Die Ruine der Burg Landshut ist ein historischer Ort mit gutem Essen. Das Auge isst mit: Die Aussicht von diesem Restaurant ist selbst für das Moseltal außergewöhnlich. Ein Besuch von Bernkastels Top-Sehenswürdigkeit.
Bernkastel-Kues hat es gut, denn das Mittelmosel-Städtchen ist mit einer bemerkenswerten Altstadt und allerlei Sehenswürdigkeiten gesegnet. Während der Saison kommen Reisende zuhauf, um sich wie auf einer Ameisenstraße durch das Labyrinth aus verwinkelten Gassen zu schieben.
Es gibt einen Panoramapunkt, auch Skywalk genannt, Museen wie das Cusanus-Geburtshaus oder den weinseligen Gewölbekeller der Mosel-Vinothek. Vor allem aber einen urigen Marktplatz von uraltem Fachwerk umstellt. Und obendrein, zur Krönung sozusagen, sogar noch die feine Ruine einer Burg.
Eigentlich wimmelt es auf dem Bernkasteler Burgberg nahezu von Burgen. Denn die Burg Landshut, die man heute dort sieht, steht auf den Mauerresten von nicht einer, sondern sogar zwei Vorgängerburgen.
Das Gemäuer, dass man heute sieht, wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Mit Türmen und starken Mauern versehen, galt sie als uneinnehmbar für die damalige Zeit. Vor feindlichen Truppen wurden die Bewohner tatsächlich geschützt – doch nach einem Brand zerfiel die stolze Landshut zur Ruine. Wer heute Rittersäle, mittelalterliches Interieur oder ein Verlies erwartet, wird folglich enttäuscht – denn nur die Außenmauern und der Bergfried blieben erhalten. Dennoch gehört die Anlage über dem Doppel-Städtchen zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region.
Wanderung oder Burg Landshut Express?
Nicht nur nach Rom führen dem Sprichwort zufolge alle Wege. Es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, die Burg Landshut anzusteuern: Mit dem Fahrrad zum Beispiel. Sportliche Radler stellen sich gerne der Herausforderung. Auf dem E-Bike verliert der steile Berg seinen Schrecken, doch komfortabler ist die Anfahrt mit dem Auto.
Nostalgiker kaufen sich ein Ticket für den gelben Oldtimer-Bus, den Burg Landshut Express. Seit über 50 Jahren kutschiert der Veteran Ausflügler während der Saison im Stundentakt vom Doctorbrunnen den steilen Berg hinauf bis fast vor das Burgtor.
Die allermeisten Besucher und Besucherinnen kommen zu Fuß. Per Pedes braucht man vom Marktplatz aus eine gute halbe Stunde und kann wahlweise am Schützenhaus vorbei oder über den Serpentinenpfad durch den Schlossberg wandern. Allerdings sind beide Weg sehr steil. Wer einen moderaten Anstieg sucht, dem sei der Familien-Rundweg durch den Wald empfohlen: Der Spaziergang führt von der Altstadt am Tiefenbach entlang zum kleinen Wasserfall und schließlich über Asphalt hinauf zur Burg.
ZUM WEITERLESEN: Dieser Aufstieg ist doch ein Spaziergang!»
Römisches Kastell entdeckt
Ein touristischer Hotspot war die Burg Landshut schon immer, denn die attraktive Ruine bietet Aussicht und viele fotogene Ecken. Aber erst im Sommer 2012 Jahren fanden Archäologen heraus, dass sie sogar zu den ältesten Bauwerken an der ganzen Mosel zählt. Denn damals stießen Forscher bei zunächst routinemäßigen Sanierungsarbeiten auf die Reste eines römischen Kastells, auf dem sich die Burg erhebt.
Die Fachwelt feierte die kleine Sensation. Denn man geht davon aus, dass es sich um das aus alten Quellen bekannte Princastellum handelt. Diese Anlage wurde im dritten Jahrhundert als eine von rund 19 Bergbefestigungen gebaut, um die Kaiserresidenz in Trier vor dem Einfall von Barbaren zu schützen. Es war dem Namen nach das „erste Kastell” in der römischen Provinz Belgica. Mit dem Fund ist die Stadt Bernkastel-Kues von heute auf morgen 1000 Jahre älter geworden – denn zuvor ging man von 700 Stadtgeschichte aus.
Erst kamen die Forscher, dann ein Kran und mit ihm viele fleißige Handwerker verschiedener Gewerke. Mehrere Jahre lang lang prägten himmelhohe Gerüste und Planen das Bild der Ruine. Denn mit einmal gründlich Durchkärchern war es nun nicht mehr getan. Stadt und Land nahmen Millionen in die Hand, um ihre Burg Landshut auf Vordermann zu bringen.
Jetzt fährt ein gläserner Aufzug die Besucher und Besucherinnen eine Etage hoch und wieder runter. Und auf einem beschilderten Rundweg wurde das römische Erbe in Szene gesetzt. Auch ein Sarkophag bekam an der Burgruine einen Platz, denn auf das antike Stück war ganz in der Nähe ein Bauarbeiter mit seiner Planierraupe gestoßen. Erstaunlich, was man in der Gegend so findet, wenn man in den Weinbergen buddelt.
Natürlich bekam auch der Burghof mit einer Terrasse ein frisches Gesicht. Vor allem aber wurde in den in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten ein neues Restaurant eingerichtet.
Ein im Wortsinn gehobenes Restaurant
Auf der Speisekarte locken Flammkuchen und Schnitzel vom Eifelschwein begleitet von regionalen Weinen, genauso wie süße Sünden wie zum Beispiel Schokoladenmousse mit Tresterpflaumen.
Speis und Trank muss man bezahlen, doch den Augenschmaus gibt es gratis dazu. Denn ein zehn Meter breites Panoramafenster eröffnet eine fantastische Fernsicht über die Weinberge, Bernkastel-Kues und die sich windende Mosel. Eine solche Fernsicht findet man in einem Restaurant sicher nicht alle Tage.
Ebenso imposant ist die Aussicht von der unmittelbar darüber liegenden Terrasse – an sonnigen Tagen. Und wer noch etwas höher hinaus will, löst für einen Euro ein Ticket im Automaten, um auf den Bergfried zu steigen. Der Weg zur Plattform führt über viele schiefe Stufen durch ein sehr enges Treppenhaus. Doch auf diesem Logenplatz angekommen, liegt einem die ganze Mosellandschaft zu Füßen.
Burg Landshut – Anfahrt und Führung
Anfahrt zur Burg Landshut vom Hunsrück aus: Der Beschilderung zur Burg Landshut folgen. Vom Parkplatz oberhalb der Burg sind es noch 200 Meter Fußweg bergab.
Von der Mosel aus: Kurz hinter dem Ortsausgang von Bernkastel (Richtung Andel) links durch den Tunnel in Richtung Monzelfeld. Nach zwei Kilometern rechts den Schildern folgen. Ein recht großer Parkplatz befindet sich etwas oberhalb der Burg, direkt an der Burg gibt es nur wenige Plätze.
Führungen ganzjährig jeden Sonntag um 11.30 Uhr, Dauer: 45 Minuten. Treffpunkt: Am Aufzug an der Burg. Anmeldung unter +49(0)6531/500190 oder im Mosel-Gäste-Zentrum.






