Teufelsschlucht: Wandern im Zauberwald

Nur einen Katzensprung von Trier entfernt, wird die Landschaft wild und spektakulär. Eine Tour durch die Teufelsschlucht bleibt lange im Gedächtnis – und ebenso in den Beinen.

Eine Felsenkluft in der Teufelsschlucht.

Zwischen den riesigen Felsen ist Mensch ganz klein.

Moosbewachsene Steinblöcke und bizarre Felsgebilde prägen das Bild. Die Landschaft wirkt wie verzaubert und könnte die perfekte Kulisse für einen Film mit Trollen und Elfen sein.

Kein Wunder, dass die Menschen früher dachten, hier hätte der Leibhaftige persönlich randaliert.

So kam eines der bekanntesten Naturdenkmäler der Eifel zu seinem Namen: Die Teufelsschlucht. Ein imposantes Labyrinth aus Stein, das Wanderer aus allen Himmelsrichtungen in den Naturpark Südeifel lockt.

Abenteuer Teufelsschlucht

Das Abenteuer beginnt gut 35 Autominuten von Trier, etwa auf halber Strecke zwischen Ernzen und Irrel. Vom Parkplatz am Naturparkzentrum sind es noch ein paar hundert Meter zu laufen.

Der Wegweiser zeigt in den Wald. Blütenduft liegt in der Luft, nur Vogelgezwitscher ist zu hören. Ein scheinbar ganz normaler Wanderweg, wie er Kinder schon nach wenigen Minuten stöhnen lässt, wie lange denn die langweilige Latscherei bloß noch dauern möge.  

Einstieg in die Teufelsschlucht in der Südeifel.

Stufen führen hinunter in den Felsen.

Doch dann klafft plötzlich die Erde auf: Steil ragen die Sandsteinwände rechts und links in die Höhe. Über 140 laubbedeckte Steinstufen führen hinein in einen riesigen Fels.

Mit jedem Schritt wird es beim Abstieg ein bisschen kühler und die Umgebung sieht ein Stück weit seltsamer aus. Hoch oben über den Köpfen wächst sogar ein betagter Baum aus dem blanken Gestein. 

Ein Baum wächst auf dem blanken Fels in der Teufelsschlucht

Ein Baum wächst auf blankem Gestein.

Was früher die Fantasie der Menschen beflügelte, ist heute geologisch erklärbar: Vor rund 12.000 Jahren, gegen Ende der letzten Eiszeit, krachten gigantische Sandsteinblöcke aus dem Ferschweiler Plateau.

Bei diesen Felsstürzen entstanden Naturschönheiten wie diese bizarre Schlucht. Jetzt ruht die wilde Landschaft und Wanderer steigen staunend in den bis zu 28 Meter tiefen Spalt im Fels. 

Ein schmaler Durchgang in der Teufelsschlucht.

Ein schmaler Durchgang in der Teufelsschlucht.

Mal ist der düstere Gang bis zu fünf Meter breit, mal so schmal, dass zwei Leute nicht mehr nebeneinander gehen können. Die Felsenwände sind feucht, weil der Sandstein das Wasser aufsaugt wie ein Schwamm.

Seltenes Leuchtmoos in Sicht

Algen und Flechten wachsen hier. An manchen Stellen schimmert es grellgrün – das ist das sogenannte Leuchtmoos, das man nur noch an besonderen Orten wie der Teufelsschlucht zu sehen bekommt.

Schließlich zwängt sich einer nach dem anderen durch ein Nadelöhr im Fels. Und wir sind Teil eines Wunders der Natur.

Lichtung in der Teufelsschlucht.

Eine Lichtung in der Teufelsschlucht.

Lichtspiele verzaubern den Wald. Mächtige Gesteinsbrocken von einem Moosteppich überzogen liegen stapelweise herum. Zwischen Wurzelwerk, Geröll und Felstürmen wirken Wanderer ganz winzig klein.

Wer hier wandert, läuft über versteinerten Meeresboden.

Vom Ursprung dieser sagenhaften Landschaft erzählen die Teufelskrallen, eine prähistorischen Muschelgattung, die nahe der Teufelsschlucht gefunden werden.

Vor 190 Millionen Jahren schwappten hier nämlich noch die Wellen übers Land. Und aus den Sandkörnern von damals sind riesige Gesteinsblöcke geworden. Verwittert zu Klippen und Klüften.

Felsformationen in der Teufelsschlucht.

Felsformationen in der Teufelsschlucht.

Wetter und Zeit erschufen in einer faszinierenden Ko-Produktion diese wie von Riesenhand gemachte Felstrümmerwelt.

Fratzen im Gestein

Der Pfad führt über Steine, über Kiesel, mal auf und mal ab. Meterhoch türmen sich an manchen Stellen die Felswände auf beiden Seiten des Weges. Wanderer mit Stöcken kämpfen sich stochernd vorwärts durchs Gelände, denn dicke Baumstämme und Felsbrocken liegen herum.

Dann schmiegt sich der Pfad wieder eng an den steilen Felsen entlang, deren geologische Zeichnungen manchmal wie Fratzen wirken.

Felstürme in der Teufelssschlucht

Felstürme in der Teufelssschlucht

Steine in der Teufelsschlucht.

Der Pfad durch die Schlucht

Streckenmarkierung in der Teufelsschlucht.

Streckenmarkierung in der Teufelsschlucht.

Drei Wege zwischen knapp zwei und sechs Kilometern Länge führen gut markiert durch die Teufelsschlucht. Am Ende muss man sich entscheiden, ob man zum Naturparkzentrum zurück oder doch noch bis zu den Irreler Wasserfällen läuft. 

Über Holzstege, Steintreppen und an Schluchten entlang führt der Weg hinunter ins Tal. Das Gewirr an Felsen ist üppig bewachsen, ein Bach schlängelt sich durch sie hindurch. 

Ein Mops in der Teufelsschlucht.

Ein Mops rastet auf einem Baumstamm.

Hier springt zwar kein Kobold aus dem Fels, geschweige denn ein Einhorn. Allerdings hätte man hier vor einiger Zeit tatsächlich ein paar Jedi-Rittern begegnen können.

Filmschauplatz für Youtube-Renner

Tagelang liefen hier die Helden aus dem Star Wars Universum herum. Die Teufelsschlucht diente als Schauplatz für den grandiosen Fanfilm DARTH MAUL: Apprentice, der bei Youtube die 16-Millionen-Marke knackte. 

Hier im Wald und zwischen den Felsen wurden die Laser-Schwerter im Kampf von Gut gegen Böse gekreuzt.

Steintreppe in der Teufelsschlucht.

Steintreppe in der Teufelsschlucht.

Ein Bach in der Teufelsschlucht.

Ein Bach in der Teufelsschlucht.

Jetzt ist wieder alles ruhig, die Natur macht die Musik. Unten angekommen, ist nur das Rauschen des Wildwasser zu hören. Von Wasserfällen kann hier allerdings nicht die Rede sein, der Namensgeber hat damals etwas dick aufgetragen.

Sieht aber trotzdem schön aus: Die ansonsten eher gemächlich dahinfließende Prüm verwandelte sich auf dieser Felsstrecke in Stromschnellen, die über dicke Felsblöcke gischten. Im Herbst düsen Kanufahrer hier entlang.

Irreler Wasserfälle

Die Prüm

Der letzte Abschnitt der Tour bedeutet Aufstieg. Und der hat es in sich, immerhin gilt es auf der Wanderung, einen Höhenunterschied von 180 Metern zu stemmen.

Die für zweieinhalb Kilometer veranschlagte Strecke zwischen Teufelsschlucht und Irreler Wasserfällen ist gefühlt gut und gerne fünf Kilometer lang.

Wald bei den Irreler Wasserfällen.

Wald bei den Irreler Wasserfällen.

Über etliche Steinstufen geht es zunächst durch einen finsteren Wald eine ganze Weile lang steil nach oben. Die Köpfe der Passanten und Passantinnen leuchten allesamt ziemlich rötlich.

Doch dann schlängelt sich der Pfad durch einen Zauberwald, der mit wundervollen Eindrücken für die Plackerei entschädigt. Die Bäume scheinen hier kreuz und quer in den Himmel zu wachsen.

Wald in der Teufelsschlucht.

 

Gigantische Steine in der Teufelsschlucht.

Waldweg in der Teufelsschlucht.

Mächtige Steine liegen herum. Hinter jeder Ecke gibt es etwas neues Schönes zu entdecken.

Zufrieden und erschöpft erreichen wir nach etwa drei Stunden das Naturparkzentrum. Es hat sich gelohnt. Teuflisch schön, diese Schlucht.

 

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