Geheimtipps: 21 Orte, die nicht mal jeder Moselaner kennt

Geheimtipps an der Mosel gesucht? Abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten gibt es weniger bekannte Plätze, deren Besuch sich aber allemal lohnt. Hier sind 21 versteckte Orte, die überraschend schön, verwunschen oder ungewöhnlich sind.

Mosel, schwimmen, Klosterruine Stuben

Sandstrand vor der Klosterruine Stuben

Die Reichsburg, Beilstein, der Calmont-Klettersteig – daran denken viele zuerst, wenn von der Mosel die Rede ist. Auch das Tal der 13 Mühlen oder der kleine Strand am Kloster Stuben sind schon lange keine Geheimtipps mehr.
Doch abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten gibt es Plätze, die nicht einmal jeder Moselaner kennt und deren Besuch sich allemal lohnt. Der Skulpturenpark Bohnengarten oder das schön ausgemalte Kapellchen im Erdener Wald sind nur einige Ideen für einen Touristentag vor der eigenen Haustür.

Diese Orte sind top secret … bis jetzt

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Die Einsiedelei von Bruder Heinrich.

1 Spezieller lost place: Die Einsiedelei Bruder Heinrich ist ein schönes Wanderziel für alle, die gerne dahin gehen, wo nicht viele andere hinkommen. Denn das kleine Bauwerk zählt zu den Geheimtipps, die so geheim sind, dass man sie auf Anhieb nicht so leicht findet. Genau diese Abgeschiedenheit schätzte der frühere Bewohner ja.

Es liegt oben im Wald bei Neef, unterhalb des Bergs, der Hochkessel heißt. Wer dieser lokale Held Bruder Heinrich war, erfährt man vor Ort. Ab Senheim führt der sparsam ausgeschilderte Pfad über rund drei Kilometer immer weiter hinauf.

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Josefsberg, XXL-Bank, Leiwen

Die Josefsbank. Hinauf kommt man über eine Treppe,

2 Ein Kuriosum ist die überdimensionierte Josefsbank in Leiwen, die Sitzgelegenheit und Aussichtspunkt in einem ist. Auf dem XXL-Möbel unterhalb des Bergkapellchens findet ein kompletter Kegelclub Platz. Wer sich daraufsetzt, sieht auf Fotos so aus, als wäre er die Größe eines Pilzes geschrumpft.

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Geheimtipps mit Kunst

3 Kunst-Natur-Ereignis: Mit dem privaten Skulpturenpark Bohnengarten birgt Leiwen einen ganz besonderen Schatz. Denn in dem herrlich angelegten, kleinen Park stehen fantasievolle Werke regionaler Künstler und Künstlerinnen. Etwa eine steinerne Weinbergschnecke, eine Büroklammer im XXL-Format oder „Hagebutten”, die sich auf langen Stäben in Richtung Himmel strecken.

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Kunstwerke im Skulturenpark.

Dass dieses bezaubernde Fleckchen Erde noch zu den Geheimtipps zählt, hat wahrlich nur einen Grund: Es liegt so versteckt hinter einem hohen Zaun, dass man achtlos vorbeilaufen würde, wenn man nicht wüsste, dass es existiert.

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4 Das bekannteste Bauwerk in Föhren ist das Schloss. Seit 1445 lebt dort die Familie von Kesselstatt. Nicht ganz so lang gilt das Haus der Künstlerin Annamalt und ihrem verstorbenen Partner Edward Naujok offiziell als Kunstwerk.

1997 hatte die außergewöhnliche Außengestaltung in der Bekonder Straße 13 die Justiz beschäftigt und schließlich zu einem Grundsatzurteil geführt – seither darf das eigene Haus mit Graffiti und Kunst gestaltet werden. Doch die bunte Fassade, in der ein halbes Auto parkt, gilt immer noch als eher unbekannte Sehenswürdigkeit.

Kunst am Bau, Föhren, Annamalt

Kunst am Bau in Föhren.

Geheimtipps an der Terrassenmosel

5 Frag das geheimnisvolle Steinorakel: Wer einen Ausflug nach Kobern-Gondorf unternimmt, den zieht es üblicherweise auf den Schlossberg. Immerhin trägt er die Ruinen zweier Burgen und die über 800 Jahre alte Matthiaskapelle. Doch in der Gemeinde verstecken sich kleine Nettigkeiten, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Zum Beispiel das Glückskäulchen, ein mysteriöses Steinorakel. Es befindet sich am Eingang zum Hohensteinbachtal, das man über die Lennigstraße erreicht.

Früher warfen abergläubische Passanten kleine Steine in die Mulde im Felsen. Drei Würfe hatte man frei. Blieb einer davon liegen, konnte man das Tal durchqueren, ohne befürchten zu müssen, von Geistern belästigt zu werden. Noch heute wagen Ausflügler den Versuch. Für sie ist das Glückskäulchen nur ein Geschicklichkeitsspiel. Natürlich.

Café zur Tanke, Kail

Etwas andere Gastro: Das Café zur Tanke in Kail.

6 Super, nicht normal: Oberhalb von Pommern im Dörfchen Kail versteckt sich die zum Café umgebaute Tanke – perfekt für einen Zwischenstopp auf dem Moselsteig. Wenn die Straußwirtschaften im Tal überquellen, gibt es hier meist noch freie Plätze. Besonders beliebt sind die Live-Auftritte lokaler Bands oder das Oktoberfest. Noch ein Geheimtipp: Sogar Schmiedekurse kann man an diesem nostalgischen Ort belegen.

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Versteckte Sehenswürdigkeit in Cochem

7 Mini-Kunstwerke: Cochem fühlt sich oft ein wenig voll an. Zum Beispiel auf dem Marktplatz. Auch in den Gassen wälzen sich die Massen. Aber Geheimtipps gibt es auch hier. Eine winzige, oft übersehene Sehenswürdigkeit befindet sich gegenüber des Restaurants „Castello” in der Oberbacher Straße 55.

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Kunst von Christoph Anders aus Senheim.

Eigentlich ist es nur eine unscheinbare Treppe, doch der Künstler Christoph Anders aus Senheim hat auf den Stufen Historie verewigt. Zu sehen sind etwa ein Rosenkranz, eine Sichel, Hufeisen oder ein ausgerissenes Blatt aus dem Zeichenblock.

Die kleinen Werke aus Edelstahl stehen sinnbildlich für Spuren, die Menschen über die Jahrhunderte hinweg hinterlassen haben. Denn früher lief hier die Hauptverkehrsstrecke in die Eifel entlang. Genau an dieser Stelle stand Cochems größte Stadttor. Pilger, Handwerker, berühmte Maler wie William Turner – sie alle sind hier entlang gelaufen.

Geheimtipps in der Natur

8 Flow am Wasserfall: Nur Insider kennen das verschwiegene Ahringsbachtal, das sich von Enkirch bis hinauf zur Hunsrückhöhenstraße bei Irmenach zieht. Ein natürlicher Rückzugsort mit Wiesen, Wald und einer winzigen Badestelle im ausgespülten Felsen. Nur wer ganz genau hinsieht, entdeckt eine versteckte Schieferhöhle im Hang. Doch die Hauptattraktion, der „Rauschkümpel”, ist sogar ausgeschildert: Wer dem Wegweiser folgt, gelangt über eine pittoreske Bruchsteinbrücke zu dem kleinen Wasserfall.

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Mosel, Wolfer Kloster

Die verwunschene Klosterruine in Wolf.

9 Ziel für einen Spaziergang: Das Wolfer Kloster liegt keinesfalls ab vom Schuss. Die Ruine gegenüber von Kröv ist schon von Weitem zu sehen. Dennoch ist sie einer der liebenswerte Orte, an denen wir oftmals achtlos vorübergehen. Zwar sind nur wenige Reste erhalten, hauptsächlich vom Kirchturm. Doch es ist die Lage hoch über dem Fluss, umgeben von fast schon verwunschener Natur, die das Wolfer Kloster in die Reihe der Geheimtipps stellt.

10 Noch ein Spaziergang: In Altrich, nicht weit entfernt von Zeltingen-Rachtig, kann man die dicke Eiche besuchen. Ihr Alter wird mal auf mindestens 300, mal sogar auf 600 Jahre geschätzt. Dem Baum zu Füßen haben Menschen der kleinen Gemeinde eine Sitzgruppe angelegt. Man erreicht die Eiche am Feld über die Straße Schneidkaul.

Dicke Eiche, Altrich

Dicke Eiche in Altrich.

Ungewöhnliche Erlebnistouren

11 Spezielles Konzept: In Thomas Webers Gasthaus „Zum Moselfischer” in Trittenheim kommt auf den Teller, was die Mosel hergibt. Zu Rotauge, Zander oder Barsch gesellen sich Forellen aus seiner Himmeroder Klosterfischerei. Doch wer die „Fischreise mit einem 7 Gang-Überraschungsmenü” bucht, entdeckt auch Moselbewohner, von denen er noch nie zuvor gehört hat.

Was invasive Arten wie Grundel und Co für das Ökosystem Mosel bedeuten, erklärt der Berufsfischer anschaulich auf seinen Erlebnistouren. Denn einmal pro Woche nimmt Thomas Weber Interessierte mit auf den Fluss. Am „Tag mit dem Moselfischer” wird auch erklärt, warum Aale an der Mosel mit dem Taxi fahren.

12 Auf Norberts Wegen: Shinrin-Yoku, japanisch für „Baden im Wald”, gilt in dem ostasiatischen Land schon lange als Bestandteil eines gesunden Lebens. Aber auch hierzulande hat längst die große Waldflucht eingesetzt.

Norbert Krötz, Waldbaden, Geheimtipps Mosel.

Mosel-Kenner Norbert Krötz. Foto: Dr. Gerrit Fischer

Wer die Stille und Unberührtheit der Bäume mal etwas anders erleben will, durchforstet an der Seite von Norbert Krötz die Wälder und lässt sich zu echten Geheimtipps führen. Zum Beispiel in das Mäuswäldchen oder die geheimnisvolle Buchenkathedrale in den Höhen von Ediger-Eller.

Bei diesem Erlebnis schlüpft der Guide in die Rolle des Wilddiebs, um mit Interessierten auf früheren Wilderer-Pfaden zu stapfen. Dazu gibt es einen Happen aus dem Wilderer-Rucksack und Hefeschnaps aus dem Fingerhut. Etwa zwei Stunden dauert der astreine Spaß. Info und Buchung: www.mosel-event.de

Geheimtipps, die nicht im Reiseführer stehen

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Buntes Innenleben: Das Kapellchen im Erdener Wald.

13 Unentdeckte Sehenswürdigkeit: Die kleine Kapelle im Erdener Wald lässt von Außen nicht erahnen, dass ein Kunstwerk in ihr verborgen liegt. Wer in der Gegend unterwegs ist, sollte sich den Blick in die winzige Kirchenstube nicht entgehen lassen, denn die Wände sind mit Fresken bedeckt. Zufahrt über die Straße Zur Kapelle.

14 Schöner Shoppen: Kann ein Laden eine Sehenswürdigkeit sein? Aber sicher, wenn er in seiner Art etwas ganz Besonders ist. So wie das liebenswerte Antiquariat, das sich hinter der Stadtmauer von Ediger versteckt.

Geht man hinein, steht man in einer Wunderkammer voller filigraner Kostbarkeiten aus Papier. Dioramen oder Pop-up-Bücher, an denen man sich nicht sattsehen kann, Bunt- und Brokatpapier, Bilderbogen, historische Spielkarten, Valentines – lauter bei Sammlern und Sammlerinnen begehrte Objekte. Sogar ein Strafbefehl für einen Kutscher ist dabei, der im Jahr 1895 zu schnell übers Kopfsteinpflaster Rüdesheim gebrettert war.

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Angela Joschko und Jean Darquenne inmitten ihrer Schätze.

Herrlich, was Angela Joschko und Jean Darquenne zusammengetragen haben. Während man sich an diesen Dingen erfreut und mit dem freundlichen Inhaberpaar plaudert, denkt man schon fast mit Bedauern an jene, die all diese Schätze online einkaufen und nicht vor Ort. Info: www.cartobook.de

Unbekannte Plätze in und bei Bernkastel

15 Hoch hinaus: Dass es diesen Aussichtsturm gibt, ist selbst vielen Moselanern nicht bekannt. Er erhebt sich auf dem Grainskopf im Wehlener Wald. Dabei wurde er schon 1896 vom Hunsrückverein in der Nähe der Dreifaltigkeit gebaut. Der Weg dorthin ist im Ort ausgeschildert.

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Der unbekannte Aussichtsturm auf dem Grainskopfturm.

16 In Bernkastel-Kues schlägt das (touristische) Herz der Mittelmosel. Zugegeben, in der Altstadt muss man etwas länger auf Entdeckungsreise gehen bis man auf Geheimtipps trifft. Ein noch unbekannter Ort ist der neue Stadtpark am Hotel Deinhards, der täglich von 11 bis 18 Uhr zugänglich ist. Der Eingang liegt direkt am Gestade bei der Tiefgarageneinfahrt.

17 Nichts zu meckern: In Graach kann man gesellige Ziegen bei der Arbeit besuchen. Ein Wanderweg führt direkt durch das Gehege im steilen Hang. Obwohl die Herde zunächst etwas schüchtern wirkt, kommen die freundlichen Tiere auf Zuruf.

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18 Wohl bekomm′s: Die kleine Paulskirche bei Lieser zählt zwar nicht mehr zu den Geheimtipps. Dass an Sonn- und Feiertagen Getränke zur Selbstbedienung bereit stehen, hat sich aber noch nicht herumgesprochen. Ein herrlicher Platz für eine Rast.

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Geheimtipps über die Mosel hinaus

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Lichtkunst in der Schwanenkirche.

19 Lichtwunder: Scheint die Sonne, lohnt sich ein Abstecher in die von außen unscheinbare Schwanenkirche in Roes. Denn dank der speziellen Fenster leuchtet die Kirchenstube in Violett, Orange oder Gelb. Ein wunderbares Farbenspektakel. Sie liegt in der Nähe der Burg Pyrmont an der K 26 Richtung Brachtenfeld.

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20 Kuriosum am Wegesrand: In der Nähe von Bad Bertrich kann an der B 421 eine mit Stiefeln geschmückte Eiche besichtigt werden. Dahinter steckt ein Ritual amerikanischer Soldaten. Am Ende ihrer Dienstzeit in der nahegelegenen Kaserne in Hontheim warfen die Männer ihre zusammengeschnürten Knobelbecher in den Baum.

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Der Stiefelbaum beim Hontheim.

Blieben sie hängen, so der Aberglaube, war es ein Abschied für immer. Fielen sie aber runter, stand eine weitere Versetzung nach Deutschland bevor. Obwohl es seit 1991 keine Kaserne mehr in dem Eifeldorf gibt, sind über die Jahre weitere Schuhe hinzu gekommen.

21 Die kleine Unbekannte: Wer von der großen Saarschleife spricht, hat in der Regel den Aussichtspunkt bei Orscholz im Sinn. Allerdings ist sie nicht die einzige bemerkenswerte Krümmung der Saar. Daneben gibt es noch die kleine Saarschleife bei Hamm in Taben-Rodt. Die liegt allerdings in Rheinland-Pfalz. Wer sie besuchen möchte, steuert den Aussichtspunkt namens „Schöne Aussicht” in Serrig an.