Das gibt es in Enkirch zu sehen

An der Mosel gibt es viele schöne Dörfer. Doch jedes hat seinen ganz eigenen Charakter. Heute an der Reihe: Enkirch. Welche Sehenswürdigkeiten lohnen sich? Welchen Weinberg sollte man bezwingen? Tipps für den Besuch.

Enkirch, Mittelmosel

Blick auf Enkirch

Enkirch per Webcam checken

Enkirch kann sich sehen lassen. Digital kann man sich schon mal einen ersten Eindruck machen. Denn damit jeder davon erfährt, sendet die Mosel-Webcam (klick») aktuelle Bilder in die virtuelle Welt.

Doch per Mausklick gewährt sie nicht nur einen Panorama-Blick. Man kann auch das Wetter checken oder nachschauen, ob auf dem Wohnmobilstellplatz viel los ist.

Treffpunkt Wohnmobilstellplatz

Immer am ersten Wochenende im September wird’s am Moselufer besonders interessant. Denn dann tummeln sich die dollsten fahrbaren Untersätze auf dem Wohnmobilstellplatz. Zu sehen gibt es über 100 VW Busse, Land Rover und MAN-Ungetüme.

Willys Fernreisemobiltreffen ist nicht nur das größte, sondern auch das älteste seiner Art. Seit über dreißig Jahren treffen sich Weltreisende, um sich von Gleichgesinnten inspirieren zu lassen.

Sehenswürdigkeiten in Enkirch

Enkirch, Fachwerk

Häuser in Enkirch

Der Moselort mit seinen rund 1500 Einwohnern ist vor allem für seinen historischen Ortskern bekannt. Wegen der vielen fabelhaft restaurierten Gebäuden wird Enkirch auch die „Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaus” genannt.

Ein ganz besonders schönes Beispiel ist das Krieger’sche Haus aus dem Jahr 1675. Das älteste ist „Der alte Pitter” aus 1523 am Wochenmarkt 9. Hinzu kommen liebevoll gestaltete Straßenschilder, die es nirgendwo sonst an der Mosel gibt. 

Enkirch, Gasse

Gässchen im historischen Ortskern.

Enkirch, Straßenschild

Solche Straßenschilder gibt sonst nirgendwo.

Deshalb gehört der Gässchen-Rundweg ganz oben auf die Agenda. Bei der Tourist-Info ist zum Streckenverlauf eine kleine Broschüre erhältlich, die man sich auch auf der Website der Gemeinde runterladen kann.

Er führt etwa zum Duckes, dem ehemaligen Polizeigefängnis. Oder zur evangelische Kirche mit einem deutschlandweit einmaligen Anbau. Der entstand 1761, um den Blasebalg der Orgel darin unterzubringen. Sogar eine gerettete Schiene der Moseltalbahn ist zu sehen. 

Enkirch, Duckes

Das ehemalige Polizeigefängnis.

 Schiene Moseltalbahn

Eine gerettete Schiene der Moseltalbahn.

Oder soll es ein bisschen Jugendstil sein? Dann hin zur Weingutskellerei Ulrich Langguth. Denn das Gebäude wurde 1905 nach den Plänen von Bruno Möhring gebaut. Eben jener berühmte Architekt, der in Traben-Trarbach das Brückentor entwarf und viele der schönen Jugendstilbauten.

Essen und Trinken in Enkirch

Spaziergänge durch die steilen Gassen machen müde. Zum Einkehren bieten sich natürlich die Straußwirtschaften der Enkircher Weingüter an. Für Biertrinker fließt in Toms Kneipe Guinness aus dem Hahn.

Und Enkirch hat auch einen Europameister: Die Metzgerei Georg (Am Herrenberg) gewinnt regelmäßig Gold- und Silbermedaillen für ihre Wurst.

Wein im Museum

Wer durch die Gässchen läuft, stößt auf den Drilles im Spilles, einen Drehkäfig, in dem die Verurteilten eingesperrt wurden. Denn Enkirch hatte im Mittelalter eine eigene Gerichtsbarkeit. Das kleine Enkircher Heimatstuben-Museum zeigt originale Bestrafungsgeräte aus dieser Zeit. Auch ein Schöffengestühl ist zu sehen.

Am besten legt man den Besuch ans Ende der Tour. Denn in dem Haus ist auch die Ratsweinschänke untergebracht. Immerhin über 100 Weine der Winzer des Ortes werden dort kredenzt.

Heimatstuben-Museum

Das Heimatstuben-Museum

Barfußpfad für Kinder

Die schönsten Dinge im Leben sind oft kostenlos: Mit bloßen Füßen lässt sich das Großbachtal erkunden. Denn in der Nähe der Pfarrkirche St. Franziskus haben engagierte Bürger einen urwüchsigen, nahezu naturbelassenen Barfußweg angelegt. Der perfekte Ort zum Staudämmen-Bauen.

Der Barfußpfad beginnt am Parkplatz Altes Schwimmbad / Schompenmühle. Dorthin gelangt man, wenn man der Straße in Richtung Raversbeuren folgt und an der Neumühle links abbiegt.

Steillagen-Wanderweg

Auch der nächste Tipp fällt unter die Kategorie Low Budget. Wer nach Enkirch kommt, muss eine Wanderung machen. Eine Besonderheit ist der Steillagen-Wanderweg. Er führt von Enkirch durch die Lagen Enkircher Zeppwingert und Enkircher Ellergrub nach Starkenburg.

Enkirch, Schleuse

Blick von Starkenburg ins Moseltal.

Oben angekommen begibt man sich zum Aussichtspavillon. Von hier aus ist zum Beispiel die Staustufe bei Moselkilometer 103 gut zu sehen. Die Schleuse Enkirch befördert Ausflugsboote und Frachtschiffe sieben Meter rauf oder runter.

Tour auf den Mont Royal

Gegenüber von Enkirch erhebt sich der Mont Royal, der Berg des Königs. Denn dort ließ der französische Sonnenkönig um 1687 eine gewaltige Festung errichten. Auch wenn nur noch Grundmauern erhalten sind, lohnt sich die Besichtigung der unterirdischen Gänge. Mehr dazu hier».

Die Tour beginnt in Kövenig. Der Ort liegt am Ufer gegenüber von Enkirch, etwa 200 Meter unter dem Mont Royal.

Fährfahrt nach Kövenig

Lange Zeit waren Fähren die einzige Möglichkeit, trockenen Fußes auf die andere Moselseite zu gelangen. Doch mit dem Bau der Moselbrücken wurden sie überflüssig.

Heute sind an der Mosel nur sieben der Wassergefährte unterwegs und eines davon pendelt zwischen Enkirch und Kövenig. Zwar haftet Fähren in Märchen oft etwas Dusteres an. Aber der freundliche Fährmann bringt seine Passagiere wohlbehütet über die Mosel. Eine Prise Nostalgie gibt es gratis dazu.