10 magisch-schöne Orte an der Mosel

Geheimnisvolle Ruinen und versteckte Naturspektakel. Kapellen, die eine Geschichte erzählen. An der Mosel gibt es Plätze, denen ein Zauber innewohnt. Es waren einmal… 10 Orte, die so schön sind, als wären sie für Märchen erfunden worden.

 

 Mystisches Gotteshaus

Mosel, Matthias Kapelle, Kobern

Die Matthias-Kapelle in Kobern

Eine Kapelle im orientalischen Stil? Auf Gotteshäuser dieser Art trifft man eigentlich eher in Portugal oder Spanien. Die Matthias-Kapelle steht allerdings hoch über Kobern.

Man sagt, die imposante Kapelle wäre um 1220/30 als Aufbewahrungsort für eine wertvolle Reliquie errichtet worden. Ein Heinrich II. von Isenburg-Kobern habe das Haupt des Apostels Matthias von einem Kreuzzug mitgebracht. Bewiesen ist das allerdings nicht.

Zwar ruht die Reliquie schon lange in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Doch wegen der einzigartigen Architektur bleibt der Besuch des mystischen Gotteshauses bis heute ein Erlebnis.

 

Märchenschloss an der Mosel

Mosel, Schloss Liebieg

Das Schloss Liebieg in Gondorf

Eine dicke Mauer mit schmiedeeisernem Tor, Rapunzeltürmchen, ein plätschernder Brunnen. Die ehemalige Niederburg in Gondorf liegt mitten in einem Park mit uralten Bäumen, etlichen Rhododendronbüschen und einer kleinen Kapelle.

Um 1260 wurde das Bilderbuch-Anwesen gebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln und Zerstörung während der französischen Revolution, erwarb ein Koblenzer Kaufmann die Ruine. Er vererbte sie seinem Sohn, der das Gemäuer zu einem Schloss umbauen ließ.

Dessen Tochter heiratete 1879 den Industriellen Theodor von Liebieg aus dem böhmischen Reichenberg (heute: Liberec/Tschechien), von dem das Schloss seinen heutigen Namen bekam.

 

Mosel, Schloss Liebieg

 

Die Liebiegs gehörten nicht nur zu den reichsten Unternehmern auf dem europäischen Kontinent. Der 22-jährige Spross der Familie hat sogar Automobilgeschichte geschrieben: Im Jahr 1894 zuckelte Theodor von Liebig Junior in seinem Benz-Victoria von Reichenberg an die Mosel. Es war die erste internationale Autofernfahrt der Welt.

Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Liebiegs, besonders durch die Enteignung in der ehemaligen Tschechoslowakei, wurde das Schloss Liebieg versteigert. Inzwischen dient es als Ausstellungshaus und Veranstaltungsort.

 

Seltene Schönheiten der Natur

Mosel, Dortebachtal

Eine Treppe im Dortebachtal

Wie Alice im Wunderland fühlt sich, wer durch die Bahnunterführung an der Bundesstraße 49 nahe Klotten läuft. Schroff aufsteigende Schieferwände links und rechts. Ein wildes Durcheinander von Bäumen, Sträuchern und Farnen. Ein steiler Pfad führt hinauf ins Grüne über Brückchen, moosüberzogene Steintreppen, immer entlang an einem Bach.

Das enge Seitental wartet mit einer ganz eigenen Stimmung auf. Mit Geröllhaufen als Unterschlupf der Smaragdeidechse und einem Wasserfall, der im Winter zu einer Eiswand anwächst. Mit ungewöhnlichen Pflanzen, die das mediterrane Klima schätzen. Nicht zuletzt deshalb ist das Dortebachtal bereits seit 1930 Naturschutzgebiet.

 

Auf dem Berg bei den Göttern

Mosel, Martberg, Römer

Der Archäologische Park auf dem Martberg.

Früher gab es zwar auf den Bergkuppen an der Mosel etliche Tempelbauten. Aber keines der Heiligtümer reichte an die Anziehungskraft und Größe der Anlage auf dem Martberg heran.

Auf dem Plateau zwischen Pommern und Karden erbauten die Treverer, ein keltischer Stamm, um 100 v. Chr. eine Siedlung. Später errichteten die Römer dort einen Tempelbezirk. Über viele Jahrhunderte pilgerten die Gläubigen auf den Berg, um ihren Gott Mars mit Opfergaben gewogen zu stimmen.

Die Holzgebäude, die man heute dort sieht, wurden jenen der keltischen Zeit nachempfunden.

Der kleine archäologische Park mit Café wird auch von Wanderern gerne zur Einkehr genutzt. Die schöne Aussicht, die Weite, die Klarheit – auf dem Tafelberg herrscht noch heute eine göttliche Atmosphäre.

 

Kleiner Strand an der Mosel

Mosel, Klosterruine Stuben

Die Klosterruine Stuben

Am Bremmer Calmont vollführt die Mosel ihren wohl bekanntesten Bogen, fast auf der Stelle dreht sie sich um 180 Grad. Und mittendrin steht auf einer Halbinsel das schon von weitem sichtbare Gemäuer. Von dem einstigen Kloster Stuben aus dem 12. Jahrhundert blieben allerdings nur drei Außenwände erhalten.

An lauen Sommerabenden gastiert das Moselmusikfestival in der charmanten Ruine, tagsüber stechen von hier sogar Boote in See. Denn unmittelbar davor liegt ein Sandstrand an der Mosel, ein kleines Paradies.

 

Blick auf 2000 Jahre Geschichte

Blick auf die Doppelstockbrücke in Bullay

Schon seit Urzeiten hat dieser Platz die Menschen angezogen, deshalb gibt es noch heute auf wenigen Quadratkilometern so viel zu sehen: Da ist Bullay, das Tor zur Mittelmosel, mit Deutschlands erster Doppelstockbrücke. Da ist der Prinzenkopfturm für den besten Blick über die 14 Kilometer lange Schleife.

Und ganz in Nähe der Holz-Stahl-Konstruktion thront die Marienburg über den Reben. Im Mittelalter stand an dieser Stelle ein Kloster. Und wer sich bewusst macht, dass auf jenem Bergrücken bereits die Kelten eine Kultstätte bauten und die Römer danach eine Festung, der fühlt nahezu, wie die Geschichte dort atmet.

 

Filmreife Ruine über Wolf

Mosel, Wolf, Kloster

Die Klosterruine in Wolf

Der felsige Weg. Die knorrigen Bäume. Und aus fast 800 Jahren Vergangenheit ragt die Ruine in unsere Zeit. Die geheimnisvolle Szenerie hoch über der Moselschleife bei Wolf bringt das Kopfkino zum Klingen.

Das Gemäuer auf dem Göckelsberg war einst eine der ältesten Pfarrkirchen im Tal, geführt von der Ordensgemeinschaft  „Unserer lieben Frau”. Heute spricht allerdings kaum noch jemand von der Liebfrauenkirche. Denn berühmt wurde sie wegen der nachfolgenden Bewohner.

Gut achtzig Jahre lang – von 1478 bis 1560 – wirkten hier die „Brüder vom gemeinsamen Leben”, eine vorreformatorische Erneuerungsbewegung, wegen ihrer Kopfbedeckung auch Kogelherren genannt. Seitdem wird das Bauwerk Wolfer Kloster genannt.

 

Wo Wasser von Felsen stürzt

Der Wasserfall im Tiefenbachtal

Natürlich sind es nicht die Niagarafälle. Dennoch verweilen viele Wanderer staunend an diesem bezaubernden Fleckchen Erde. In einer wildromantischen Schlucht stürzt der Tiefenbach aus vier Metern Höhe die Felswand herab und fließt aufgeregt weiter durch einen Wald voller Farne.  

Das kleinen Naturspektakel findet statt in Bernkastel, unmittelbar unterhalb der Straße, die zur Burg Landshut führt. Steil über dem Wasserfall erhebt sich auf einem Felszacken die trutzige Maria-Hilf-Kapelle, auch Tinkeler Heiligenhäuschen genannt. 

Ein Kirchlein zum Ausruhen

Mosel, Paulskirche

Die Paulskirche bei Lieser

Hier liegt Magie in der Luft! Die kleine Paulskirche in den Weinbergen bei Lieser zieht Besucher mit ihrer Ausstrahlung in den Bann und hilft dabei, zur Ruhe zu kommen. Früher haben sich dort Menschen bei Gewittern mitsamt Kühen untergestellt. Zuvor wohnten dort über 200 Jahre lang Eremiten.

Aber auch heute noch wird das Kleinod gerne besucht. Für einen kleinen Obolus kann man sich an bereitgestelltem Wein von heimischen Winzern, Bier und alkoholfreien Getränken bedienen. Auch wer Stille sucht, kann sie dort finden. 

 

Verwunschenes Veldenz

Blick auf Thalveldenz

Am Rande eines der schönsten Seitentäler, das einst die Mosel geschaffen hat, liegt Veldenz. Die Grafschaft reicht bis in die Wälder der sich auftürmenden Hunsrückberge hinein. 

Hier befindet sich der sagenumwobene Rittersturz, ein Felsvorsprung, wo sich der Teufel mit einem Ritter hinabgestürzt haben soll. Und die von den Kelten errichtete „Heidenmauer”. Auf einem Bergsporn thront die Ruine von Schloss Veldenz, die anders als der Name verspricht, einst die größte Burg an der Mittelmosel war.

Von der Josephinenhöhe, benannt nach der ersten Frau Napoleons, hat man einen fantastischen Ausblick über den verwunschenen Ortsteil Thalveldenz, der aus gerademal vier Häusern besteht. Eins davon beherbergt ein schönes Restaurant

 

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