant mit regionaler Küche, verfeinert mit italienischer Kochkunst. Siebenborn 2, 54484 Maring-Noviand. 

 

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