Spaziergang durch Bernkastel-Kues

Ein Spaziergang ist die einfachste und genaueste Methode, sich eine Umgebung zu erschließen. Denn beim langsamen Gehen gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Auch im Touri-Hotspot Bernkastel-Kues.

Bernkastel, Marktplatz, Vogelperspektive

Der Marktplatz von oben.

Eine bestens erhaltene Altstadt gekrönt von einer Burg macht das Hänsel und Gretel-Städtchen Bernkastel-Kues zum Touri-Magnet. Aber auf einem Spaziergang von nur rund 3,5 Kilometern Länge gibt es noch andere Mosel-Nuancen zu entdecken: Eben noch stand man inmitten von Lebkuchenhäusern, schon findet man sich an einem verborgenen Wasserfall wieder.

Ein Sitzstreik im Wald ist bei diesem Spaziergang eher nicht zu befürchten. Denn mit dem kleinen Naturwunder und einer echten Ritterburg als Ziel, hält man sogar anspruchsvolle Kinder auf Trapp. Und gegen Ende der Runde warten kulinarische Genüsse auf dem Balkon von Bernkastel-Kues.

Spaziergang vom Marktplatz zur Burg

Der Spaziergang beginnt auf dem Marktplatz, der guten Stube der Stadt. Um den St. Michaelsbrunnen haben sich jahrhundertealte alte Fachwerkhäuser versammelt, die mit Wetterfahnen, üppigen Schnitzereien und Figuren vom einstigen Wohlstand der Bürgerschaft erzählen. 

Bernkastel-Kues, Heinzsche Haus

Extravagante Verzierung am Heinz’sche Haus.

Grimmig blicken Katzen aufs Pflaster hinab – solche Details bietet etwa das rund 500 Jahre alte Heinz’sche Haus, dass die Weinstube des Weingutes Maßem beherbergt. An dem Prachtstück vorbei führt der Spaziergang durch die Römerstraße, die nur wenige hundert Meter weiter in die Burgstraße mündet.

Zu beiden Seiten gibt es top in Schuss gehaltene Fachwerkzier zu sehen. Kopf in den Nacken: Beachtenswert sind die manchmal kuriosen und mitunter weisen Hausinschriften auf den Fassaden.

Spaziergang, Fassaden, Sinnsprüche, Bernkastel

Auf den Fassaden gibt es viel zu lesen. Wie hier an der Burgstraße.

Den schönen Gesamteindruck versüßt Willi Maas, der Bonbons und Lutscher wie vor 100 Jahren produziert. In der putzigen Manufaktur in der Burgstraße 8 werden bis heute Zitronenscheiben, Goldnüsse und Waldmeisterchen gemacht. Wer im richtigen Moment dort ist, kann dem Zuckerbäcker-Meister bei der Arbeit zusehen. Aber man ist ja nicht zum Spaß hier, sondern auf einem Spaziergang!

Immer am Tiefenbach entlang

Disziplinierte Spaziergänger laufen weiter bergauf, um am Ende der Römerstraße die Bundesstraße zu überqueren und weiter durch den Stadtwald zu laufen. Schon bald zweigt links ein Pfad hinunter zum Tiefenbach ab, der mal links, mal rechts des kleinen Gewässers entlang über Brückchen zu einem Wasserfall führt.

Bernkastel, Tiefenbachtal, Spaziergang

Spaziergang durchs Tiefenbachtal.

Schon von weitem ist das Rauschen zu hören, mit jedem Schritt durch das idyllische, grüne Tal wird es lichter im Kopf. Ein Spaziergang dieser Art kann Stress und Gedankennebel vertreiben.

Genug entspannt? Hund und/ oder Kinder haben lang genug im Wasser gespielt? Über die Treppe neben dem Wasserfall leitet ein Waldweg im Zickzackkurs hinaus aus dem Tal auf eine Teerstraße. Linker Hand balanciert die winzige Maria-Hilf-Kapelle auf einem Bergsporn. Das Kapellchen lohnt einen Blick, aber der Spaziergang führt rechts hinauf, wo am Ende des Weges die Burg Landshut wartet. Um einen Umweg zu vermeiden, muss man nur konsequent der Beschilderung „Familienweg” folgen.

Spaziergang zum Restaurant mit Aussicht

Oben angekommen, will natürlich der Bergfried bestiegen werden. Hungrige Spaziergänger haben nun die Wahl: Soll es das Restaurant in dem alten Gemäuer sein oder lieber ein Platz auf dem Balkon von Bernkastel-Kues? Denn der liegt ganz in der Nähe.

Schützenhaus, Bernkastel-Kues, Aussicht

Aussicht vom Schützenhaus auf Bernkastel

Am Parkplatz vor der Burg führt links an der Ampel vorbei ein steiles Kopfsteinsträßchen bergab zum Schützenhaus. Geschossen wird dort schon lange nicht mehr. Doch wer ein Postkartenmotiv zu Leibspeisen aus der Mosel-Küche genießen möchte, ist auf der Terrasse 65 Meter über der Altstadt richtig. Die Aussicht ist grandios.

Neben dem Eingang des Ausflugslokals schlängelt sich ein schmaler Weinbergpfad hinunter zur Straße, die rechter Hand am Spitzhäuschen vorbei wieder zum Marktplatz führt. Dort ändert der Spaziergang. Viele haben diese Runde durch das Städtchen samt Wald schon zigmal gedreht.